Cosby - Milestone

Cosby- Milestone

Just Push Play / Cargo
VÖ: 16.02.2018

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Bleib doch

Wer sich längst sicher war, dass bald vorerst wieder Schluss mit Synthie-Soundkulissen sein könnte: weit gefehlt. Nicht nur, dass Chvrches sich vor kurzem mit einem neuen, immer noch ihrem Lieblingsspielzeug treuen Song präsentierten, auch Cosby setzen bei ihrem zweiten Album "Milestone“ wieder auf das wundersame Instrument.

Was dem Quartett aus München schon bei seinem Debüt "As fast as we can" gelungen ist, setzt es hier nicht nur dynamisch fort, sondern traut sich auch, in andere Emotionen einzutauchen: Schon der Opener "Hurt myself" schlägt sentimentale Töne an. Der kraftvolle Gesang von Marie Kobylka schlägt selber Wellen und wird nur von einer Gitarre begleitet, um sich zum Schluss in einem lauten Klang-Meer zu verlieren. Wie hier sorgen dynamische Bässe, pointierter Gesang und oft aufbauschend arrangierte Sounds auf "Milestone" für grundsätzliche Intimität, geschichtete und gleichzeitig minimalistische Synthie-Arrangements verdichten die Virtuosität von Cosby.

Bei "Close" oder dem betont-kühlen "Dust" treffen diese Elemente aufeinander, die Songs sind schon für sich als Kunstwerke zu betrachten, als Alternativprogramm zu eingängigeren Stücken wie "Get up" und dem Titelsong "Milestone" klingen sie aber umso eindrucksvoller. Eben nicht jede Art von Indiepop ist für die jahrelange Zerschredderung auf den Tanzflächen geeignet, und wenn dieser Anspruch wie hier in den Hintergrund rückt, kann es noch wesentlich interessanter werden.

Das gewollt tanzbare "Sunlight" und das Lenka-artige "We are" hätte es deswegen gar nicht gebraucht, gelingt es der Band aus München doch auch sehr schön ohne sie, die Vielfalt von Synthiepop aufzuzeigen. Die hitverdächtige Leichtigkeit von Chvrches trifft hier auf skandinavischen Sound, wie im von Klavier begleiteten Schlusslied "Greyblue". Wenn es nach Cosby geht, wird der Synthesizer wohl noch einige Zeit präsent bleiben. Aber nach "Milestone" wollen wohl sowieso die wenigsten den Sound missen.

(Lena Zschirpe)

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Highlights

  • Get up
  • Close
  • Greyblue

Tracklist

  1. Hurt myself
  2. Milestone
  3. Get up
  4. Dust
  5. Falling apart
  6. Higher
  7. Sunlight
  8. We are
  9. Close
  10. Echo
  11. Greyblue

Gesamtspielzeit: 42:45 min.

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Armin

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Registriert seit 08.01.2012

2018-02-23 20:38:59 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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