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Uncle Ho - Everything must be destroyed

Uncle Ho- Everything must be destroyed

Columbia / Sony
VÖ: 07.04.2003

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Jean Pütz empfiehlt

Herzlich willkommen zur Hobbythek "Musikbusiness". Nachdem wir in der letzten Sendung ja schon erklärt haben, wie man mit einfachen Hilfsmitteln aus einer Horde schlecht frisierter Schulabbrecher Superstars machen kann, möchten wir uns heute dem Thema "Rock" widmen. Wichtig für Rock - und wir reden hier vom echten, knallharten, Blut-Schweiß-und-Tränen-Rock - ist in erster Linie der Ursprung. Je kaputter, sozial schwächer und untergründiger, desto besser. Wuppertal ist da zum Beispiel schon mal richtig geil. Kennt ja jeder, diesen Brennpunkt voller Verbrechen im Schatten der Hochbahn (oder verwechsle ich das jetzt gerade mit Chicago?). Wuppertal ist jedenfalls schon mal richtig dufte.

Als nächstes brauchen wir einen richtig coolen, gefährlichen Namen. Wenn ein "The" drin vorkommt, garantiert das heutzutage gleich 10.000 verkaufte Einheiten mehr. Denken Sie daran, daß es dreckig und finster klingen muß. "Uncle Ho" ist da ein tolles Beispiel. Was assoziiert man schon mit Onkels? Irgendwas böses, richtig. Jetzt benötigen wir ein bißchen Credibility. Ein deutschlandweiter Nachwuchswettbewerb ist schon mal reichlich fett. Zur Not reicht aber auch, wenn wir nur oft genug erzählen, mal auf einer Bühne mit den Smashing Pumpkins (ich wußte doch, da war was mit Chicago) gestanden zu haben. Da bleiben schon genug Münder offen stehen, und einige Mädchen werden gar fragen, ob sie uns mal anfassen dürfen.

Nun nur noch das eine oder andere okaye Album veröffentlichen (nein, das muß niemand mitkriegen), und schon können wir uns dem widmen, was am Rock das wichtigste, größte und kompletteste ist. Kurz: Wir sind bereit für den Abgang. Nun kann sich nicht jeder einen Drogentod in einem abgehalfterten Hotel leisten, aber es gibt ja auch andere Möglichkeiten. Gern genommen wird zum Beispiel das Komplettpaket "Kommerzialisierung / Entfernung von alten Idealen". Das ist was ganz neues, radikales. Album und Tour aber bitte erst im Windschatten dieser medienwirksamen Entscheidung raushauen, damit auch jeder begreift, daß es das bald gewesen sein wird. "Last chance to see" macht sich immer gut als Aufkleber auf der CD-Hülle und auf Tourplakaten. Dazu dann noch ein ausgestiegenes Bandmitglied kurz vor Tourauftakt. Das bringt einen sogar in die Klatchspalten der Zeitungen, die vorher nicht mal wußten, was Rock überhaupt ist. Bei einem riesigen Konzert in der Heimatstadt wird die Band dann der Vergangenheit überantwortet. Und ein paar Tränen werden wohl auch noch drin sein, oder?

Ach so, klingen soll das Abschlußwerk natürlich auch noch. Das ist zwar im Zuge der ganzen PR-Kampagne eher zweitrangig, aber es gibt ja immer ein paar Freunde unserer Sendung, die sich gern zusätzlich Mühe machen. Da lautet der immer wieder gern gehörte Tip, einfach mal die aktuelle Musikszene zu beobachten und sich da zu bedienen. Grunge soll schon wieder out, Emo und beschwingter Brit-Pop dagegen zur Zeit der Renner sein, haben mir meine Kinder berichtet, vielleicht ist das ja eine Anregung. Oder auch nicht. Ansonsten ruhig auch mal was total Abgedrehtes reinpacken; es ist ja eh das letzte Album, und wir sind ja offiziell vom Kommerz angekotzt.

Wenn Sie alle Tips der heutigen Sendung noch mal nachlesen wollen, schicken Sie uns einfach einen frankierten, an sich selbst adressierten Briefumschlag. Wir senden Ihnen dann Uncle Hos "Everything must be destroyed" gerne zu.

(Lukas Heinser)

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Highlights

  • Open weave

Tracklist

  1. International klein blue 75
  2. All must be destroyed
  3. Euphoria
  4. Forever for ever
  5. Talk to the dead
  6. Open weave
  7. Single
  8. Substance
  9. There are too many songs already
  10. Greven
  11. Kill the man you love
  12. Coming round
  13. Ready for love
  14. Heckinghausen
  15. Repeat
  16. Reprise

Gesamtspielzeit: 55:39 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Lukas
2003-07-24 21:44:23 Uhr
Das wahrscheinlich letzte Album von Uncle Ho...

"Wahrscheinlich"?!? So heftig, wie die darauf rumgeritten sind, wäre ein evtl. Weitermachen ja nur noch peinlicher...
Honeycomb
2003-07-24 21:08:37 Uhr
Das wahrscheinlich letzte Album von Uncle Ho...Es komtm zwar nicht an dem vorhergehenden Album "Small is beautiful" ran aber ist trotzdem gut zu hören...schade, dass sich so eine Band auflöst....
Einstein
2003-05-04 17:42:40 Uhr
ich glaub nicht, dass die jungs am ende des jahres aufhören würden, wenn ihnen die kohle so wichtig wäre. schliesslich werden sie ja noch mal einigermassen publicity bekommen (z.b. wegen dem "anatomie 2" Soundtrack) und wohl auch dementsprechende verkaufszahlen haben. ich würds ihnen jedenfalls gönnen!

und zum thema major-label haben sie sich ja auch hinreichend geäussert (siehe hp -www.uncleho.net)

die rezi finde ich total daneben. :-p
Uncle Ho rockt!
Ben
2003-05-02 16:29:46 Uhr
"Ich weiß gar nicht, wie man ausgerechnet im Zusammenhang mit Uncle Ho, so dermaßen den mahnenden Kommerz-Finger heben kann. Wer die nur ein *bisschen* kennt, weiß, dass das hanebüchen ist."

Wenn man Uncle Ho seit "Tilt" verfolgt hat, kommt die Frage auf, warum vom zweiten zum dritten Album eine musikalische Wende in Richtung "Bubble-Gum-Punk" und allerhand diffusem Kram erfolgt ist. Jedenfalls war das der Zeitpunkt, wo Columbia ins Spiel kam.
Als alter Wuppertaler Uncle Ho Fan bin ich von dieser Entwicklung auf jeden Fall enttäuscht.
Klar wollen die Jungs Platten verkaufen, wer will das nicht. Die Frage ist, was man als Musiker für wichtiger hält: Musik machen, hinter der man stehen kann oder in erster Linie Platten verkaufen. Letzteres macht auch Dieter Bohlen.

Die Rezi fand ich allerdings auch ein bißchen an den Haaren herbeigezogen, wenn auch nicht jeder Punkt von der Hand zu weisen ist...
Gringo
2003-05-02 14:00:47 Uhr
"Esprit" ja..!
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