Beast In Black - Berserker

Beast In Black- Berserker

Nuclear Blast / Warner
VÖ: 03.11.2017

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Final countdowns

Schon gewusst? Europe hielten das Keyboard-Riff ihres unverwüstlichen Welthits zunächst für keine gute Idee. "Nein, das ist verrückt. Wir können das nicht benutzen", so die erste Reaktion von Gründungsmitglied John Norum. Zum Glück konnte sich Komponist Joey Tempest durchsetzen, sonst wäre der Welt eine der einprägsamsten Melodien aller Zeiten vorenthalten geblieben. Auch der bis 2015 zu Battle Beast gehörende Anton Kabanen ist vermutlich ein großer Fan des Songs, definitiv aber ein Freund ähnlich gut ins Ohr flutschender Synthesizerklänge. Denn mit dem Debüt seines eigenen Ablegers Beast in Black geht er in Sachen Keyboards keine Kompromisse ein. Zu dem haarigen Ungetüm auf dem Cover hätte eine Discokugel fast besser gepasst als eine Axt.

Und mit "Berserker" ist man auf der Tanzfläche beinahe besser aufgehoben als im Moshpit. Das dürfte für alle, die mit Power Metal ohnehin schon auf Kriegsfuß stehen oder Abweichungen von der Norm mit Argwohn betrachten, zwar das kalte Grausen sein, bei dafür empfänglichen Hörern aber geradezu ekstatische Kettenreaktionen auslösen. Das gilt für fast jedes Stück des Albums, neben dem launigen "Blind and frozen" aber besonders für das treffend betitelte "Crazy, mad, insane", das eigentlich niemanden, der für schwungvollen Discopop etwas übrig hat, auf seinen vier Buchstaben halten dürfte. Ein paar Jahrzehnte früher hätte der Song wohl die Clubs zum Glühen gebracht. So wie im Ansatz auch "Eternal fire", bei dem sich am deutlichsten der Verdacht aufdrängt, dass Kabanen ein riesiger Fan von Europes "The final countdown" sein muss. Das zeigt sich schon daran, dass hier fast jeder Song seine Fanfare spendiert bekam.

Kein Geringerer als Tuomas Holopainen von Nightwish meinte, dass man schon total verrückt sein müsse, um dieses Album nicht zu lieben. Oder doch eher so verrückt wie möglich? Denn wie schon das Battle Beast ist auch das Beast in Black stets auf der Jagd nach dem größtmöglichen Ohrwurm, was gerade im Power-Metal-Sektor furchtbar in die Hose gehen kann. Nicht, weil es kitschig ist – das ist es sowieso –, sondern weil es seit jeher eine feine Linie zwischen Eingängigkeit und Aufdringlichkeit gibt. Doch wo seine ehemaligen Kollegen inzwischen häufiger nicht mehr wissen, wann es des Guten zu viel ist, gelingt es Kabanen und Kompagnons, merklich unverbrauchter und lockerer zu klingen. Einzig die zwar schöne, aber auch etwas schleimig geratene Ballade "Ghost in the rain" hätten sich die fünf Finnen sparen können. Ansonsten vergessen sie aber glücklicherweise nicht, dass sie immer noch Metal spielen, so dass es unter anderem mit dem Titeltrack, "Zodd the Immortal" und "The fifth angel" genug nahrhaftes Futter für alle Headbanger gibt. Und dass es sowohl kurz und knackig als auch dynamisch und spannungsgeladen geht, zeigt unter anderem "End of the world". Kurzum: "Berserker" ist das wohl unterhaltsamste Power-Metal-Album des Jahres.

(André Schuder)

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Highlights

  • Crazy, mad, insane
  • Eternal fire
  • End of the world

Tracklist

  1. Beast in black
  2. Blind and frozen
  3. Blood of a lion
  4. Born again
  5. Zodd the Immortal
  6. The fifth angel
  7. Crazy, mad, insane
  8. Eternal fire
  9. End of the world
  10. Ghost in the rain

Gesamtspielzeit: 50:54 min.

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Armin

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Registriert seit 08.01.2012

2017-11-23 21:18:28 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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