Hop Along - Bark your head off, dog

Hop Along- Bark your head off, dog

Saddle Creek / Cargo
VÖ: 06.04.2018

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Nicht jedermanns Sache?

Die nächste Kreischorgie aus dem Hause Hop Along? Bereits in den Rezensionen zu "Get disowned" aus dem Jahre 2013 und "Painted shut" von 2015 wurde ausführlich über Frances Quinlans impulsives Organ diskutiert, und im Gespräch über die Band aus der Indie-Rock-Hauptstadt Philadelphia hört man immer wieder das gleiche: Ist nicht jedermanns Sache, wie die Sängerin da über die Musik ihrer Mitstreiter berserkert. Jetzt aber kommt's: Auf dem neuen, dritten Album "Bark your head off, dog" des Vierers scheint Quinlan sich selbst eine kleine Verschnaufpause zu gönnen. Zumindest ist der Sound der Truppe nun runder. Fluch oder Segen? Beides.

Fluch, weil man Stimmexplosionen wie einst im Titeltrack des Debüts "Get disowned" durchaus vermissen kann, Segen aber, weil sich der Sound des Quartetts auf der neuen Platte dadurch durchaus geschärft präsentiert. So sind die Tracks nicht länger einzig und allein Quinlans sängerischer Laune unterworfen, sondern fügen sich auch einmal ohne zu murren in ein klassisches Indie-Rock-Songschema. "Somewhere a judge" könnte zum Beispiel mit seiner gepickten Gitarre auch absolut ein Modest-Mouse-Titel sein, genauso eigentlich "The fox in motion". Das sind Melodien, die man nicht mehr so schnell los wird. Gefällig zeigt sich auch "How simple", das Quinlan mit den Wirrungen ihres Herzens hadern lässt, aber zu einen angenehm einfachen Erkenntnis kommt: Es geht um die kleinen Dinge im Leben.

Mit Slide-Gitarre mäandert "Not Abel" durch die Prärie, Quinlan verharrt im Falsett, im Chorus steigert sich die Instrumentierung tumultartig, wilde Tasten halten Einzug. "One that suits me" begibt sich auf die Suche nach einem passenden Gegenstück und überzeugt insbesondere mit seinem klingelnden Gitarrenspiel und dem Breakbeat rund um die Kehrzeile. Mit fieser Violine sorgt "What the writer meant" für Furore, und "Look of love" steigert sich gen Ende mehrfach wunderbar, erinnert hier und da an "You're not as _____ as you think" von Sorority Noise. Auch keine so schlechte Referenz. "How you got your limp" mit seiner krummen Orgel und den wirren Geigen ist wohl der ruhigste Song der Platte, schafft aber mit seinen Pfeifsoli einen Ohrwurm mehr.

Hop Along schaffen mit ihrem dritten Schlag wieder ein sehr schönes Indie-Rock-Album, das hier und da vielleicht ein bisschen besser orchestriert wirkt, dafür aber hier und da im Sinne der Ausfeilung ein paar Federn in Sachen Verrücktheit lässt – geschadet hat es nicht, Hop Along machen alles richtig mit "Bark you head off, dog". Und vielleicht lassen sich in Zukunft auf diese Weise sogar noch ein paar mehr Menschen von den Songs der Truppe begeistern. Sie hätten es verdient.

(Pascal Bremmer)

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Highlights

  • How simple
  • Somewhere a judge
  • Not Abel
  • One that suits me

Tracklist

  1. How simple
  2. Somewhere a judge
  3. How you got your limp
  4. Not Abel
  5. The fox in motion
  6. One that suits me
  7. What the writer meant
  8. Look of love
  9. Prior things

Gesamtspielzeit: 40:12 min.

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Gordon Fraser

Postings: 1042

Registriert seit 14.06.2013

2018-04-19 18:44:06 Uhr
Kann auch gar nichts negatives an der Stimme finden. "How Simple" ist immer noch so gut!

saihttam

Postings: 1089

Registriert seit 15.06.2013

2018-04-17 23:39:19 Uhr
Es ist genau anders herum. Die Stimme hebt die schon so gute Musik noch mal auf ein höheres Level. Wobei sie doch auf diesem Album sogar recht verträglich ist, wie ich finde.
Leider
2018-04-17 18:42:33 Uhr
Macht die Stimme die Musik unhörbar.
Meine Meinung!!!

Armin

Postings: 12379

Registriert seit 08.01.2012

2018-04-17 17:34:05 Uhr - Newsbeitrag


HOP ALONG - BARK YOUR HEAD OFF, DOG
Neues Video zur Single "How Simple" erschienen.

Vor gut zwei Wochen haben die Indie-Rocker Hop Along aus Philadelphia ihr neues Album "Bark Your Head Dog, Off" auf Saddle Creek veröffentlicht, das laut CDstarts.de an die „Hochzeiten von Death Cab For Cutie“ erinnert und vom Musikexpress für seine „ganz großen Power-Pop- und Schepper-Momente“ gefeiert wurde. Die Lead-Single "How Simple" läuft in den USA auf Sendern wie Sirius XM, Sirius The Loft, WFUV, KCRW, KEXP und The Current auf Rotation und wurde zur Veröffentlichung von Pitchfork, NPR, Esquire, Vulture, VICE’s Noisey und Stereogum zum Track des Tages gekürt.

Hop Along veröffentlichen heute ein neues Video zur Lead-Single, das nicht nur das erste offizielle Musikvideo des Albums, sondern auch das allererste Video ist, in dem die Band selbst mitspielt. Die verspielte, und fröhliche Energie trifft auf die emotionale Tiefe des Songs, die den Zuschauer in die fantasievolle Welt entführt, die die Band ihrem neuen Album kreiert hat.

HOP ALONG - HOW SIMPLE (VIDEO):

Armin

Postings: 12379

Registriert seit 08.01.2012

2018-04-05 21:10:53 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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