Fireside - Get shot

Fireside- Get shot

Startracks / V2 / Zomba
VÖ: 28.04.2003

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Knapp daneben

Dieser Kristofer Åström ist schon ein seltsamer Kauz. Da schnieft er sich durch die Soloalben "Northern blues" und "Leaving songs", als ob nichts, aber auch gar nichts seine Traurigkeit besiegen könnte. Und jetzt geht er plötzlich mit den wiedervereinten Fireside derart in die Vollen, daß die Wände wackeln. Um Mißverständnisse zu vermeiden: "Get shot" hat wenig mit dem verspielten "Elite" zu tun, mit dem sich Fireside vor zweieinhalb Jahren vorübergehend abmeldeten. Und erst recht nicht ist es die Fortsetzung der beiden Åströmschen Solowerke. Sondern purer Rock.

Während man ihnen für "Elite" noch beinahe die schwedische Staatsbürgerschaft entzogen hätte, so untypisch verquer war das Album für ihr Land, besinnen sich Fireside für ihr sechstes Album wieder auf ihre Herkunft. Sie streifen sich "Scandinavian leather" über, hängen die Gitarre auf Halbmast und geben dem Verstärker die Sporen. Naja, beinahe. Denn "Get shot" wirkt irgendwie immer noch wie Schwedenrock light oder wie die Hellacopters mit angezogener Handbremse. So ganz kann ein Teilzeit-Softie wie Aström halt doch nicht aus seiner Haut. Deshalb hat er mit "I'm coming home" gar einen sechsminütiger Schmachtfetzen zwischen all die Adrenalin-Kicks geschmuggelt.

Den Großteil auf "Get shot" machen aber schnörkellose Rocksongs im knackigen Drei-Minuten-Format aus. Der Opener "All you had" würde auch bei den Queens Of The Stone Age bestens ins Repertoire passen. Und das merkwürdig betitelte "Backwards over Germany" rockt wie Motorpsycho in ihren straighteren Momenten. Wer ist schuld an all dem wiederentfachten Feuer? Vielleicht Produzent Kalle Gustafsson Jerneholm von The Soundtrack Of Our Lives? Vielleicht auch einfach nur Kristofer Åströms Kauzigkeit. Viel wichtiger aber: Wer ist schuld daran, daß der Funke eher selten überspringt und die meisten Songs den Hörer eher wohlwollend mitwippen lassen statt ihn zum Ausflippen zu bringen? Schwer zu sagen. "Get shot" von dieser Musik? Nein Jungs, das taugt allerhöchstens zum Streifschuß.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Backwards over Germany
  • Throw it away

Tracklist

  1. All you had
  2. Follow follow
  3. The betrayer
  4. Backwards over Germany
  5. Throw it away
  6. I'm coming home
  7. Problem (To you)
  8. All criminals are us
  9. Swinging Sid's chain around
  10. Player

Gesamtspielzeit: 39:10 min.

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