Sepultura - Roorback

Sepultura- Roorback

Steamhammer / SPV
VÖ: 26.05.2003

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Wurzelbehandlung

Eigentlich wollten sie ja aus dem Sepultribe eine "Nation" schmieden. Doch nachdem die Große Mehrheit Jenseits Von Plattentests.de das letzte Album wahlweise mißtrauisch oder hämisch kommentierte, werden mit "Roorback" nun alle Ansätze einer pluralistischen Gesellschaft in Sepulland von einer wild schnaubenden Dampfwalze niedergemäht. "Back to (the) roots" lautet die Devise, und die Konterrevolutionäre nehmen sie wörtlich bis zum Selbstplagiat.

Ein erschreckend bekanntes Gitarrenriff startet den Opener "Come back alive". Um den perkussiven Zierrat erleichtert wirkt diese ehemalige Verheißung nicht mehr als plump und dröge. Daran ändert auch Mikromann Derek Greene nichts. Der gibt den Schweinehund, grunzt und bellt, bekommt dann aber das Bein nicht hoch genug, um die immer noch ruchbaren "Rooooooooots, bloody rooooooots"-Duftmarken seines Vorgängers zu überdecken. Wir haben Max Cavalera schon mal weniger vermißt.

Hat man Greene etwa untersagt, die Variabilität seiner Stimme, die der Band auf "Nation" einen so entscheidenden Impuls gab, nochmals einzusetzen? Statt ihre musikalische Entwicklung konsequent fortzusetzen, treten Sepultura panisch auf die Bremse und versuchen, mit einer aufgewärmten Mahlzeit die Fans aus der Stammeszeit wieder anzulocken. Doch der ehemalige Eintopf aus Rasierklingen und Chili ist stumpf geworden. Sehr stumpf. In der neuen Version erinnert die einst schmackhafte Speise eher an einen Holzhammer. Auch geschmacklich.

Der aufmerksame Leser mag jetzt einwenden, daß Hammer, Dampfwalze und stumpf keine wirklich negativen Beschreibungen für eine Metal-Platte sind. Und er (oder sie) hat recht: Eigentlich ist "Roorback" ja ein ganz passables Headbanger-Mitgrunz-Album. Ein paar ausbaufähige Nackenbrecher mit okayem Füllmaterial dazwischen. Die Metalkasper aus dem Proberaum nebenan dürften auf diese Aufnahmen auch zurecht sehr stolz sein. Die wirkliche Enttäuschung ist aber, daß auf dem Cover "Sepultura" steht. Da erwartet man eben etwas mehr als mittleres Mittelmaß.

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

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Tracklist

  1. Come back alive
  2. Godless
  3. Apes of god
  4. More of the same
  5. Urge
  6. Corrupted
  7. As it is
  8. Mind war
  9. Leech
  10. The rift
  11. Bottomed out
  12. Activist
  13. Outro

Gesamtspielzeit: 56:19 min.

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