Darwin Deez - 10 songs that happened when you left me with my stupid heart

Darwin Deez- 10 songs that happened when you left me with my stupid heart

Lucky Number / Rough Trade
VÖ: 31.08.2018

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Lockenkollektiv

Wo kommen wir denn da hin?! Da ballern die werten Freundinnen und Freunde aus den Promotion-Agenturen unser Plattentests.de-Postfach Woche für Woche mit blumigen und lobenden Worten über neue Alben zu – und dann sind sie doch wieder zu busy unsere Rezensionen zu lesen?! Im Verwirrspiel um Darwin Deez stellte Kollege Cianci zu "Double down"klar, dass das lockenköpfige Mastermind Darwin Merwan Smith alias Darwin Deez zwar grundsätzlich an neuen Songs tüftelt, Darwin Deez aber dennoch als Indie-Band zu bezeichnen seien. Und was lesen wir heute? Dass diese Platte mit dem beinah OlliSchulz-esken Titel "10 songs that happened when you left me with my stupid heart" sein, also Darwin Deez', vierter Longplayer sei. Bleiben wir also lieber bei den Fakten und beschäftigen uns mit zehn neuen Songs.

Wer dagegen noch in Gedanken wie "Hä? Von denen kenne ich sowieso nix" feststeckt, der hat wohl lang keinen Fuß mehr aufs Indie-Party-Parkett bekommen. Oder war dort stets zu nostalgiebetrunken, um dieses "Radar detector" dem Vierer aus New York zuzuordnen. Dieser Hit geht auch beinahe acht Lenze später noch voll klar, doch der Sound lässt sich trotz der ohrwurmigen Auskopplung "Queen of spades" nicht mehr nur in die Kiste quetschen, die man einst "Feel-good-Indiedance" nannte. Schon "The world's best kisser" mahnt hier mit kreativem Zeigefinger. Der Song bewegt sich zunächst nur auf spärlichen Handclaps, die sich langsam zu einem dezenten Beat ausweiten. Deez' Stimme, stark verformt und gleichzeitig erweitert durch den Harmonizer-Effekt, schwingt zwischen schüchternem Flehen und dem obligatorischen Zwinkern. Die Prise Sarkasmus steht nicht nur dem tollen Stück gut, sondern ist längst Markenzeichen von Darwin Deez.

Ebenso wie das extrovertierte Zelebrieren eigentlich intimer Momente, wie im leicht entrückten "Say it first", das gen Ende eine feine Trompete hereinträgt – auch wenn die Keyboard-Effekte natürlich die seit längerer Zeit abgetauchten Vampire Weekend auf den Plan rufen. Gitarrenlastig wird das Deez-Spektrum beim verqueren Rocker "Anna-Maria", und auch das zu lang geratene "Getaway" lässt das verzerrte Saiteninstrument beim Refrain ordentlich im Hintergrund jaulen. Ansonsten aber sind dies auch jene Momente auf "10 songs that happened when you left me with my stupid heart", die den besonderen Clou im Songwriting vermissen lassen. Die Stärken von Darwin Deez liegen längst auch in der Spielart der Popmusik, die sich nie komplett dem Mainstream-Bügeleisen hergibt, sondern ihre luftige Nische mit allerlei Zutaten aus anderen Genres zu füllen weiß, wenn etwa "Drive around" ein famos sitzendes Neo-Jazz-Jacket erhält.

Und natürlich blitzt das große Talent Smiths als Folk-Songwriter immer wieder auf, etwa wenn man gebannt der kleinen Flirt-Geschichte des auf Gitarre und zarte Effekte reduzierten "Too shy to take a shine" lauscht. Wohin die Reise für den Mann einmal gehen kann, zeigt das etwas ziellos dahinmäandernde Electronica-Stück "All my friends". Bis dahin arbeitet der Lockenschopf weiterhin an dem kleinen Malus, seine kleinen Hits in ein durchgehend tolles Album zu betten. Ob er dies in der Zukunft nun alleine oder im Kollektiv bewerkstelligt, sollte spätestens dann nur noch die Wenigsten interessieren.

(Eric Meyer)

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Highlights

  • The world's best kisser
  • Queen of spades
  • Too shy to take a shine

Tracklist

  1. The world's best kisser
  2. Anna-Maria
  3. Queen of spades
  4. The getaway
  5. Say it first
  6. Drive around
  7. Too shy to take a shine
  8. All my friends
  9. Someone new
  10. Daddy always

Gesamtspielzeit: 33:14 min.

