Satellite Stories - Cut out the lights

Satellite Stories- Cut out the lights

Playground / Cargo
VÖ: 14.09.2018

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Grüner Bereich

Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören. Genauer gesagt: nach 60 Millionen Streams und insgesamt über 300 Headline-Shows. Mehr oder weniger beeindruckende Zahlen, die gerne ins Feld geführt werden, um den Status von Satellite Stories als erfolgreichste finnische Indie-Band aller Zeiten zu untermauern. Und da man das Quartett jederzeit auf eine überfüllte Tanzfläche stellen kann, die eben noch zu Two Door Cinema Club oder The Wombats wackelte, muss angesichts meist flink jubilierender, aber mindestens gut gelaunt vor sich hinpfeifender Hits wie "Kids aren't safe in the Metro" oder "Campus" und wie Butter ins Ohr schleichender Melodien einfach etwas dran sein. Und versuchen Sie mal, im skandinavischen Winter bei minus 15 Grad Butter zum Schmelzen zu bringen. Aber ach: Es hat sich ausfrohlockt, denn Satellite Stories vermelden mit "Cut out the lights" nicht nur ihr fünftes Album, sondern auch ihre Auflösung. Und wollen es zum Schluss noch einmal ordentlich krachen lassen.

Das klappt wenigstens eingangs zwar nicht so ganz – was "Green river" aber nicht das Geringste anhaben kann. Denn warum nicht mal ein vergleichsweise defensiv-melancholisches Stück an den Anfang stellen, das in seiner freundlichen, leicht gedrückten Verhuschtheit an The Whitest Boy Alives Interpretation früher The Cure erinnert und den Hörer mit diskreten Streicherspitzen so beständig in den Allerwertesten piekst, als würde es im nächsten Moment richtig losgehen. Und richtig: Schon "Coupons" trägt deutlich die Aufschrift "Single", sodass der ähnlich wie im Titelstück von Esa Mankinen eher unmotiviert gesäuselte Refrain das Vergnügen nur unwesentlich schmälert. Zumal die Dinge wenig später wieder an ihren Platz fallen: "Carried away" täuscht kurz Modest Mouses "Dashboard" an, lässt dann Synthie-Bläser überschwappen und nachdenklich ein Riff grummeln, im gelenkig popowackelnden "Wild wind" trällert die Gitarre sogar noch aufgekratzter als der Sänger. Alles im grünen Bereich.

Wenn nur die Halbwertzeit nicht wäre. Diese fällt auf "Cut out the lights" nämlich erneut überschaubar aus – einerseits wegen der Spielzeit von bloß einer guten halben Stunde, andererseits, weil Satellite Stories die unscheinbareren Songs in einen Mittelteil verklappen, aus der nur das bewegliche "Mercury" etwas hinaussticht, während sich "Maraschino" bestenfalls notdürftig auf "rational" reimt. Doch der Vierer lässt sich nicht lumpen und tischt am Ende mit "Alone in Eldorado" noch einmal einen flirrenden Popsong auf, der auch mit Joy Division tanzen könnte, nachdem er unter kehligem "Adios"-Rufen nach New York umgezogen ist. Vielleicht würden die Finnen mit dem flotten "Fame" als "secret bonus track" sogar beim dortigen DFA-Label unterkommen, wenn Dance-Handclaps und vorwitzige elektronische Harmonien eine Idee mehr in den Vordergrund gemischt wären. Und zumindest halblaut sei nach diesem sauberen, wenn auch wenig überraschenden Album die Frage gestattet, ob Aufhören wirklich am schönsten ist.

(Thomas Pilgrim)

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Highlights

  • Green river
  • Wild wind
  • Alone in Eldorado

Tracklist

  1. Green river
  2. Coupons
  3. Wild wind
  4. Carried away
  5. Sunglasses
  6. Mercury
  7. Cut out the lights
  8. No adagio
  9. Maraschino
  10. Alone in Eldorado
  11. Fame (secret bonus track)

Gesamtspielzeit: 36:44 min.

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User Beitrag

Armin

Postings: 12944

Registriert seit 08.01.2012

2018-09-18 20:57:12 Uhr - Newsbeitrag
Satellite Stories share poignant video for title track 'Cut out the Lights'

WATCH HERE


Final album ‘Cut Out The Lights’ out now via Playground Music Scandinavia

Armin

Postings: 12944

Registriert seit 08.01.2012

2018-09-12 21:05:13 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

Postings: 12944

Registriert seit 08.01.2012

2018-05-03 19:01:58 Uhr - Newsbeitrag


Die Finnischen Indiepopper von Satellite Stories werden in Kürze aufhören uns mit ihren spritzigen Songs zu versorgen. Dies gab die Band gerade über ihre Kanäle bekannt. Jedoch treten sie nicht leise ab, sondern fordern die Welt ein letztes Mal zum Tanzen auf. Im September erscheint ihr Abschiedsalbum „Cut Out The Lights“ wozu die Band auch nochmal auf umfangreiche Abschiedstour gehen wird.



Das volle Statement gibt es hier:

https://www.facebook.com/satellitestories/photos/a.382182201792980.96322.133869149957621/1902422983102220/?type=3&theater



Ab morgen gibt es den ersten Song daraus zu hören: Coupons.



https://soundcloud.com/satellitestories/coupons-1/s-TlyYY



Sänger Esa über den Song:



"Coupons...

...is a story about dedication and how it all can be taken away in seconds. Like coupons lying on the floor, sometimes the value goes to waste.

But what makes it all worth while is the time that you spent to get where you are, even if sometimes you've had to start all over again from the scratch, you have a journey and that is what keeps you grounded.

It’s like every song we make has a similar story of trying different things until it finally, at the last possible moment comes together, and we look each other in amazement, like "We really did this?" In a way, short stories of our career and experiences“


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