Starcrawler - Starcrawler

Starcrawler- Starcrawler

Rough Trade / Beggars / Indigo
VÖ: 19.01.2018

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Wann sind wir?

"Starcrawler are so fucking insanely good. Soon they will rule this galaxy." Genau das sagt niemand Geringerer als Ryan Adams über Starcrawler. Schon möglich, dass er das so erzählen muss, weil er das Debüt der Band schließlich auch produziert hat, ganz von der Hand zu weisen ist die Aussage aber trotzdem nicht. Doch der Reihe nach. Starcrawler, das sind im Wesentlichen vier fast noch Halbwüchsige aus Los Angeles, die eine ganze Menge Bock auf Rock'n'roll haben, den eigenen Sound irgendwo im weiten Feld zwischen den frühen Yeah Yeah Yeahs und Ozzy Osbourne verorten und schon Namen wie Dave Grohl und Elton John zu ihren Fans zählen dürfen, bevor sie überhaupt ein richtiges Album veröffentlicht haben.

Ganz schön viel Staub also, der da allerorts aufgewirbelt wird. Fragt sich nur, für was eigentlich genau? Die Band um Sängerin Arrow De Wilde ist eine Antwort schuldig und mehr als bereit, diese zu liefern. Lange rumgeeiert wird dann auf dem selbstbetitelten Debüt auch nicht. Zehn Songs, keine 30 Minuten, mehr brauchen Starcrawler nicht, um die eigenen Ideen unter die Leute zu bringen. Dem genreimmanenten Vorwurf, das alles schon mal gehört zu haben, begegnet die Band dabei so herrlich offensiv, man kann nur anerkennend nicken. "Starcrawler" haben den Blick so konsequent nach hinten gerichtet, dass man sich zwischenzeitlich fragt, wann man ist und sich rückversichern muss, keine Zeitreise unternommen zu haben. Die Band denkt nicht im Traum daran, irgendetwas Neues in den Rock-Genpool einzubringen. Im Gegenteil: Auf diesem Album ist der Stammbaum rund. Schlecht gelaunte Menschen würden das vielleicht als Musik für Menschen bezeichnen, die angeblich ironisch randlose Brillen und Klamotten von Ellesse oder Champion tragen.

Doch für solch platte Zuschreibungen sind Starcrawler zum Glück zu gut. Im Grunde weiß man schon dann, wenn "Train" die Chose mit seinem schon neun Mal wiederbelebten Riff eröffnet, dass hier viel zu viel Talent unterwegs ist, als dass man sich über die Rückwärtsgewandtheit dieses Albums aufregen könnte. Für das Hin und Her zwischen Tempoverschleppung und Punk von "Chicken woman" und die in Reverb getränkte Ballade "Tears" würde sich wohl selbst Brody Dalle anerkennend auf die Schulter klopfen, die herrlich eingängige Single "I love L.A." hätten vermutlich auch The Cramps unterschrieben und wer ernsthaft von sich behaupten kann, der Mischung aus Melancholie und Energie in "Love's gone again" nichts abzugewinnen, muss wirklich einen besonders schlechten Tag erlebt haben. Gegen den übrigens das krachige "Different angles" ein hervorragendes Rezept bereithält. Ausfälle sucht man hier vergebens. Dass Ryan Adams dem Spektakel noch einen ansatzweise räudigen Sound spendiert hat? Umso besser. Die Galaxie werden Starcrawler damit zwar eher nicht regieren können, aber für die unkontrollierten Stunden der Woche, ist die Band eine exzellente Wahl. Für die besonderen Momente eben.

(Martin Smeets)

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Highlights

  • Train
  • Love's gone again
  • Tears

Tracklist

  1. Train
  2. Love's gone again
  3. I love L.A.
  4. Different angles
  5. Chicken woman
  6. Pussy tower
  7. Full of pride
  8. Let her be
  9. Tears
  10. What I want

Gesamtspielzeit: 27:54 min.

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Armin

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Registriert seit 08.01.2012

2018-01-11 21:30:06 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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