Metric - Art of doubt

Metric- Art of doubt

Crystal Math / BMG / Rough Trade
VÖ: 21.09.2018

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Bssssss

Clickbait mal anders: Wer diesen Satz liest, weil er wissen will, wie die Überschrift zustandekam, wird kaum glauben, was in der folgenden Rezension steht. Schon bald wird es um zwölf unglaubliche neue Songs aus dem Hause Metric gehen, die so in Ordnung sind, dass man sie wahrscheinlich nächste Woche schon vergessen haben wird. Emily Haines und Band sind seit bald 20 Jahren im Geschäft und in ihrer kanadischen Heimat veritable Rockstars. Jenseits des Teichs hat es bisher nur zu kleineren Indie-Hits gereicht, woran sich mit "Art of doubt" auch kaum etwas ändern dürfte. Freunde der früheren Alben sollten allerdings definitiv ein Ohr riskieren, denn die überbordenden Synthie-Eskapaden der letzten Werke gehören der Vergangenheit an. Zwar durchwehen ausladende Elektronikspielereien immer noch viele Songs, im Mittelpunkt stehen nun aber wieder die Gitarren.

Und das ist gut so. Tolle Songs schreiben konnten Metric schon immer, weshalb es schade war, dass sie dies der lieben Neuerfindung willen zuletzt vernachlässigt hatten. Zwar gelingt es dem Quartett nicht durchgehend, den Hörer bei der Stange zu halten, einige echte Highlights haben sie jedoch in petto. Allen voran beeindruckt "Risk" mit seinen Hakenschlägen und seinem herrlichen Refrain. Doch auch das textlich zwar banale, musikalisch jedoch hochspannende "Now or never now" beißt sich direkt nach dem ersten Durchgang im Gehör fest. Leider gibt es für jeden Hit auch einen echten Stinker, exemplarisch sei diesbezüglich das sterbenslangweilige "Love you back" mit seinen uninspirierten "Lalala"-Passagen genannt.

Wirklich erstaunlich ist die jugendliche Frische, mit der Haines ihre Ohrwürmer platziert. Die Nonchalance, die sie auch jenseits der 40 noch an den Tag legt, erinnert stellenweise an Debbie Harry. Während die Blondie-Frontfrau jedoch stets unterkühlt und distanziert daherkam, sucht Haines die direkte Konfrontation. Wenn sie mit glockenheller Stimme "Dressed to suppress all kinds of sorrow" singt, erzeugt das eine angenehme kognitive Dissonanz. Das alles wäre ziemlich super, gäbe es da nicht diesen einen, großen Haken: So ausgefuchst Höhepunkte wie "Underline the black" daherkommen, so erschreckend eindimensional sind die über das Album verstreuten Powerpop-Nummern. Was beim Opener "Dark Saturday" noch recht passabel vorbeischrammelt, gerät bei "Holding out" und dem hübschen, aber drucklosen "Die happy" zum Rohrkrepierer. Dabei zeigen die komplexeren Songs, welch kompositorisches Talent in der Band schlummert. Allein die Entscheidung zu einer klareren künstlerischen Linie scheinen die Kanadier nicht treffen zu wollen. Stattdessen mäandern sie zwischen Licht und Schatten umher wie eine betrunkene Fliege.

(Christopher Sennfelder)

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Highlights

  • Art of doubt
  • Dressed to suppress
  • Risk

Tracklist

  1. Dark Saturday
  2. Love you back
  3. Die happy
  4. Now or never now
  5. Art of doubt
  6. Underline the black
  7. Dressed to suppress
  8. Risk
  9. Seven rules
  10. Holding out
  11. Anticipate
  12. No lights on the horizon

Gesamtspielzeit: 58:28 min.

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User Beitrag

Armin

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Registriert seit 08.01.2012

2018-09-24 19:25:46 Uhr - Newsbeitrag
Video-Link:

Metric veröffentlichen Video zur neuen Single "Now or Never Now"

Am vergangenen Freitag, den 21. September 2018, veröffentlichten Metric ihr siebtes Studioalbum "Art of Doubt" via MMI/Crystal Math Music. Anlässlich dessen gibt es nun das Video zu ihrer aktuellen Single "Now or Never Now".

▶ Ansehen: Metric - "Now or Never Now"

Regie beim Clip führte Jack Nicholsons Tochter Lorraine Nicholson."Many music videos take place in night clubs", sagt diese über die Entstehung des Videos und fügt hinzu "very few depict them as they so often are: pensive, dark and depressing."

Metric Sängerin Emily Haines berichtet über den Video-Dreh: "This was a night shoot leading to dawn, as Lorraine wanted to place the video in those most questionable hours of the morning...I'm profoundly lost and alone with random uncaring strangers...the rest of the band is on an urgent quest to find me and rescue me from this sad existence, but they always arrive too late."

Armin

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Registriert seit 08.01.2012

2018-09-19 20:48:08 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

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Registriert seit 08.01.2012

2018-09-05 19:01:05 Uhr
Nachtrag für den 12.9.:
Und am Abend, ab 19.00 Uhr, wird es im SONOS-Flagship-Store (Oranienburger Str. 84, 10178 Berlin) ein exklusives Album-Listening geben, bei dem Emily auch ein paar Songs live und unplugged aufführen wird.

Armin

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Registriert seit 08.01.2012

2018-09-05 18:56:51 Uhr - Newsbeitrag
Metric: Albumtitel und Artwork. Und ein neuer Song!


Metric geben den Titel ihres neuen Albums bekannt: "Art Of Doubt" erscheint - wie bereits verkündet - am 21. September bei MMI/Crystal Math Music und im Vetrieb von BMG/ADA. Zeitgleich mit dieser Neuigkeit erscheint nun mit "Now Or Never Now" schon der dritte Track aus diesem Album.




Emily Haines zu "Now or Never Now":
"When you’re suddenly confronted with the fact that you’re rapidly running out of time to take action in your life, it isn’t always pretty, You can no longer afford the luxury of words like ‘eventually’ or indulge in the usual superficial fixes. "Now or Never Now" is the song for anyone who has stagnated, paralyzed by past failures, in a state of regret. It’s the song for that point when you realize there’s no escaping what you’re trapped in unless you’re willing to get hurt again. Everything sucks in an exhilarating way. There’s nothing left to do but start over."

Das komplete Album - inklusive Titel und Albumcover - gibt es jetzt zum Vorbestellen bei: https://metric.lnk.to/artofdoubt.
Anonymität
2018-08-03 21:35:27 Uhr
Dressed to Suppress gefällt mir sogar noch en ticken mehr als Dark Saturday. Könnte tatsächlich en Metric Album sein das mir wieder zusagt.
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