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Armin

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Registriert seit 08.01.2012

2018-09-28 19:11:18 Uhr - Newsbeitrag
Liebe Freunde, liebe Medienpartner,

während Darwin Deez sich gerade auf Europatour befindet und unter anderem letztes Wochenende beim Reeperbahn Festival begeistern konnte, erfreut uns der Amerikaner mit einem Video zu seiner aktuellen Single "Say It First" in der er sich kurzerhand dupliziert und seinem Abbild, erst einmal grundlegende Dinge des Lebens beibringen muss.

Hier gibt es das Video zu sehen.


Armin

Postings: 13348

Registriert seit 08.01.2012

2018-09-12 21:02:42 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

Postings: 13348

Registriert seit 08.01.2012

2018-06-20 17:56:52 Uhr - Newsbeitrag
Darwin Deez veröffentlicht weiteren Track aus seinem kommenden Album.

Liebe Freunde, liebe Medienpartner,

vor der Veröffentlichung seines vierten Studioalbums "10 Songs That Happened When You Left Me With My Stupid Heart", veröffentlicht Darwin Deez heute die zweite Single "Queen of Spades". Die liebevolle und lyrische Abrechnung mit meisterhaftem Wortspiel und die hellen Gitarren beweisen mal wieder, dass es niemanden gibt, der so geschickt zwischen scharfsinnig und verspielt schwankt, wie Darwin Deez.

Er selbst sagt, der Track handelt von "Frustration": "We all feel unlucky sometimes. ‘There’s nothing quite like losing it all’ is my favorite line. It alludes to a twinge of pleasurable flavor found at the bottom of a glass of utter abject misery. Sometimes when we choose partners, we choose badly.”

Den Song gibt es hier zu hören.






Zur Album-Veröffentlichung kommt Darwin Deez im September für ein paar Shows nach Deutschland:

22.09. Hamburg - Reeperbahn Festival
26.09. Berlin - Bi Nuu
27.09. München - Kranhalle
28.09. Köln - Artheater

Armin

Postings: 13348

Registriert seit 08.01.2012

2018-05-23 13:01:27 Uhr - Newsbeitrag
Darwin Deez kündigt mit dem Video "The World's Best Kisser" sein neues Album an

Liebe Freunde, liebe Medienpartner,

der in New York lebende Songwriter Darwin Deez kündigt mit seiner neuen Single "The World's Best Kisser" sein viertes Album, welches den ausufernden Titel "10 Songs That Happened When You Left Me With My Stupid Heart" trägt, für den 31. August an.

Im Kern seines neuen Albums steht Deez einzigartiges Songwriting. Als Autodidakt ist er als Künstler immer wieder überaus originell und dabei enorm eingängig. Im Gegensatz zur zeitgenössischem Musik voller fluffiger Reverbs und zuckersüßer Synthies, die Deez gerne witzelnd als "Spotify-wave" bezeichnet, schreibt er immer noch spärlich arrangierte und verletzliche Gitarrenlieder mit verständlichen und nachvollziehbaren Texten.

Die erste Single und Album Opener "The World's Best Kisser" ist inspiriert von den Harmonizern, die Jazzmusiker und Grammy-Gewinner Jacob Collier in seinen Life-Shows einsetzt.

Das überaus charmant von Deez selbst produzierte Video zu "The World's Best Kisser" gibt es ab sofort hier zu sehen.




Zur Album-Veröffentlichung kommt Darwin Deez im September für ein paar Shows nach Deutschland:

22.09. Hamburg, Reeperbahn Festival
26.09. Berlin, Bi Nuu
27.09. München, Kranhalle
28.09. Köln, Artheater

Info:
Darwin Deez ist ein New Yorker, wenn auch ursprünglich aus North Carolina. Nach dem Erfolg der Hit-Single "Radar Detector" und seinem selbstbetitelten Debütalbum tourte er seit 2010 ausgiebig und konnte mit seinen nachfolgenden Alben "Songs For Imaginative People" (2013) und "Double Down" (2015) seine Fans weiterhin begeistern.

