PeterLicht - Stratosphärenlieder

PeterLicht- Stratosphärenlieder

Modul / BMG
VÖ: 22.04.2003

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Die Rache der Brüllaffen

Kaum traut sich die Sonne mal wieder auf bundesdeutsche Himmel, hat das Sonnendeck auch schon geöffnet. Meinrad Jungblut AKA PeterLicht ist zurück und läßt wieder seinen Bürodrehstuhl fliegen. Und dieses Mal geht's gleich ganz hoch hinaus. "Stratosphärenlieder" will uns der Wahlkölner singen. War der Erstling "14 Lieder" noch meist recht zerfahren und trotzdem (oder gerade deswegen) faszinierend, entdeckt PeterLicht diesmal die Kunst des Songschreibens für sich. Statt weiterer transsylvanischer Verwandtschaft wartet nun extremes Liedermaching.

Gleich im Opener schrammelt die Gitarre zu einem fröhlichen Flöten, während man sich beim Belauschen sanfter Verse erwischt. Über den Wolken schwebend, leicht melancholisch und fast gar nicht versponnen. Auch wenn sich im "Morenlied" sinnfreie Geschichten über Nahverkehr und Schlafmützen bei Schlagern Blumfeldscher Herkunft bedienen oder die getupfte Elektronik von "Antilope eins" einen munteren Singsang umspielt, wundert man sich über die neue Eingängigkeit. "Das verbotene Wort heißt Herbst", säuselt PeterLicht dazu. Kein Wunder. Das hier klingt nach Frühsommer.

Und als man fast nicht mehr damit rechnet, hält der abseitige LoFi-Humor wieder Einzug in die "Stratosphärenlieder". Der mit heißer Nadel zusammengenähte Kirmestechno von "Bisnipipeul" verheddert Geschäftsleute im herrlichsten Pseudoenglisch zu völlig beknackten Stümper-Loops. Daß auch "Die Geschichte vom Sommer", in der Skateboards gezeugt und Augäpfel gepierct werden, nicht mehr alle Cocktailgläser im Schrank hat, wirkt da schon fast vorhersehbar.

Als das absolute Highlight eines Albums, das sich zwischen behutsamen Songs und durchgeknallten Kichererbsen nie ganz entscheiden kann, entpuppt sich jedoch die Vorabsingle "Safarinachmittag". Da darf sogar der gute Johann Sebastian Bach ein paar Streicher spendieren - und sich gleich schon mal zur Sicherheit das Zwerchfell halten. "Irgendwann begannen wir zu lachen / Das ging auf Kosten unserer Rachen / Und da das Lachen immer lauter wurde / Bekamen wir davon Gehirnerschütterung", spinnt PeterLicht los. Später gibt er auch noch einem Archeopteryx gute Ratschläge: "Insgesamt bleibt festzustellen / Aussterben ist langweilig / Sowas, das macht man nicht." Endlich mal wieder deutsches Liedgut, dem man sich vollinhaltlich anschließen kann.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Stratosphärenlieder
  • Antilopen eins
  • Safarinachmittag
  • Zonen

Tracklist

  1. Stratosphärenlieder
  2. Antilopen eins
  3. Abfliegen
  4. Bisnipipeul
  5. Safarinachmittag
  6. Morenlied
  7. Zonen
  8. Ader
  9. Blaues Blau
  10. Die Geschichte vom Sommer
  11. Klappergrasmücke
  12. Antilopen zwei

Gesamtspielzeit: 49:05 min.

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