Børns - Blue Madonna

Børns- Blue Madonna

Interscope / Universal
VÖ: 26.01.2018

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

...?

Entschuldigt bitte, lieber "Guardian", aber Ihr habt im Falle von Børns einfach die passendste Headline gefunden, sodass wir diese einfach kurz klauen müssen: "The best is surely yet to come", titeln die Briten über ihrer Kritik zu "Blue Madonna", und als ob das nicht eigentlich schon spöttisch oder mindestens zaunpfahlwinkend genug wäre, verpassen sie jener Überschrift auch noch drei herrlich eindeutig-zweideutige Auslassungspunkte. Immerhin: 3 von 5 Sternen gab es für das Album dennoch. Dass Garrett Borns alias Børns auch auf dem Nachfolger seines 2016 veröffentlichten Debüts "Dopamine" zwar ein paar durchaus hübsche, aber bisweilen auch recht belanglose Pop-Nummern präsentiert, kann man eigentlich nur so kommentieren: Das Beste ist das nicht. Noch nicht.

Obgleich es Borns ohne Weiteres zuzutrauen wäre, dass er in naher Zukunft noch ein kleines Pop-Meisterwerk schafft. Der 25-Jähige hat ein Händchen für verführerisch in Gehör und Beine gehende Melodien und zweifellos ein paar tolle Ideen – mit der Umsetzung dieser hapert es eben an so mancher Stelle noch. Der Opener "God save our young blood" etwa ist zwar ein ganz netter, ganz hübscher, vollkommen harmloser Einstieg, der die radiohörende Masse befriedigen, aber trotz mehrfacher Wiederholung seines eigenen Titels im Refrain nach Ablauf der nicht ganz viereinhalb Minuten in Vergessenheit geraten wird. Überhaupt empfiehlt sich, nicht allzu genau hinzuhören, was Borns lyrisch da so von sich gibt: "Mysterious universe / I know you're unrehearsed / But I see the light in your hands / You're the man with the plan", verwirrt zum Beispiel "Faded heart" mit viel Pomp und wenig Nährwert. Das basslastige "Sweet dreams" mit leichten Funk-Anleihen ist da ungleich spannender, gewinnt im psychedelisch angehauchten Refrain sogar noch an Sympathiepunkten und überzeugt am Schluss genau dadurch, dass es sich nicht übernimmt, sondern die Melodie gekonnt ausklingen lässt.

Weniger ist manchmal eben mehr. "Iceberg" startet so kühl, wie der Name vermuten lässt, Borns' Falsettgesang trägt seinen ganz eigenen Teil zur geradezu klinisch reinen Eis-Atmosphäre bei und der durchaus als experimentell durchgehende Ausbruch ab der zweiten Hälfte ist eine erfreuliche Überraschung. Währenddessen bewegt das beschwingte "Supernatual" seinen Hintern auf die Tanzfläche, steht sich letzten Endes aber stellenweise selbst im Weg und gerät hier und da ins Stolpern. Da das Genre Pop gerade in den letzten Jahren eine Art zweiten Frühling erlebt hat und von Innovation und Kreativität seitens der Künstler nur so strotzt, fällt umso mehr auf, wie schmal der Grat zur Belanglosigkeit wirklich ist. Borns ist davon zum Glück weit entfernt, muss aber mehr liefern als etwa die gefühlt schon elf Mal gehörte Liebeskummer-Ballade "I don't want u back". Dass er es kann, zeigt auf "Blue Madonna" etwa das leider nur eineinhalbminütige Interlude "Tension", das mit einer angenehmen Verspieltheit aufwartet, oder auch der wirklich schöne Hippie-eske Abschlusstrack "Bye-bye darling", der zudem die Erfahrung mit dem Album bestens zusammenzufassen scheint: "In the end it all feels like a dream / Someday we'll find out what it means." Ganz sicher: Borns hat uns sein Bestes noch nicht offenbart. Und das ist doch allemal ein Grund zur (Vor-)Freude.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Sweet dreams
  • Tension (Interlude)
  • Bye-bye darling

Tracklist

  1. God save our young blood
  2. Faded heart
  3. Sweet dreams
  4. We don't care
  5. man
  6. Iceberg
  7. Second night of summer
  8. I don't want u back
  9. Tension (Interlude)
  10. Supernatural)
  11. Blue Madonna
  12. Bye-bye darling

Gesamtspielzeit: 42:05 min.