Der Kern seines vierten Albums, "10 Songs That Happened When You Left Me With My Stupid Heart", ist Darwins einzigartiges Songwriting. Darwin, der Autodidakt, ist als Künstler überaus originell und enorm eingängig. Im Gegensatz zur zeitgenössischem Musik voller fluffiger Reverbs und zuckersüßer Synthies, die Deez gerne witzelnd als "Spotify-wave" bezeichnet, schreibt er immer noch spärlich arrangierte und verletzliche Gitarrenlieder mit verständlichen und nachvollziehbaren Texten. Aber nicht die Art von sanften, von den psychedelischen 70er beeinflussten Songs, die derzeit für die meisten gitarrenbasierten Indie-Gruppen typisch sind. Songs mit Energie ("Warum sollte EDM das Monopol auf Tanzbarkeit haben?"). Lieder mit Verwundbarkeit. Lieder mit zuordenbaren, nachvollziehbaren, verständlichen Texten.

“Ever since I bought my first CD—Last Splash by the Breeders—I’ve been internally railing against the kind of vague nonsensical stuff that passed for lyrics in the 90’s. It’s not that it was objectively bad, but it was so cryptic and over my 13 year old head that it infuriated me.”

“Everyone is getting a free pass, lyrically,” sagt Darwin. Hätte er nicht das ganze Jahr 2007 damit verbracht, wöchentlich bei den Open Mic-Abenden unter der Schirmherrschaft vom Szene Paten Lach (der auch schon beim Werdegang von Beck, Regina Spektor, and The Moldy Peaches eine Rolle spielte) im Sidewalk Cafe im New Yorker East Village, aufgetreten, wäre er eventuell niemals herausgefordert worden, sich als Texter zu entwickeln und seine Stimme zu erheben. “I’ve always respected country songwriters because they’re some of the last ones standing, lyrically. They’re some of the last writers not to be getting away with murder out here. They don’t mess around in Nashville.”

Es ist nicht so, dass er nichts Neues ausprobieren würde. Lead Single und Album Opener, "The World's Best Kisser", kamen zum Teil aus einer Co-Writing Session, die geplant war, aber nie mit dem Grammy-Gewinner Jacob Collier stattfand. Collier, ein Jazzmusiker, verwendet den Harmonizer oft in seinen Live-Shows, was Darwin dazu inspirierte, ihn im Studio anzuwenden: Mit fantastischer Wirkung auf den Song. Während Harmonizer in letzter Zeit von vielen trendbewussten Pop-Produzenten ornamental eingesetzt wurden, erinnert Darwins erster und einziger Einsatz eher an das, was wohl der definitive Popsong mit diesem Instrument ist: der innige Klassiker "Hide and Seek" von DIY-Kollegin Imogen Heap.

"The World’s Best Kisser" ist, in so sagt Darwin, “a reflection on the mystery of attraction and the attraction of mysteries. After writing the song, I learned via Joseph Campbell of Thomas Mann’s concept of "erotic irony”: that flaws/imperfections are what make a person identifiable within a piece of devotional art. And so to write a love song that is truly about a specific person is to write something that cuts the person down to size a bit. Which is paradoxical but true—that in order to glorify someone in a love song, you might point out their defects.”

Das Album enthält auch zum ersten Mal ein paar saftige E-Piano-Riffs anstelle seiner charakteristischen Stratocaster und sogar ein vollwertiges Trompetensolo seines damaligen Mitbewohners Alex Toth (von der Indie-Band Rubblebucket).

Darwin Deez ist einer der wenigen Indie-Musiker, die wirklich viel berühmter sein sollten, als er momentan ist. Jemand mit der erfrischenden Fähigkeit, sowohl albern als auch griesgrämig zu sein. Jemand, der mit dem Songwriting den menschlichen Zustand kunstvoll zum Ausdruck bringt, in einer Art und Weise, die - bildlich gesprochen - statisch aufgeladene Wolken durchschneiden und entladen kann. Jemand mit seinem eigenen Sound und seinem eigenen Stil.

“I’m mixed; my dad is half black and my mom is white. Maybe that’s why I make the kind of music I make. It’s definitely why my hair was like that. That hairstyle was the only way I could figure out to wear it that looked good to me. Mixed race hair is definitely a thing. My dad is always talking about the mixed race experience.”

Der Ursprung seiner Originalität ist nebensächlich. Es ist hier. Es war hier. Und auf dieser Platte gibt es eine noch nie da gewesene Bandbreite an Ausdrucksmöglichkeiten, sowohl instrumental als auch gesanglich. Und Darwin liefert immer die einzigartigsten Sing-a-longs, egal ob mit Herzschmerz oder ohne.


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