Kaffkönig - Das große Kotzen

Kaffkönig- Das große Kotzen

Starwatch / Rough Trade
VÖ: 20.10.2017

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Dorfpunk x.0

Dass der olle Rock ein Problem hat, ist nicht erst seit gestern bekannt. Das Neue, das wirklich Spannende, das Relevante, oder wie man es nun auch immer bezeichnen will, spielt sich woanders ab – öfter, als man zugeben mag. Im Plattentests.de-Forum gibt es nicht umsonst den ein oder anderen Thread in diese Richtung. Und der Blick auf diverse Jahreslisten, die vor Weihnachten von überall auf einen einprasseln, bringt nicht unbedingt eine Dominanz der Gitarrenmusik ans Tageslicht. Das kann man störend finden, muss man aber nicht. Doch auch wenn es recht schnurz ist, wo sich dieser viel zitierte Diskurs gerade herumtreibt, kommt man nicht umhin, einzusehen, dass das Duo Kaffkönig, das eigentlich ein Trio ist, außer verwirrenden Selbstauskünften eigentlich erst mal nichts Neues verzapft.

Das fängt damit an, dass sich die Eppelheimer ungelenkes Zeug von einem "lauwarmen Schmelztiegel ländlicher Chuzpe und gutbürgerlicher Systemwut“ haben diktieren lassen. Eine Band aus’m Kaff also mal wieder. Dorfpunk x.0. Man könnte hier weitermachen und über die Herkunft von Thees Uhlmann oder Donots schwadronieren – oder einfach antesten, was "Das große Kotzen" abseits seines ungemein bescheidenen Titels zu bieten hat. Eine ganze Menge nämlich. Zum Beispiel die beißende Mainstream-Absage "Helene Forster", die den Formatradio-Nümmerchen mit A-Rating "Nicht noch ein Lied, das Heilung verspricht / Nicht noch ein schmerzverzerrtes Gesicht / Nicht noch mehr feuchte Augen im Licht / Unser Herzblut kriegst Du nicht“ entgegenschleudert und dabei konsequenterweise selbst eingängig genug fürs Radio ist. Und von irgendwoher senden Madsen liebe Grüße. Auch der gut reinknallende Opener "Gaffer & Beton" findet ohne Schwierigkeiten den Weg auf die Habenseite.

Dorthin verirrt sich zunächst das komplette Album, wie man nach den zehn Songs schnell bemerkt. Weil das alles wunderbar reinläuft. Ob es nun vergleichsweise ruhig zugeht wie in "Narbenfresse" oder ob Kaffkönig mal ordentlich hinlangen wie bei "Panzer-Quartett" – das Ergebnis stimmt eigentlich immer. Dass mit "Messermalerei" noch ein astreines Highlight vom Laster fällt, nimmt man nur zu gerne mit. Und trotzdem sticht auf den zweiten Blick so manches Blendwerk ins Auge. Auf Zeilen wie "Verkacken muss man mit der Flasche in der Hand" hat bislang kaum jemand gewartet, die Künstlerinfo "Der Eine, der Andere und noch einer, der keinen Bock auf Ruhm und Weiber hat" strotzt nur so vor Pennälerhumor. Und wenn man es sich genau überlegt, hat man das alles musikalisch auch schon von Bands wie Van Holzen und Heisskalt gehört. Sogar ein Stück besser. Die ohnehin nicht erhoffte Rettung fürs Genre ist das hier nicht, sondern zunächst nur eine weitere Band mit viel Talent und großer Klappe. Das macht "Das große Kotzen" aber noch lange nicht zu einem schlechten Album.

