Primordial - Exile amongst the ruins
Metal Blade / Sony
VÖ: 30.03.2018
Unsere Bewertung: 8/10
Eure Ø-Bewertung: 8/10
Grün ohne Hoffnung
Brechen wir doch einmal mit den stilistischen Konventionen und nennen wir die Fakten mal direkt zu Beginn. Erstens: Alan Averill ist ein hochintelligenter Musiker. Für die Fraktion, die Metal-Fans angesichts der wohlfeilen Berichte aus Wacken, garniert mit Häschenkostümen und Neanderthalern weit nach dem Verlust der Muttersprache, immer noch einen Durchschnitts-IQ einer Scheibe Toastbrot unterstellen. Daraus folgt zweitens: Alan Averill ist ein Freigeist. Ein Freigeist, der sich früher im Black Metal austobte, der aber schon längst diese engen Grenzen gesprengt hat. Warum? Weil er's kann. Denn drittens versteht es Averill oder auch A.A. Nemtheanga, wie er sich im Kontext seiner Band Primordial nennt, seinen Intellekt und eine gewisse "Ich mach' mein Ding"-Attitüde nicht erst seit gestern so zu kanalisieren, dass die Alben der Iren eines nie sind: berechenbar.
Und genau deshalb brauchen Primordial genau eine Minute, um die Hörerschaft direkt und unwiderruflich in den Bann ihres neunten Studioalbums "Exile amongst the ruins" zu ziehen. Was dazu nötig ist? Im Grunde genommen nicht viel. Ein leise klimpernde Gitarrenmelodie reicht. Dazu läutet irgendwo da draußen eine Totenglocke. Bis der Bann gebrochen wird und "Nail their tongues" mit einem wunderbaren Riff eröffnet wird, ein Riff, was für Primordial so typisch ist. Doch halt - meinten wir eben nicht, Primordial seien nicht berechenbar? Exakt deshalb muss sich niemand wirklich wundern, dass diese epische Gitarrenwand plötzlich eingerissen wird. Von tiefen Growls und klirrenden Black-Metal-Klängen, die pure Verzweiflung vertonen. Grüne Insel? Schwarzes Loch.
Womit wir bei "To hell or the hangman" wären. Nicht nur, dass die Iren noch einmal aus der um sich greifenden Melancholie ausbrechen. Nein, "To hell or the hangman" ist ein veritabler Hit, als würden die irgendwie immer noch aktiven Fields Of The Nephilim fröhliche Urständ feiern und sich mit Killing Joke zu einem geradezu absurd eingängigen Düsterrocker zusammentun. Dann jedoch bricht in der Tat die Finsternis über das Album herein. Voller Melancholie schleppen sich "Where lie the gods" oder der Titeltrack dahin und bleiben dabei doch spannend, bei aller Sperrigkeit ergreifend. Das mag für manche zäh sein, andere wiederum fühlen sich, als hätten My Dying Bride einen Ausflug in den Extrem-Metal gewagt.
Ebenso extrem, nämlich extrem großartig, ist mittlerweile die Qualität im Songwriting, die Klasse beim Aufbau von Spannungsbögen. Überragend wird das bei "Upon our spiritual deathbed" deutlich, ein Song, der vermeintlich so eingängig ist. Bei dem man sich dann aber wundert, wo zur Hölle denn jetzt genau die Stelle war, an der das Stück erneut in schwarzmetallische Raserei eskalierte, so ansatzlos fügen sich die zahllosen Schichten zusammen. Die Eingängigkeit des überaus gelungenen Experiments "To hell or the hangman" bleibt also ein Trugschluss. Vordergründig macht dies "Exile amongst the ruins" zu einer schwierigen Platte, ruppig und unzugänglich. Aber genau diese schroffen Strukturen, diese akustische Ernüchterung, der jegliches positive Element abgeht, machen das Album so spannend. Denn all das zwingt zum Eintauchen, will man "Exile amongst the ruins" nicht als Ausfall abschreiben. Der Vorgänger "Where greater men have fallen" mag elegischer gewesen sein, doch die Sperrigkeit der Primordial des Jahres 2018 ist nicht minder faszinierend.
Highlights
- Nail their tongues
- To hell or the hangman
- Upon our spiritual deathbed
Tracklist
- Nail their tongues
- To hell or the hangman
- Where lie the gods
- Exile amongst the ruins
- Upon our spiritual deathbed
- Stolen years
- Sunken lungs
- Last call
Gesamtspielzeit: 65:43 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
User | Beitrag |
---|---|
Ordialprime |
2018-06-01 17:51:36 Uhr
"Ich habs gemeldet!" (Wann bekomme ich endlich mein Fleißsternchen von Nörtz?) |
hier auch |
2018-05-15 17:07:46 Uhr
selten immer den gleichen songaufbau gehört.das sit richtig abstossend. typische frauenmusik |
Märkus |
2018-05-14 21:21:21 Uhr
Primordial halt. :-) |
der gähner |
2018-05-14 21:19:26 Uhr
die sind nicht nur langweilig, even nervig auch. |
schnuppe |
2018-05-14 21:14:20 Uhr
wohl die langweiligste rockband ever |
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Referenzen
Twilight Of The Gods; Dread Sovereign; Mael Mórdha; Bathory; Celtic Frost; Tryptikon; Atlantean Kodex; While Heaven Wept; Sólstafir; Ereb Altor; Enslaved; Darkest Era; Cruachan; Skyclad; Sabbat; Kampfar; Moonsorrow; Bathory; Carpathian Forest; Negură Bunget; Winterfylleth; Vreid; Helrunar; Dordeduh; Thyrfing; Borknagar; Ensiferum; Wintersun; Insomnium; Emperor; Tribulation; Fields Of The Nephilim; A Forest Of Stars; Taake; Watain; Wolves In The Throne Room; Falkenbach; Katatonia; Ulver; Alcest
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