Wild Beasts - Last night all my dreams came true

Wild Beasts- Last night all my dreams came true

Domino / GoodToGo
VÖ: 16.02.2018

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Zukünftig nur Past Tense

Da wird nicht lange um den heißen Brei geredet: "Wild Beasts are coming to an end." Zack, bumm, vorbei. Wobei: nicht ganz. Als der britische Vierer am 25. September 2017 überraschenderweise sein bevorstehendes Ende verkündete – nur etwas mehr als ein Jahr nach Veröffentlichung von "Boy king" –, war der wirkliche Abschied noch nicht abzusehen. Satte 144 Tage später erscheint mit "Last night all my dreams came true" nun das (vorerst) letzte Werk von Wild Beasts. Ein neues Album ist es nicht, stattdessen aber eine Sammlung mit Lieblingssongs aus über eineinhalb gemeinsamen Jahrzehnten, live aufgenommen in den RAK-Studios. Eine Frage bleibt beim Hören dieses Schwanengesangs allerdings von Anfang bis Ende unbeantwortet im Raum stehen: Wie kann man sich trennen, wenn man doch offenbar so gut zusammenpasst?

Schon der Start in diese Compilation gelingt geradezu vorzüglich, dem Opener "Wanderlust" vom fantastischen 2014er-Album "Present tense" sei Dank, dessen berüchtigte Zeile "Don't confuse me with someone who gives a fuck" auch mit ein paar Jährchen auf dem Buckel nichts an Charme eingebüßt hat. Überhaupt erstaunt es durchaus, wie gut Wild Beasts und ihre Stücke gealtert sind – allen voran das 2009er-Album "Two dancers", vom dem hier gleich mehrere Highlights stammen: Da wäre etwa das atmosphärische "This is our lot", das nicht mal zehn Jahre nach Erscheinen derart frisch und packend tönt, dass der Abschied von Wild Beasts nur umso trauriger stimmt. Ebenso überzeugen "All the king's men" und auch "Hooting & howling" nach wie vor mit ihrer unwiderstehlichen Tanzbarkeit.

Dass man von dieser Band ab sofort nur noch in der Vergangenheitsform sprechen soll, scheint angesichts der überaus hohen Hitdichte wie ein schlechter Scherz. Vom düster-elektrifizierten "Alpha female" über den locker-flockigen Achtzigerjahre-Pop-Traum auf rosa Wolken in Form von "Bed of nails" bis hin zum zwischen Verführung und Hysterie schwankenden "Get my bang" sind sie hier tatsächlich alle vorhanden, die versprochenen Lieblingssongs. Und ein kleines Geschenk gibt es mit "The devil's palace" auch noch, das zwar ebenfalls nicht so richtig neu ist, aber spannenderweise die beiden bereits bekannten Stücke "The devil's crayon" und "Palaces", also etwas Altes und Neues, miteinander vereint. Einer der schönsten und wehmütigsten Momente lässt dann doch bis zum unausweichlichen Ende auf sich warten: Dann nämlich, wenn in den letzten Sekunden des hysterischen Dance-Punks "Celestial creatures" auch der letzte Absatz dieses Abschiedsbriefs erreicht ist und die Beziehung zwischen Wild Beasts und ihrer Hörerschaft nur noch aus Erinnerungen besteht. "These are blessed times that we're living in / Down here on Earth / All is forgiven." Zack, bumm, vorbei. Jetzt leider doch.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • 2BU
  • Hooting & howling
  • This is our lot
  • All the king's men

Tracklist

  1. Wanderlust
  2. Big cat
  3. A simple beautiful truth
  4. 2BU
  5. Bed of nails
  6. Hooting & howling
  7. This is our lot
  8. He the colossus
  9. The devil's palace
  10. Alpha female
  11. Get my bang
  12. All the king's men
  13. Celestial creatures

Gesamtspielzeit: 52:37 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Flo
2018-02-19 13:21:02 Uhr
Hat das jemand schon auf Vinyl gehört und ebenfalls den schlechten Mix (dir Vocals klingen furchtbar!) bemerkt? Liegt es an der Vinyl-Produktion oder wurde das Ganze tatsächlich schlecht abgemischt?

Sick

Postings: 80

Registriert seit 14.06.2013

2018-02-19 00:01:00 Uhr
Tja, das brauch ich nun wirklich nicht. Ein Album mit live eingespielten Songs von den 5 Alben. Ein richtiges Live-Album wär da vielleicht interessanter gewesen...

Stephan

Postings: 761

Registriert seit 11.06.2013

2018-02-15 21:27:50 Uhr - Newsbeitrag
Die Rezension ist online - und zwar hier.
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