(Martin Smeets)

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Highlights

  • Gaffer & Beton
  • Narbenfresse
  • Messermalerei

Tracklist

  1. Gaffer & Beton
  2. Narbenfresse
  3. Das große Kotzen
  4. Panzer-Quartett
  5. Drecksvieh
  6. Messermalerei
  7. Kaiserschnitt
  8. Helene Forster
  9. Volles Maul
  10. Lynchknoten

Gesamtspielzeit: 30:26 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
kingnorde
2018-06-11 18:02:36 Uhr
Soll heißen: "Falsch verlinkt..."
Hä??
2018-06-10 21:26:04 Uhr
Künstlername?
Dieterle
2018-06-10 21:22:46 Uhr
Eben entdeckt und muss sagen ein Wahnsinnbrett!

Und Dr. Eckebergers Kommentar ist nicht weniger als ein kleines Meisterwerk :D
Dr U Eckeberger
2018-06-01 10:35:31 Uhr
Boah, wie peinlich! In der Nacht von Samstag auf Sonntag, in der letzten Bahn... Ich war so besoffen und mir war so dermaßen schlecht, ich kann mich nicht erinnern, dass mir schon jemals so schlecht war. Ich litt Qualen und musst dauernd schon so schwer atmen. Ich konnte kaum die Augen offen halten und musste "pusten". Plötzlich musste ich aus heiterem Himmel voll losbrechen! Ich brach erstmal meinem Gegenüber (Vier.ersitz) voll auf die Knie. Dann brach ich zwischen mich und meinen Neben.sitzer. Dann voll auf meinen Neben.sitzer. Und schließlich voll auf mich drauf. Meine ganze Jacke war vollgebrochen. Überall waren Brechsp.ritzer. Entsetzt wurde ich von den anderen Fahrgästen angestarrt. Die wussten gar nicht, was sie machen sollten! Der ganze Boden war vollgebrochen. Langsam lief das Erbrochene durch die ganze Bahn. Mein Gott, war mir schlecht!!! Ein weiterer Schwall Erbrochenes landete auf den Schuhen meines Gegenübers. Es platschte ganz laut. Ich war so fertig vom Kotzen, mir zitterten die Knie! Alle anderen in der Bahn hielten sich Augen und Nase zu. Ich schämte mich so und versuchte mir vor dem nächsten Schwall noch die Hand vor den Mund zu halten, aber es nützte nichts. Ich brach volle Kanne über meine Hand! Alles lief an mir herunter. Meine Jeans sog sich mit Erbrochenem voll. Mir wurde langsam kalt. Mittlerweile waren alle andere um ich aufgesprungen und gingen in Deckung! Sie versuchten sich mit allem was sie finden konnten, die Kleider sauber zu machen. Mein Gesicht war mit Erbrochenem verschmiert. Ich hatte einen extrem säuerlichen Geschmack im Mund. Ich war so kaputt, als hätte ich gerade zu Fuß die Antarktis durchquert! Brrrr, und genauso kalt war mir auch! Am ekelhaftesten waren die Bröckchen, die langsam über meine Jacke rutschten... Was hatte ich nur getrunken? Das müssen ja mehrere Flaschen reiner Ethanol gewesen sein! Als ich aufstand, weil ich aussteigen musste, gingen mir alle Leute aus dem Weg. Ich spürte wie mein Magen abermals kontrahierte. Kaum ging die Türe auf, musste ich wieder in hohem Bogen brechen! Zum Glück brach ich diesmal aus der Bahn heraus! Ich torkelte aus der Bahn und watete durch mein eigenes Erbrochenes! Ich konnte kaum Stehen, so kaputt und ausgelaugt war ich. Mir zitterten die Hände! Langsam wurde ich aber wieder nüchtern. Ich war total leergebrochen! Ich riss mich zusammen und lief mit letzter Kraft nach Hause. Ich ent.kleidete mich noch draußen bei den Mülltonnen vollständig und warf alles weg! Dann war ich endlich zuhause. Puh, ich hatte es geschafft! Ich habe so dermaßen Muskelkater am Bauch, als hätte ich gerade tausend Sit-Ups gemacht! So kann es einem ergehen, wenn man extrem brechen muss! Gott, war das peinlich!
angry
2017-12-22 23:57:41 Uhr
geht richtig gut rein !!
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