Millenia Nova - Narcotic wide screen vista

Millenia Nova- Narcotic wide screen vista

Motor / Universal
VÖ: 07.04.2003

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Träum weiter

Frechheit siegt. Dachten sich Matthias Neuhauser und Michael Meinl und kamen damit auch noch durch. "Narcotic wide screen vista", ihr drittes gemeinsames Werk, war ihnen nach eigener Auffassung ganz besonderes gut geglückt, also sollte es auch dem Anlaß entsprechend veredelt werden. Ein Gaststar aus der musikalischen Champions League schwebte den beiden vor. Kylie Minogue zum Beispiel. Robbie Williams. Oder gar Iggy Pop. Die Plattenfirma stellte flugs die entsprechenden Kontakte her - bis schließlich zwei Absagen und ein mittelgroßes Wunder später feststeht: Iggy ist am Start. Jener kannte die Musik der beiden nämlich schon. Aus dem Radio. Wie das Leben so spielt.

Das erste Millenia Nova-Album seit runden vier Jahren stellt für die Band einen Quantensprung in jeder Hinsicht dar. Waren die ersten beiden Platten von Elektro-Bastler Meinl und Gitarren-Freund Neuhauser noch kopflastige und vor allem instrumentale Elektronik-Hörbücher, steht "Wide screen narcotic vista" mit mindestens einem Bein im Pop. Was nicht zuletzt daran liegen dürfte, daß Iggy lediglich der Headliner einer verblüffend illustren Gästeliste ist. Slut-Sänger und Landsmann Christian Neuburger durchlebt die trügerische Idylle des siebenminütigen Wachtraums "I'm away", während Console-Chanteuse Miriam Osterrieder in "Searching out for more" mit halb gesäuselten, halb geküssten Vocals Köpfe verdreht. Und auch Kelli Ali (Ex-Sneaker Pimps), Alison Galea (Beangrowers) und Thomas Hanreich (Vivid) bekamen von den Nova-Jungs Tapes zugesandt, an denen sie ganz entspannt rumdoktern durften. Dieses Album hat die Ruhe weg. Silence is sexy.

Nun soll aber niemand denken, "Narcotic wide screen vista" lebe einzig und allein von seinen exquisit besetzten Nebenrollen. Es sind schließlich Meinl und Neuhäuser, die ihren Gästen samtig-dicke Sound-Teppiche ausrollen, und obendrein ein vorzügliches Händchen für das richtige Instrument zur rechten Zeit besitzen. Wenn Iggy Pop mit seiner ungeheuerlichen Präsenz Zeilen wie "It's with me still / I need a pill / It's taking me over" sprechsingt, ragt "Rockicide" natürlich zwangsläufig aus dem Material heraus. Doch selbst in den wenigen zähflüssig dahindümpelnden Momenten der Platte, bleibt sie stets eine stimmige Angelegenheit. Man hat schon bedeutend schlechter geträumt. Gute Nacht.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Disconnected minds
  • Rockicide
  • I\'m away
  • Post millenium suicide

Tracklist

  1. Disconnected minds (mit Thomas Hanreich & Alison Galea)
  2. Mystery to me (mit Ginger MacKenzie)
  3. Nothing left to fear (mit Thomas Hanreich)
  4. Rockicide (mit Iggy Pop)
  5. Searching out for more (mit Miriam Osterrieder)
  6. I'm away (mit Christian Neuburger)
  7. Post millenium suicide (mit Thomas Hanreich & Alison Galea)
  8. Transient man (mit Kelli Ali)
  9. No one (mit Thomas Hanreich)
  10. Don't mess with Texas (mit Ginger MacKenzie)
  11. Disconnected minds (Original mix) (mit Thomas Hanreich & Alison Galea)

Gesamtspielzeit: 61:24 min.

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