The Sheepdogs - Changing colors

The Sheepdogs- Changing colors

Warner
VÖ: 27.04.2018

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 3/10

Was machst Du den ganzen Tag?

Wer kennt hier noch Otto Waalkes' Erzählung "Auf dem Lande"? Die Geschichte von dem Jungen, der in seiner Liebe zum Treckerfahren seine ganze Familie auslöscht? Southern Rock und die Witze des Ostfriesen haben dabei gar nicht so wenig gemeinsam: beides irgendwie stumpf, aber schon auch irgendwie gut. Hätte Kid Rock, der Hund, ihn nicht so dermaßen versaut, wäre "Sweet home Alabama" wohl immer noch einer der liebsten Sommer-Songs des Rezensenten. Kein Wunder, dass ihm daher auch "Changing colors" gefällt, das neue Album von The Sheepdogs.

Dicke Gitarren für die nächste Ausfahrt mit dem Traktor, immer der Sonne entgegen, sollen ja gut für die Männlichkeit sein. Passend dazu schießt "You got to be a man" im Viervierteltakt wundervoll laid back und augenzwinkernd zugleich aus der Hüfte. Ebenso deftig inszeniert und mit ausführlichem Gegniedel im Mittelteil präsentiert sich die Erstauskopplung "I've got a hole where my heart should be". Das ist so ein Titel, den man 50-mal hintereinander laufen lassen kann, der nicht langweilig wird und allenfalls alle drei Minuten für ein Aufjauchzen sorgt, wenn die Hammond-Orgel das Gitarren-Solo einleitet. Bluesiger wird's in "It ain't cool", das mit Piano und Trompetenteil das Warten auf die Holde ein wenig verkürzt. Prärie-Romantik kehrt in "Let it roll" ein, wenn die Chöre "You know I love you a lot" verkünden und die Slide-Gitarre ihren Part vortrefflich intoniert.

"Cool down" mit seinen psychedelischen Tasten hat den Sound von The Doors aufgesogen, das folgende "Kiss the brass ring" hingegen wandelt auf den Spuren Led Zeppelins, bleibt in seinen knapp zwei Minuten fast frei von Gesang und stellt nur am Ende noch mal die Titelzeile heraus. "Born a restless man" setzt sich mit dem Banjo ans Lagerfeuer, "Up in Canada" verschiebt die Wild-West-Atmosphäre in die Heimat von The Sheepdogs und "Saturday night" streift die Jeans-Weste für den anstehenden Saloon-Besuch über. So viel Breitbeinigkeit kann schnell mal in die Hose gehen, wäre sie an dieser Stelle nicht Teil eines Rollenspiels, das nichts weiter tut, als ein Lebensgefühl zu vermitteln, das in seiner Ursprünglichkeit gänzlich harmlos erscheint, dafür aber umso mehr Böcke macht, die Sonne zu genießen. Also: Zündschlüssel nach rechts drehen und lostuckern, aber bitte die Lieben dabei im Auge behalten.

(Pascal Bremmer)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • I've got a hole where my heart should be
  • You got to be a man
  • Cool down

Tracklist

  1. Nobody
  2. I've got a hole where my heart should be
  3. Saturday night
  4. Let it roll
  5. The big nowhere
  6. I ain't cool
  7. You got to be a man
  8. Cool down
  9. Kiss the brass ring
  10. Cherries jubilee
  11. I'm just waiting for my time
  12. Born a restless man
  13. The Bailieboro turnaround
  14. Up in Canada
  15. HMS Buffalo
  16. Esprit des corps
  17. Run baby run

Gesamtspielzeit: 49:42 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread
Dein Name:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Armin

Postings: 12601

Registriert seit 08.01.2012

2018-04-19 20:35:22 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum du diesen Post melden möchtest.

Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv

Threads im Plattentests.de-Forum