Lisa Stansfield - Deeper

Lisa Stansfield- Deeper

Ear / Edel
VÖ: 06.04.2018

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Knietief in der Disco

Was war passiert? Übermäßiger Schaumweingenuss? Ein deplatzierter Anfall von Leutseligkeit, gepaart mit derbem Humor? Oder wollte Lisa Stansfield einfach ausprobieren, ob sie in Talkshows ebenso ungehemmt dampfplaudern kann wie, sagen wir, Grace Jones? Einen vorteilhaften Eindruck hinterließ es jedenfalls nicht, als sie bei der BBC einen Tag nach dem Tod von Prince wenig pietätvolle Anekdoten über den Verblichenen zum Besten gab und die Moderatorin mit indiskreten Fragen löcherte. Den Jüngeren sollte man vorsichtshalber erklären, wer Stansfield überhaupt ist: Die Britin gilt seit Ende der achtziger respektive Anfang der neunziger Jahre dank Hits wie "All around the world" oder "This is the right time" als Ikone des Soul-Pop – und im Regelfall zudem als äußerst charmant. Vergessen wir also den ungelenken Auftritt zugunsten des Künstlerischen.

Schließlich ist "Deeper" bereits das achte Album der inzwischen 50-Jährigen. Und dass es kein sonderlich neues Fass aufmacht, liegt sicher auch daran, dass wie auf nahezu jeder von Stansfields Platten Ehemann Ian Devaney als Co-Songwriter und -Produzent ihrem nach wie vor bemerkenswert voluminösen Organ den Boden bereitet. Gediegene Popsongs und Balladen, funky Elektronik mit gymnastisch reingrätschenden Gitarrenschlägen, der eine oder andere Abstecher Richtung Northern Soul und Motown – alles da. Findet auch der Opener "Everything" und stellt ein trocken sprotzendes Dingsbums auf die Tanzfläche. Und sofern man sich an der relativen Käsigkeit von Handclaps und Keyboard-Bläsersätzen nicht stört, hat dieses Stück tatsächlich eine coole Note. Auch wenn sich zumindest eingangs auf "Deeper" seit 1989 nicht allzu viel verändert hat.

Was immerhin ein souveränerer Umgang mit dem eigenen Schaffen ist, als etwa dem Welterfolg von Adele hinterherzuhecheln und zwangsläufig gegen eine Sängerin den Kürzeren zu ziehen, die in einem Drittel Karriere circa fünf Mal so viele Platten verkauft hat. Doch zugegeben: Die opulent arrangierte Single "Billionaire" würde sich samt enttäuschter Gefühle neben "Set fire to the rain" nicht schlecht machen, nachdem der uninspirierte Soul-Standard "Twisted" dem Liebsten kurz vorher noch Treue bis zum Stumpfsinn schwor. Anders als "Love of my life", wo Stansfield auf der Suche nach ebendieser voll guter Hoffnung auf die Piste geht, aber lediglich in einer mit abgestandenem Listening-Funk beschallten Nachtbar landet, die schon bessere Tage gesehen hat. Menschen Liebe Tanzen Welt – in leicht abgewandelter Form nun auch auf der Insel erhältlich.

So ganz scheinen Stansfield und Devaney nebst Sozius Snowboy solch süßen Nichtigkeiten und leidlich soliden Stampfern wie "Never ever" allerdings nicht über den Weg zu trauen. Da hilft mitunter nur Wildern in den Achtzigern: Das bis auf den Gesang recht schwächliche "Desire" kann Michael Jacksons "Thriller"-Basslinie ebenso wenig verhehlen wie "Hercules" die zackigen Riffs aus George Michaels "Faith". Wenigstens letzteres Stück wächst zu einem unsanften Brocken heran, lässt Synthies röhren und den Groove infektiös poltern – und wirkt letztendlich auch überzeugender als das verstohlen mit Trap und Dubstep tricksende "Just can't help myself", das sich vergeblich auf die Höhe der Zeit zu hieven versucht. Schlimm ist zwar anders, richtig deep jedoch auch. Stansfields Stimme braucht bessere Songs – momentan steckt sie allenfalls knietief in der Disco.

(Thomas Pilgrim)

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Highlights

  • Everything
  • Hercules

Tracklist

  1. Everything
  2. Twisted
  3. Desire
  4. Billionaire
  5. Coming up for air
  6. Love of my life
  7. Never ever
  8. Hercules
  9. Hole in my heart
  10. Just can't help myself
  11. Deeper
  12. Butterflies
  13. Ghetto heaven

Gesamtspielzeit: 52:43 min.

