Rick Astley - Beautiful life

Rick Astley- Beautiful life

BMG
VÖ: 13.07.2018

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Das Leben danach

Es gibt definitiv Schlimmeres, als Rick Astley zu sein. Auf unglaubliche Erfolge in den Achtzigern folgten einige ruhige Jahrzehnte, die schließlich in eine Existenz als Meme mündeten. Zwar dürfte der Kontostand des Briten noch immer stattlich sein, sich bis in alle Ewigkeit auf ollen Kamellen auszuruhen, kann jedoch auch keine Lösung sein. Weshalb Astleys Comeback-Album "50" nur logisch war. Dass dieses von Kritik und Publikum wohlwollend aufgenommen wurde, dürfte den Sänger darin bestärkt haben, den Golfplatz ein weiteres Mal gegen das Tonstudio zu tauschen. Das eigene wohlgemerkt. Denn Astleys neues Album "Beautiful life" ist gänzlich in Eigenregie geschrieben und produziert worden, was hinsichtlich des früheren Daseins als Anziehpuppe der Herren Stock, Aitken und Waterman eine erfreuliche Randnotiz ist.

Rick Astley war aber schon immer weitaus talentierter, als es seine totgenudelten Evergreens nahelegen. Singen und die Hüfte schwingen kann er sowieso, doch auch als Songwriter hat der Engländer durchaus etwas auf dem Kasten. Aus diesem Grund ist "Beautiful life" auch von vorne bis hinten ein bekömmliches Album geworden. Zwar hört man praktisch jedem Song an, dass sein Urheber nicht unbedingt müsste, sondern nur macht, weil er es kann, aber mal ehrlich: Lieber ein gemütliches Album, das in sich selbst ruht, als eine peinliche Anbiederung an den Zeitgeist. Astley schreibt das, worauf er Lust hat. Und das ist meist unaufdringlicher, unspektakulär arrangierter Pop. Das Tempo variiert, die Grundstimmung bleibt jedoch konstant entspannt.

Es wäre nun einfach, boshaft von einem Hobbyprojekt eines abgehalfterten Ex-Stars zu sprechen. Einfach und falsch. Denn auch wenn kein Song deutlich herausragt, gibt es doch mehr Licht als Schatten auf "Beautiful life". Wenn schon Radiopop, dann bitte so. Songs wie "Try" zeigen nicht nur, dass der Mann formidabel bei Stimme ist, sondern auch ein Händchen für Ohrwürmer hat. Auch der mit Disco-Gitarren überraschende Titelsong und die elegante Ballade "I need the light" wissen zu gefallen. Die größte Veränderung zu "50" stellen sicherlich die prominenter zutage tretenden elektronischen Elemente dar. Diese sind zwar aus technischer Sicht alles andere als bahnbrechend, sie fügen sich aber charmant in den homogenen Gesamtsound ein.

Das größte Problem des Rick Astley im Jahre 2018 ist sicherlich das Dilemma, dass er mit seinen neuen Songs kaum noch neue Fans hinzugewinnen dürfte. Wer ihn vor 30 Jahren gut fand, freut sich sowieso über jedes Lebenszeichen des Künstlers. Und wer den Barden per Link kennengelernt hat, wird durch "Beautiful life" sicher nicht mehr zum Astley-Jünger bekehrt. Doch solange der Sänger das eigene Altern so würde- und humorvoll wie in "The good old days" thematisiert, ist alles gut. Astley weiß um seinen Status als merkwürdige Legende und handelt genau richtig: Keine Meisterwerke mehr, Geschichte wird gemacht, es geht voran.

(Christopher Sennfelder)

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Highlights

  • Beautiful life
  • Try
  • The good old days

Tracklist

  1. Beautiful life
  2. Chance to dance
  3. She makes me
  4. Shivers
  5. Last night on earth
  6. Every corner
  7. I need the light
  8. Better together
  9. Empty heart
  10. Rise up
  11. Try
  12. The good old days

Gesamtspielzeit: 42:35 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
D03deltrottel
2018-07-20 15:55:07 Uhr
More like Rick Arschtley am I right ladies?
hos
2018-07-18 16:17:06 Uhr
Hat James Comey ein neues Betätigungsfeld gefunden?
ähhhh
2018-07-18 12:44:39 Uhr
warum wird so ein mist hier rezensiert? hat der linder dafür kohle bekommen?!
Rick OKsack
2018-07-18 12:42:39 Uhr
"Das größte Problem des Rick Astley im Jahre 2018 ist sicherlich das Dilemma, dass er mit seinen neuen Songs kaum noch neue Fans hinzugewinnen dürfte."

Seit wann ist das ein Qualitätsmerkmal?
Blöde Formulierung.

Armin

Postings: 12576

Registriert seit 08.01.2012

2018-07-17 16:38:15 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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