The Neighbourhood - The Neighbourhood

The Neighbourhood- The Neighbourhood

Columbia / Sony
VÖ: 09.03.2018

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 2/10

Ist der Hype erst ruiniert

Wie tief kann eine Band sinken? Nun, wahrscheinlich wesentlich tiefer als The Neighbourhood, um die es aber auch schon deutlich besser stand: Nach der Veröffentlichung ihres Ohrwurmgarants "Sweater weather" kam nicht mehr viel auf gleichem Niveau hinterher. Von ihren einstiegen Vorgruppen The 1975 oder Imagine Dragons ist die Band aus Kalifornien längst kommerziell und besonders von ersterer qualitativ überholt worden. Ihr drittes Studioalbum "The Neighbourhood" erzählt nun musikalisch die Geschichte von Künstlern, die endlich wieder hip sein wollen.

Damit das irgendwann gelingt, setzt die Band auf verzerrten Gesang, überlappte Synthesizer-Melodien und Loops und so pauschal gesagt sicher nicht auf das schlechteste Pferd. Nur nützt auch das solideste Werkzeug wenig, wenn die Umsetzung viele Fragen aufwirft, statt spürbare Leidenschaft zu transportieren. Während Generation YouTube "Sweater weather" schon von oben bis unten durchgecovert hat und längst auf Musically seinen Idolen einfach per Lip-Sync-Choreografie Tribut zollt, statt selbst emotionale Versionen einzusingen, bewegen The Neighbourhood sich endgütltig weg von minimalistischen Indie-Gitarren-Spielereien.

Leider verlieren sie sich dabei so sehr, dass Songs wie "Revenge" und "Scary love" nicht mal einen melodischen Faden besitzen und mit Rhythmus experimentieren, ohne Spannung mit einzubringen. Teilweise durch Auto-Tune verzerrter Gesang und 80er-Vibes wie im Opener "Flowers" retten den Hörgenuss zumindest kurzweilig, werden aber schnell wieder von ungeschickten Brüchen und zu ambitionierten Pop-Melodien überholt. In "Blue" sollen dann Sprechgesang und eine gezupfte E-Gitarre aushelfen. Eine Vorhersehbarkeit, die nicht mal von einer Telenovela übertroffen werden könnte, rundet diese wilde Mischung ab.

In zwölf Songs wollen The Neighbourhood zu viel auf einmal und schaffen mit ihrem Versuch keine kurzlebige Musik, sondern eine, die nicht mal beim zweiten Durchgang Erinnerungen weckt. Nach einem Hit wieder die Kurve zu kriegen, kann ein schweres Unterfangen sein, doch alle Regeln des gesunden Musikverständnisses über Bord zu werfen, ist nicht die Lösung. An theoretischen Ideen mangelt es auf ihrem dritten Studioalbum nicht, beim vermeintlichen vierten sollten The Neighbourhood vielleicht nicht auch jede einzelne davon umsetzen.

(Lena Zschirpe)

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Highlights

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Tracklist

  1. Flowers
  2. Scary love
  3. Nervous
  4. Void
  5. Softcore
  6. Blue
  7. Sadderdaze
  8. Revenge
  9. You get me so high
  10. Reflections
  11. Too serious
  12. Stuck with me

Gesamtspielzeit: 42:55 min.

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Armin

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2018-04-05 21:11:49 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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