Mac Miller - Swimming

Mac Miller- Swimming

Warner
VÖ: 03.08.2018

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Funky feelings

Ungefähr zwei Jahre, so lange hielt die Beziehung zwischen Mac Miller und Ariana Grande, von September 2016 bis Mai 2018. Fast dieselbe Zeitspanne trennt "The divine feminine" und Millers neues Album "Swimming". Irgendwas ist immer: Die Liebe macht genauso produktiv wie der Liebeskummer. So hatte der Rapper aus Pittsburgh, Pennsylvania mit seinem bisher letzten Album dem damaligen Liebesrausch ein konzeptionelles Denkmal gesetzt, während er auf seinem neuen Werk nunmehr durchaus bekümmert wirkt. Dennoch zeigt sich "Swimming" funkiger und souliger als die vier Alben zuvor, die Tracks verfügen häufig über eine durchaus angenehme Fluffigkeit.

Das gilt aber vor allen Dingen musikalisch, denn lyrisch gibt Miller mehrfach tiefe Einblicke in seine gekränkte Seele. So lautet die erste Zeile des Albums bereits: "My regrets look just like texts I shouldn't send." Im Opener "Come back to Earth" wünscht er sich neuen Boden unter den Füßen, wenn Piano, Gitarre, Bass und Streicher nacheinander einstimmen und Millers Gesang begleiten. Der nächste Titel "Hurt feelings" ist hinsichtlich seiner Namensgebung sowieso unmissverständlich, dabei überzeugt er mit seinem Flow und dem drückenden Beat im Rücken. Das fatalistisch angehauchte "What's the use?", die zweite Single des Albums, strampelt sich auf der Tanzfläche ab, während The-Internet-Sängerin Syd und Snoop Dogg himself die Backing-Vocals und Bassist Thundercat, Produzent Dâm-Funk und der kanadische Producer Pomo das Instrumental beisteuern.

Mehr aus der Tiefe kommt "Ladders", dessen Handclaps zu Beginn aber schon ankündigen, dass gleich wieder die Hüften geshaket werden dürfen, Funk-Gitarre und Synthie geben sich die Klinke in die Hand, bis Bläser den Sound abrunden und Miller seinen Skilllevel an dieser Stelle ganz großartig offenlegt. Auch die erste Auskopplung "Self care" lebt von ihrem funky Grundgerüst, ebenso wie "Small worlds", einer Art Reprise auf alte Distanzlosigkeit. John Mayer spielt hier die Gitarre und legt in der Mitte des Stücks ein schönes Solo hin. Miller ist dabei wieder mehr als Sänger denn als Rapper unterwegs. Der Titel endet mit einer Piano-Line und Fingerschnipsern, dabei gibt sich der 26-Jährige selbstreflexiv: "Nine times out of ten I get it wrong / That's why I wrote this song / Told myself to hold on."

Die Kopfhörer sollte man zu "Conversation pt. 1" auspacken, dessen tiefer Bass die Ohren klingeln und dessen Schlagzeugbeat den Kopf kreisen lässt. Die Lyrics erzählen von Herkunft und Zukunft, unterziehen die Beziehungen Millers einem kritischen Blick. Ein Bläser leitet den Track ergebnisoffen aus: Noch ist nichts zu spät. Das weiß auch das abschließende "So it goes", das dem Leben seine Wendungen zugesteht und aber gerade deswegen die nervöse Grundhaltung Millers offenbart: "You could have the world in the palm of your hand / You still might drop it." Es kann halt immer so viel schief gehen. Man fühlt mit mit dem 1,69m-Männchen mit den krummen Zähnen und dem großen Herzen, das man schon auf "The divine feminine" kennenlernen durfte. "I'll do anything for a way out of my head", hieß es schon im Opener der aktuellen Platte und man darf hoffen, dass "Swimming" seinen Beitrag dazu geleistet hat, dass Mac Miller seinem Ziel ein Stück näherkommt.

(Pascal Bremmer)

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Highlights

  • What's the use?
  • Ladders
  • Small worlds

Tracklist

  1. Come back to Earth
  2. Hurt feelings
  3. What's the use?
  4. Perfecto
  5. Self care
  6. Wings
  7. Ladders
  8. Small worlds
  9. Conversation pt. 1
  10. Dunno
  11. Jet fuel
  12. 2009
  13. So it goes

Gesamtspielzeit: 58:35 min.

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Armin

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2018-08-12 21:44:39 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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