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musie

Postings: 2202

Registriert seit 14.06.2013

2018-01-26 08:36:07 Uhr
Komplett enttäuschend, dieses Album. Gehört und weggelegt. Dabei war das letzte so gut.

Armin

Postings: 12379

Registriert seit 08.01.2012

2018-01-25 21:20:11 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

Postings: 12379

Registriert seit 08.01.2012

2018-01-23 19:11:04 Uhr - Newsbeitrag

BØRNS | 23.05. - 25.05.2018

Mit 21 Jahren zog Garrett Clark Borns aka BØRNS nach L.A. und lernte dort schon bald durch einen Freund den Produzenten Tommy English kennen, mit dem er an seiner erste EP „Candy“ arbeitete. Der Song „Electric Love“, den Taylor Swift als „instant classic“ bezeichnete, machte ihn schlagartig weltbekannt, weshalb er kurze Zeit später auf den größten Festivals der Welt, wie dem Coachella und dem Lollapalooza, zu sehen war. BØRNS sehnt sich aber am meisten nach dem, was er nicht haben kann: Erwartung, Fantasie, Sehnsucht - diese Gefühle der Begierde sind in mancher Hinsicht wertvoller als jede Trophäe. Aber es ist nicht so, als hätten wir in solchen Dingen eine Wahl; Liebe ist alles nur Chemie.








Präsentiert wird die Tour von START, kulturnews, MusikBlog.de, The-Pick.de

23.05.2018 Berlin - Festsaal Kreuzberg
25.05.2018 Hamburg - Uebel & Gefährlich

Armin

Postings: 12379

Registriert seit 08.01.2012

2017-12-15 17:45:10 Uhr - Newsbeitrag
“Some of the most heartfelt electronic-based music in recent memory” –Associated Press



"We were just listening to 'Electric Love.' I like that you can't tell what it's inspired by." –PRINCE



“[BØRNS] writes brilliant pop songs that worm their way into your heart in an instant.” –SPIN



“An instant classic” –TAYLOR SWIFT über “Electric Love”



::: BØRNS – neues Album „Blue Madonna“ erscheint am 12.01.2018 / neuer Song veröffentlicht :::



Liebe Kolleginnen und Kollegen,



nachdem ich Euch letzte Woche schon mit einem kleinen „Teaser“ versorgt habe, freue ich mich, das zweite Album von BØRNS nun endlich auch offiziell ankündigen zu dürfen: „Blue Madonna“ erscheint am 12.01.2018.

Nach der ersten Single „Faded Heart“ und dem Song „Sweet Dreams“ veröffentlichte BØRNS heute einen weiteren Song aus dem Album, „I Don’t Want U Back“:



BØRNS – „I Don’t Want U Back“





Obwohl “Blue Madonna” ausladend orchestriert ist, satte Beats und sonnige Harmonien ebenso vereint wie Glam-Rock, Doo-Wop, Proto Punk, Synthie-Pop und mit ungewöhnlichen Instrumenten wie zum Beispiel einem Theremin und einem Omnichord aufwartet, hört man unverkennbar, dass es aus der Feder von Garrett Borns stammt.



Während der Arbeit hat sich BØRNS von den unterschiedlichsten Klangquellen inspirieren lassen: Mal nahm er in der Nähe seines Elternhauses am Lake Michigan die Geräusche nachaktiver Tiere auf, dann wieder waren es Radio-Pop aus den 60ern, Brian Wilsons „teenage symphonies to God“ oder die Mariachi-Musik seiner ehemaligen Hood in L.A., die ihn beeinflussten. Diese bedingungslose Experimentierfreude war es auch, die Prince auf BØRNS aufmerksam machte. In einem seiner letzten Interviews sagte er über „Electric Love“ aus dessen erstem Album „Dopamine“: „Ich mag daran, dass man gar nicht mehr sagen kann, was den Song eigentlich inspiriert hat.“



Der Albumtitel „Blue Madonna“ verweist auf die blaue Madonnenfigur: „Die Idee einer blauen Madonnenfigur steht für mich für Unschuld, Reinheit, Unberührtheit – aber eben auch für etwas Trauriges. Das ist wohl auch eines der zentrales Themen dieses Albums: Der Versuch, sich diese Unschuld irgendwie zu bewahren.“

Armin

Postings: 12379

Registriert seit 08.01.2012

2017-12-08 18:21:10 Uhr - Newsbeitrag
Kommt schon am 12.1.
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