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Armin

Postings: 13407

Registriert seit 08.01.2012

2018-04-05 21:12:23 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

Postings: 13407

Registriert seit 08.01.2012

2018-01-09 12:05:54 Uhr - Newsbeitrag
Lisa Stansfield

LISA STANSFIELD veröffentlicht neues Album „Deeper“ am 6. April.

Brandneuer Song „Everything“ jetzt erstmals zu hören.

Liebe Medienpartner,

endlich ist es soweit! Die Soul-Ikone Lisa Stansfield veröffentlicht ihr neues Album „Deeper” am 6. April bei earMUSIC und stellt heute ihren brandneuen Song „Everything“ vor. Mit seinem funky Groove, Soul und natürlich Lisas unvergleichlicher Stimme bietet „Everything“ einen aufregenden Vorgeschmack auf das neue Album. Der Song ist ab sofort als Instant Grat im Rahmen der Album-Preorder HIER erhältlich und kann HIER auf Spotify gestreamt werden.

https://open.spotify.com/album/1EWVR6agJpzTZTIUAEzpJb

Von Lisa und ihrem Songwriting-Partner Ian Devaney geschrieben, produziert von Ian & Mark „Snowboy” Cotgrove, mit Lisa in der Rolle des Executive Producers, ist „Deeper“ das achte Studioalbum der Soul-Ikone.

Die mehrfache Preisträgerin der BRIT, Ivor Novello und Silver Clef-Awards und Grammy-Nominierte sagt über das neue Album: „Dieses Album aufzunehmen war ein wunderbares Abenteuer. Ich glaube wirklich, dass wir etwas ganz Besonderes erschaffen haben und bin stolz, es in die große, weite Welt zu entlassen.“

Tracklisting „Deeper“:

1. Everything

2. Twisted

3. Desire

4. Billionaire

5. Coming Up For Air

6. Love Of My Life

7. Never Ever

8. Hercules

9. Hole In My Heart

10. Just Can't Help Myself

11. Deeper

12. Butterflies

13. Ghetto Heaven

Erste Einblicke aus dem Studio gibt Lisa in folgendem Video:



Im Frühjahr wird Lisa gemeinsam mit einer Band aus hochklassigen Musikern auf Europatour gehen und verspricht einen “richtigen Ausgeh-Abend! Die Gelegenheit, sich fallen zu lassen und den Alltag zu vergessen. Und natürlich: eine spaßige Show mit richtig guter Musik.“

06.04. Derngate – Northampton (UK)

07.04. G Live – Guildford (UK)

08.04. Pavilion Theatre – Bournemouth (UK)

10.04. Philharmonic – Liverpool (UK)

11.04. Queens Hall – Edinburgh (UK)

12.04. Sage – Gateshead (UK)

14.04. Baths Hall – Scunthorpe (UK)

15.04. Lowry – Salford (UK)

17.04. Symphony Hall – Birmingham (UK)

19.04. Barbican – York (UK)

20.04. Pavilion – Southend (UK)

21.04. Palladium – London (UK)

23.04. Trianon – Paris (FR)

24.04. Melkweg – Amsterdam (NL)

25.04. De Roma – Antwerp (BE)

27.04. Auditorium Cite des Congres – Nantes (FR)

28.04. Theatre Femina – Bordeaux (FR)

30.04. Kaufleuten – Zurich (CH)

01.05. Philharmonie – Munich (DE)

02.05 Ottakringer Brauerei – Vienna (AT)

04.05. Haus Auensee – Leipzig (DE)

05.05. Mehr!Theater – Hamburg (DE)

06.05. Friedrichstadtpalast – Berlin (DE)

08.05. Theaterhaus – Stuttgart (DE)

10.05. Alte Oper - W Festival – Frankfurt (DE)

11.05. Capitol Theater – Düsseldorf (DE)

13.05. Theater Am Aegi – Hannover (DE)

“…she never fails to fill the room with glitz, drama and bursting emotion.” Q Magazine

Lisa Stansfield ist eine der prägendsten Künstlerinnen des britischen Souls. Mit knapp 20 Millionen verkauften Alben weltweit, unzähligen Top 10-Hits wie „All Around The World“, „All Woman“, „The Real Thing“ und ihrer einzigartigen Stimme ist die Sängerin seit 1989 eine nicht mehr wegzudenkende Größe auf den Tanzflächen dieser Welt. Mit ihrem 7. Studioalbum „Seven“ erreichte Lisa Stansfield 2014 sowohl in ihrer Heimat Großbritannien als auch in Deutschland die Top 13 der Charts.

“Stansfield still knows the way to the heart of a memorable melody, and her distinctive pipes are in fine fettle” - Uncut

“Lisa still has the most distinctive and sensuous voice in soul pop” - The Times

www.lisa-stansfield.com

www.ear-music.net www.youtube.com/earMUSICofficial www.facebook.com/earMUSICofficial
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