Godsmack - Faceless

Godsmack- Faceless

Motor / Universal
VÖ: 14.04.2003

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Meine Fresse

"Faceless", gesichtslos. Ist natürlich geflunkert, dieser Albumtitel. Wiedererkennungswert haben die Jungs ja schon. Gerade der Gesichtsmetall sammelnde, Tattoo strotzende Prollrocker-Prototyp und Sänger Sully Erna ist eindeutig unverkennbar, optisch wie aber auch akustisch. Unter Führung dieses Derwisches, der wie eine Mischung aus James Hetfield vor und dem seligen Layne Stayley (R.I.P.!) nach einer Entziehungskur klingt, überzeugen Godsmack auf der Bühne meistens durch eine kernige Performance. Auf Konserve macht das jedoch leiderdingens etwas weniger Spaß.

Die raue und erdige Soundlawine, angetrieben vom neuen Motor Shannon Larkin (Ex-Amen, Ex-Ugly Kid Joe) am Schlagzeug, räumt zwar auch auf dem dritten Album mächtig was nieder. Zurück bleibt aber eben der Natur einer Lawine entsprechend ziemlich viel Ödland. Zu schematisch sind Song wie Album aufgebaut, zu eindimensional tönt Sully Ernas Röhre auf die Dauer. Daran kann auch der sphärisch-tribaleske Abschlußsong "Serenity" nicht mehr allzu viel ändern, noch dazu da dieser Track in die exakt gleiche Kerbe schlägt wie "Voodoo" vom Debüt-Album. Das Engagement von Produzenten-Eminenz David Bottril (King Crimson, Tool) konnte ebenso wenig dazu beitragen ein bisschen mehr Schwung und Abwechslung in den Gotteshappen zu pumpen. Mehrmaliges Hören mag dann in solchen Fällen gelegentlich gewisse Gewöhnungs- und Abstumpfungsprozesse anstoßen, doch das verlangt hier recht viel Langmut.

Zu den leider raren Highlights zählen die Auskopplung "Straight out of line" und das schon vom Soundtrack des Sandalen-Streifens "Scorpion King" bekannte "I stand alone". Dem entgegen stehen Songs wie das stupide hämmernde "I fucking hate you". Aber nichtsdestotrotz reicht dieses recht mittelprächtige Werk aus Godsmacks Stellung als gutes Gewissen der NewRock-Schwemme zu verteidigen, da weiterhin straight, ehrlich und hochgradig mit Schwermetall belastet losgerockt wird. Nur eine frische Frühlingsbrise vermag einem "Faceless" nicht ins Gesicht zu fächeln.

(Peter Schiffmann)

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Highlights

  • Straight out of line
  • I stand alone

Tracklist

  1. Straight out of line
  2. Faceless
  3. Changes
  4. Make me believe
  5. I stand alone
  6. Re-align
  7. I fucking hate you
  8. Releasing the deamons
  9. Dead and broken
  10. I am
  11. The awakening
  12. Serenity

Gesamtspielzeit: 47:19 min.

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