Calum Scott - Only human

Calum Scott- Only human

Capitol / Universal
VÖ: 09.03.2018

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Der Hit-Dieb

Mit dem Cover eines sowieso schon beliebten Songs berühmt werden – ein scheinbar einfacher Weg, an einen Plattenvertrag zu kommen und einer, der schon oft genug geklappt hat. Bei Birdy zum Beispiel mit ihrer verkitschten Interpretation von Bon Ivers "Skinny love". Auch Calum Scott hat es auf diese Weise geschafft: 2015 belegte der Sänger bei der Castingshow "Britains got talent" den sechsten Platz und begeisterte noch während seiner Teilnahme mit dem emotionalen Cover von Robyns "Dancing on my own". Mittlerweile hat auch die schwedische Sängerin seine Variante offiziell für gut befunden und Scott bereits in mehreren Ländern mit der Single Platin abgesahnt.

Seine Version ist weitaus reduzierter und melancholischer, auch wenn es Robyn im Elektro-Gewand ebenso gelingt, den Herzschmerz zerreißend zu transportieren – von Kitsch wie bei Birdy fehlt jede Spur, obwohl auch Scott in einer Vielzahl US-Dramaserien durch den Hintergrund gerauscht ist. Ehrensache, dass seine bisher erfolgreichste Veröffentlichung auch auf seinem Debütalbum "Only human" einen Platz finden muss.

Was er mit "Dancing on my own" vorbildlich präsentiert hat, führt Scott hier nun fort: Auf knapp 50 Minuten reiht sich Schmachtballade an Schmachtballade, und fast jede von ihnen würde sich ebenso eignen, um die emotionale Weihnachtswerbung namhafter Kaufhäuser zu vertonen. Dass seine gefühlvollen Singles "You are the reason" und "What I miss most" rein musikalisch immer noch nah an seinem berühmten Cover sind, hat einen guten Grund: Scott entwickelte erst nach seinen Erfolgen bei "Britains got talent" Interesse für das eigenständige Songschreiben. Die Stücke drehen sich um persönliche Themen und behandeln unter anderem sein Coming-Out vor seinem Vater, damit verbundene Offenheit und schließlich auch Verletzlichkeit.

Wer überspitzte Romantik grundsätzlich ablehnt, kann jetzt beruhigt aufatmen: Scott mag in seinen Liebesliedern hin und wieder an die Grenzen des guten Geschmacks stoßen, mit der Würdelosigkeit einer Kuschelrock-Ausgabe haben sie aber nichts zu tun. Ehrliche Balladen schmeicheln ihm, doch gerade da, wo Scott einen Hit aus dem Hause Olly Murs erzwingen will, performt er leider am schwächsten: "Stop myself (Only human)", das von Human Leagues 80er-Klassiker "Human" zitiert, setzt auf Wiederholungen und einfältiges Chorgesäusel, doch bleibt nicht im Kopf hängen. Schuster, bleib zukünftig bitte bei Deinen Leisten, denn nur weil es ein Balladen-Album ist, fehlt es nicht an Abwechslung oder Charme.

(Lena Zschirpe)

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Highlights

  • Dancing on my own
  • Come back home

Tracklist

  1. If our love is wrong
  2. Give me something
  3. Rhythm inside
  4. You are the reason
  5. Come back home
  6. Stop myself (Only human)
  7. Dancing on my own
  8. Only you
  9. Won't let you down
  10. What I miss most
  11. Hotel room
  12. Good to you
  13. Not dark yet
  14. Dancing on my own (Tiesto Remix)
  15. You are the reason (feat. Leona Lewis)

Gesamtspielzeit: 49:57 min.

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Armin

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2018-03-08 22:08:20 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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