Dimmu Borgir - Eonian

Dimmu Borgir- Eonian

Nuclear Blast / Warner
VÖ: 04.05.2018

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Kathartischer Klangteppich

Nach langer Stille sind Dimmu Borgir wieder da. Fast acht Jahre hat es gedauert, bis der Nachfolger von "Abrahadabra" das Licht der Welt erblickt. "Eonian" ist das mittlerweile zehnte Album der Norweger und markiert das 25-jährige Bestehen der Band. Passend dazu beschäftigt es sich inhaltlich mit der Zeit und der Vergänglichkeit.

Auch wenn der Opener "The unveiling" unerwartet nach Industrial klingt, die Riffs sind ganz klar eine Hommage an die frühen Tage des Black Metal. Untermalt wird das Ganze von den altbekannten gothischen Chor- und Pianoklängen. Man hört deutlich, dass Dimmu Borgir sich wieder für die Zusammenarbeit mit einem echten Kammerchor, dem norwegischen Schola Cantorum, entschieden haben, den die Band schon für das Vorgängeralbum verpflichtet hatte. Die Atmosphäre des Songs ist subtil unheimlich, getragen von Chor, Orchester, Piano und den Growls von Shagrath.

Die ausgekoppelte Single "Interdimensional summit" nimmt dann deutlich mehr Fahrt auf, mit gehaltvolleren Riffs und Ohrwurm-Chorus. "Aetheric" klingt wieder mehr oldschool, ein wenig Black'n'Roll, nahezu Satyricon-Sound. "Council of wolves and snakes" knüpft an die unheimliche Atmosphäre des Openers an und überrascht mit einem Wechsel aus ruhigen Parts, schamanischen Gesängen und treibenden Gitarren. Im zweiten Teil des Albums werden die Songs komplexer und erinnern in ihrer Fülle an die "Progenies of the great apocalypse"-Ära. "The Empyrian Phoenix" liefert genau diese klassische Dimmu-Borgir-Atmosphäre, die in dem düsteren "Lightbringer" einen krassen Höhepunkt erreicht.

Bei "I am sovereign" und "Archaic correspondence" singt der Chor einen großen Teil der Lyrics, was Erinnerungen an Therion weckt und wunderbar mit den Vocals von Shagrath und Gerlioz, dem Orchester und den spielerischen Riffs harmonisiert. Aber auch hier schimmert der Oldschool-Black-Metal- und Industrial-Sound immer wieder durch. Ungewohnt ist auch der Wechsel aus cleanen Gesangsparts, Growls und Flüstern, was im Zusammenspiel mit den Lyrics auf jeden Fall für Gänsehautmomente sorgt. "Alpha Aeon Omega" erhebt sich noch einmal höhepunktartig zu symphonischer Größe, bevor das Instrumental "Rite of passage" den Hörer mit meditativen, poetischen Tönen aus diesem kathartischen Album entlässt.

Ganz im Sinne des Jubiläums zollt "Eonian" nicht nur der Vergangenheit der Band, sondern auch der Geschichte des Black Metal insgesamt Tribut. Trotzdem zeigt das Album auf beeindruckende Weise, wie sehr sich Dimmu Borgir in den letzten Jahren neu erfunden und die Genre-Grenzen des Black Metal künstlerisch ausgedehnt haben. "Eonian" ist ein intensives, vielschichtiges Hörerlebnis, das dem Genre viele neue Impulse gibt und auf wunderbar befriedigende Weise symphonische Größe mit altbekannter Black-Metal-Brutalität verbindet.

(Annette Bornfeld)

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Highlights

  • Council of wolves and snakes
  • Lightbringer

Tracklist

  1. The unveiling
  2. Interdimensional summit
  3. Aetheric
  4. Council of wolves and snakes
  5. The Empyrean Phoenix
  6. Lightbringer
  7. I am sovereign
  8. Archaic correspondence
  9. Alpha Aeon Omega
  10. Rite of passage

Gesamtspielzeit: 54:20 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Azaz
2018-05-14 15:28:11 Uhr
Die Neue klingt gar nicht so übel. 7/10
Niedrich Frietzsche
2018-05-14 13:57:41 Uhr
Hinfort mit euch, ungläubige!!!

ihr seid unfähig das neue Werk der Meister wertzuschätzen.
Es hat zwar 8 lange Jahre gedauert, doch Sie haben es geschafft ein neues Musikgenre zu erschaffen.

"Symphonic Black Fahrstuhlmusik"

und mit dem nächsten Album werden Sie es bestimmt schaffen bei Starlight Express oder beim Eurovision Song Contest aufzutreten

in den kommenden 8 Jahren werden hierfür die neuen Kostüme fertiggestellt

Marküs

Postings: 98

Registriert seit 08.02.2018

2018-05-12 09:19:01 Uhr
Enthrone darkness triumphant = Bombe und nach wie vor das beste Symphonic Black Metal Album aller Zeiten, danach kam leider nix mehr
Oh
2018-05-12 00:21:35 Uhr
...so leid es mir für die Rezensentin tut, das war genau der Gedanke, der mir beim lesen durch den Kopf ging.


In meiner CD-Sammlung findet sich neben andere dunkle Werke von Anathema, My Dying Bride, Agalloch oder Amenra auch Enthrone Darkness Triumphant, dabei bleibt es wohl auch. Dimmu Borgir waren auch schon damals leicht zu belächeln, und ernsthaft düster wie die oben genannten Bands waren sie nie, aber das Ganze war dermaßen opulent und spektakulär, dass es mich irgendwie gepackt hat. Die neue Platte ist natürlich auch bombastisch, ohne wirkliche Höhepunkte zu haben, zumindest empfinde ich das so.
contradictive
2018-05-11 22:56:57 Uhr
true oder untrue...
ein dimmu borgir album zu hören war mal eine Achterbahnfahrt der Emotionen.
Nihilismus, Angst, Depression, Gänsehaut, Wut, Raserei
von Album zu Album haben sie sich - trotz Besatzungswechsel - verbessert.
Ihren Höhepunkt haben sie mit Death Cult Armageddon erreicht

Authentisch wirken Silenoz und Shagrath mit ihren Songs schon lange nicht mehr.
Wenn man aktuelle Interviews liest, dann wirken Sie wie arrogante Vermögensverwalter

echt traurig

sie sollten sich vielleicht besser in Dimmu Boring umbenennen


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