QTY - QTY

QTY- QTY

Dirty Hit / Caroline / Universal
VÖ: 08.12.2017

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Schlussfrisch

Es gehören sicherlich eine ordentliche Schippe Lässigkeit und Selbstvertrauen dazu, wenn eine Band ihr Debütalbum im Dezember veröffentlicht. Dann, wenn allerorten der musikanalytische Kehraus herrscht, wenn Trendcharts ausgedient und die relevanten Jahresbestenlisten üblicherweise schon längst zum Rundumschlag ausgeholt haben, darf man ziemlich sicher sein, dass "QTY" im Musikjahr 2017 keine große Rolle mehr spielen wird. Andererseits erscheinen in der hektischen Adventszeit bekanntlich kaum neue Alben. Ein Umstand, den viele Musikjunkies nutzen, um eventuell vergessene oder übergangene Perlen aus den Monaten zuvor nachzuholen. Schlicht und ergreifend selbst schuld allerdings sind diejenigen, die QTY verpassen, dieses coole wie hoffnungsvolle Duo aus New York, dem der NME das Prädikat "Undeniably brilliant" verleiht – aus welchen Gründen auch immer.

"Rodeo" heißt der unmissverständlich eingängige Auftakt-Hit, mit dem Dan Lardner (Gitarre, Vocals) und seine Mitstreiterin Alex Niemetz (Gitarre, Vocals) charmant wie nonchalant trocken-ironischen Indierock zelebrieren. Zugleich dürften sie mit ihrer Platte vor allem die Herzen jener Hörer erobern, die die Kombination aus dem leicht staubigen Garagen-Touch Courtney Barnetts, dem kauzigen Storytelling Kurt Viles oder Craig Finns sowie stoischem Habitus à la The Strokes als ziemlich perfekte Mischung durchgehen lassen. Was – so darf man nach etlichen Durchgängen dieses sehr kurzweiligen Debüts durchaus konstatieren – definitiv nicht das schlechteste Urteil ist für ein Album, das angetreten ist, dem zeitweise leicht moderig duftenden Genre ein frisches Eau de Toilette überzubraten.

Dass es dazu nicht unbedingt Lautstärke, aber verdammt nochmal Coolness und Abgeklärtheit braucht, zeigt das leicht entrückte "Sad poetic" in gerade mal gut zwei Minuten. In "Cold nights" sinnieren QTY "I always wondered / How the hell everything used to be so simple", und beantworten dies quasi unfreiwillig konkret, da es in der Rockmusik nicht viel mehr braucht als intelligente Gitarren-Licks, einen feinen Refrain und zweistimmigen Gesang. Ebenso trocken zeigt sich das folgende "Word for this", das sein konsequentes Riffing mit leicht kruden Chören verziert. Mit geradezu spröder Schönheit kommt der Refrain des luftigen, leicht im Folk hängenden "Living things" daher, während sich Niemetz und Lardner mit "Salvation" ihre üppigste, zeitweise gen Country schielende, Komposition bis zum Ende aufbewahren. Wer dagegen denkt, dieses 2017 sei rein musikalisch längst am Schlussstrich, sollte "QTY" nochmal eine gute halbe Stunde Zeit seiner schenken. Lohnt sich!

(Eric Meyer)

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Highlights

  • Rodeo
  • Cold nights
  • Living things
  • Salvation

Tracklist

  1. Rodeo
  2. Dress / undress
  3. Michael
  4. Cold nights
  5. Word for this
  6. Living things
  7. Notify me
  8. Sad poetic
  9. New beginnings
  10. Salvation

Gesamtspielzeit: 31:00 min.

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Armin

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Registriert seit 08.01.2012

2017-12-20 20:51:21 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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