Red Flag - The eagle and the child

Red Flag- The eagle and the child

Plan B / SPR / Indigo
VÖ: 31.07.2000

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Kein rotes Tuch

Wir schreiben das Jahr 1984. Synthesizer beschallen Ohren, Tanzflächen und nicht zuletzt auch die Charts mit weichen Melodien. Songs wie "I like Chopin", "What is love?", "Big in Japan" oder "Send me an angel" machen seit Monaten die ersten Plätze der Hitparaden unter sich aus. Die Musik der Knöpfchendreher ist der Sound der Stunde. Während sich die gitarrengläubige Fraktion verschreckt von soviel Plastik zurückzieht und auf bessere Zeiten hofft, ist Synthpop vor allem eins: ziemlich erfolgreich.

Im Laufe der Zeit entwickeln sich die Musik der Synthpopper und der Massengeschmack langsam, aber konsequent auseinander. Der letzte wirklich große Hit dieses Genres stürmt im Jahre 1990 die Charts. Bands wie Depeche Mode entdecken den Rock, was aber viele junge Bands nicht daran hindert, weiterhin, mit einem gehörigen Schuß Nostalgie versehen, den weichen Sound des Synthesizers zu kultivieren. Eine dieser aufstrebenden Bands nennt sich Red Flag. San Diego ist ihre Heimat und der Titel eines frühen Remixalbums, "Naive dance", läßt tief blicken. Seit 1989 ist ihr Synthpop dabei aber vor allem eins: ziemlich melancholisch.

Während sich die alten Helden dieses Genres langsam weiterentwickelten, erinnert der Sound von Red Flag, denen in Genrekreisen höchste Anerkennung entgegen schlägt, mit seinen warmen Klängen an die gute, alte Synthpop-Zeit. Ein sanft angeschlagenes Klavier erfüllt immer wieder das Klangbild und bestimmt die melancholische Grundstimmung. Wenn man die Augen schließt, glaubt man fast, wieder in den Achtzigern zu sein. Kein Wunder, bedienen sich doch Red Flag an allen Ecken an Sounds ihrer Helden. Ob es jetzt Gazebos Klavier, ein Synthlauf von Real Life oder eine Baßfigur von Camouflage ist, hier findet alles ein neues Zuhause. Neu ist das natürlich nicht, aber das wird die Fans dieser Musik nicht unbedingt stören, wenn sie über den großen Mangel der Musik auf "The eagle and the child" hinweg hören können. Die Songs sind nämlich über weite Strecken vor allem eins: ziemlich langweilig.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Disarray
  • The game

Tracklist

  1. The eagle and the child
  2. Disarray
  3. Take care love
  4. She's my girl
  5. Time
  6. In my arms again
  7. The game
  8. Synthpopalooza
  9. Illumination
  10. Deeper shade of blue
  11. Disarray (Alpha remix)

Gesamtspielzeit: 52:49 min.

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