Tenacious D - Tenacious D

Tenacious D- Tenacious D

Epic / Sony
VÖ: 28.04.2003

Unsere Bewertung: Ohne Bewertung

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Dumm und dümmer

Es ist ja nicht so, daß man als Musikhörer überhaupt nichts zu lachen hätte. Denken wir an ausgewählte New Metal-Einzeller und ihre roten Mützen oder Skischuhe. Die Gallagher-Brüder, die, wenn man ihnen schon keine eigene Fernsehshow geben will, auf jeden Fall zur nächsten Promibox-Sause eingeladen gehören. Oder Slipknot, ihreszeichens die besten Kasperletheater-Spieler, die jemals eine Gitarre halten durften. Nein, an lustigen Köpfen mangelt es der Musikbranche wirklich nicht. Was ihr allerdings fehlt, ist lustige Musik. Spinal Tap sind schließlich auch schon wieder ganz schön lang her. Und waren nicht mal richtig witzig.

Es ist also höchste Zeit für Tenacious D. Und damit auch für Jack Black, den man vielleicht als kotzbröckelnden Musikfanatiker aus "High fidelity" kennt. Für Tenacious D gibt er jetzt die Rockstar-Sau und läßt sich dabei kongenial von seinem schüchternen Kumpel Kyle sidekicken. Zu zweit nehmen die beiden alles auf die Schippe, was sich jemals Rockmusikklischee geschimpft hat, und machen dabei im Gegensatz zu ihren brothers in arms von "Wayne's world" nicht mal vor Led Zeppelin halt. Deren Backkatalog wird im wahnwitzigen "Tribute" nämlich derart durch den Kaba gezogen, daß man sich erst mal wieder vom Boden aufsammeln muß, bevor man mitkriegt, wie Dave Grohl im dazugehörigen Video die Rolle seines Lebens übernimmt.

Die Philosophie hinter Tenacious D: Zunächst zieht man dem Hörer die Buchsen bis zu den Achseln hoch, anschließend wird munter unter die Gürtellinie gezielt. In "Fuck her gently" gibt Jack zur folkenden Akustikgitarre den bösen Bruder von Dr. Sommer. Ein Streit über seine revolutionäre "Inward singing"-Theorie führt dazu, daß Kyle das Handtuch wirft und Mr. Jack Black sich schließlich durch die lupenreine Schmonzette "Kyle quit the band" leiden kann. Garniert wird all das mit einer 4-Letter-Word-Dichte, die jeden amerikanischen Moralapostel-Verband unters nächste Sauerstoffzelt bugsiert. Schicken ist fön.

Immerhin: Zwischen Penis-Push-Ups und "One note songs" bleibt manchmal sogar Zeit für ein bißchen tolle Musik. Es gibt kein Genre, über dem Tenacious D nicht mindestens einmal ihr Beinchen heben würden. "Dio" ist die erste offizielle Metal-Gitarrensolo-Verarsche, "The road" ein, nun ja, geisteskranker Squaredance-Countryrocker. Können die vielleicht sogar was? Sieht so aus. Müßig zu erwähnen, daß Dave Grohl hier auch Gitarre und Schlagzeug bedient hat. Was soll da schon noch gegen Tenacious D sprechen? Gesunder Menschenverstand? Scheiß drauf!

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Tribute
  • Fuck her gently
  • Drive-thru

Tracklist

  1. Kielbasa
  2. One note song
  3. Tribute
  4. Wonderboy
  5. Hard fucking
  6. Fuck her gently
  7. Explosivo
  8. Dio
  9. Inward singing
  10. Kyle quit the band
  11. The road
  12. Cock pushups
  13. Lee
  14. Friendship test
  15. Friendship
  16. Karate schnitzel
  17. Karate
  18. Rock your socks
  19. Drive-thru
  20. Double team
  21. City hall

Gesamtspielzeit: 49:30 min.

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