Spirit Fest - Spirit Fest

Morr / Indigo
VÖ: 10.11.2017
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10

Für alle
Wenn man will, kann man im Internet lesen, Spirit Fest seien eine Supergroup für Experten. Puh. Da weiß man doch gleich, dass es gefährlich werden wird. Wenn die vermeintlichen Experten aus dem Internet über eine Band für die vermuteten Experten vor den Lautsprechern schreiben, kann doch am Ende nur Bauchpinselei herauskommen, am besten noch verkopft bis zum Gehtnichtmehr und auf 17 Metaebenen zugleich herumtobend. Oder? Wir wollen mal sehen. Abseits jeglicher Spekulation kann man mit Sicherheit behaupten, dass sich hinter Spirit Fest unter anderem das japanische Duo Tenniscoats versteckt. Und Mitglieder von Aloa Input, Jam Money, Joasihno und The Notwist. Ja, auch Markus Acher ist mit von der Partie. Supergroup? Vielleicht, irgendwie. Für Experten? Vielleicht, irgendwie. Man merkt schon: Spirit Fest sind nicht die Band, die sich allzu leicht auf irgendwelche Attribute festlegen lässt. Sie mögen lieber das Dazwischen. Ganz bestimmt sind sie aber eine Band für Liebhaber.
Weil man wirklich nur Spaß haben kann, mit dieser Ansammlung von Songs, der man in dieser Form nicht alle Tage begegnet. Alles kann, nichts muss ist ganz klar die Losung, die "Spirit Fest" ausgibt und dann die gut 51 Minuten lange Spielwiese ausrollt, auf der sich die zehn Songs nach Herzenslust austoben können. Das mag Freunde des geraden Tons und der klaren Struktur von Zeit zu Zeit abschrecken, wofür man nichts anderes als dankbar sein kann. Man muss sich erst gewöhnen, an den mitunter schnoddrigen Vortrag am Mikrophon, man kann auch hier in acht von zehn Stücken feststellen, dass aus Markus Acher in diesem Leben kein großer Sänger mehr wird, und man wirft all diese Kleinigkeiten mit Freude über Bord, wenn zum Beispiel das aus Tenniscoats Feder stammende "Nambei" mit kindlicher Energie fast sechs Minuten füllt, ohne den Eindruck zu vermitteln, das Stück wüsste, was es da gerade treibt. Andernorts lässt man sich voll Vertrauen in einen Teppich aus traumwandlerischer Melancholie fallen, wie ihn wohl nur Markus Acher zu weben versteht. Sowohl "Rain rain" als auch "River river" versuchen da erst gar nicht, ihren Urheber zu verbergen und hätten ohne Probleme auch bei The Notwist stattfinden können.
Das macht die Stücke aber nicht altbekannt oder gar langweilig, werden sie doch hier oft genug mit bislang bei The Notwist nicht gehörten Elementen verziert. Überhaupt passiert auf "Spirit Fest" viel zu viel, um nur die eine oder die andere Band als Referenzpunkt setzen zu können. Nur der Rahmen, der ist klar: Irgendwo zwischen der Atmosphäre von Bands wie Lali Puna, Electric President und The Notwist, dem Hang zum Verspielten von Aloa Input und dem grundsätzlich für alles offenen Songwriting von Tenniscoats, finden Spirit Fest ihren Platz zwischen allen Stühlen, die irgendwie verfügbar waren. Und lassen dort Songs wie das zauberhafte "Hitori Matsuri" entstehen, die ihre eigene kleine Zwischenwelt erschaffen. Kleinode, die vielleicht willkommene Pausen vom Alltag bieten, oder selbigen einfach ein Stück weit bunter machen können. Was man am Ende auch anstellen mag, mit diesem Album, es ist mit Sicherheit ein Stück Musik, das einen länger beschäftigen und im besten Falle begleiten kann. Und dazu braucht man nicht mal Experte sein.
Highlights
- Rain rain
- Hitori Matsuri
- To the man
Tracklist
- Deja vu
- Rain rain
- Nambei
- River river
- Inklings
- Hitori Matsuri
- Shuti man
- To the man
- Take me home
- Mikan
Gesamtspielzeit: 51:25 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
User | Beitrag |
---|---|
Oliver |
2017-11-01 22:08:46 Uhr
Ich frei mi auf den schnoddrigen Gesang von Markus |
Armin Plattentests.de-Chef Postings: 27966 Registriert seit 08.01.2012 |
2017-11-01 21:54:15 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.Meinungen? |
Armin Plattentests.de-Chef Postings: 27966 Registriert seit 08.01.2012 |
2017-08-28 19:36:59 Uhr - Newsbeitrag
Spirit Fest debut drops in November, First video & track up today'Spirit Fest' is an impromptu supergroup built around acclaimed Japanese duo Tenniscoats. Featuring members of Notwist, Jam Money and Joasihno. The self-titled debut LP is a bewitching piece of Avant-Pop. In Winter 2016 long-time fan, Markus Acher (Notwist) jumped at the chance to invite Tenniscoats to a small apartment studio, together with Mat Fowler (Jam Money) and Cico Beck (Aloa Input, Notwist). Spirit Fest by Spirit Fest is out November, 10. |
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Referenzen
Tenniscoats; Aloa Input; Joasihno; The Notwist; Jam Money; Lali Puna; Missent To Denmark; Ms. John Soda; Electric President; Roommate; Contriva; Mina; Sensorama; Masha Qrella; Boy In Static; Dntel; James Figurine; Styrofoam; Her Space Holiday; Death Cab For Cutie; The Postal Service; The Dope; Ben Gibbard; Chris Walla; Naked Lunch; Múm; Finn; Spruce; Console; Caribou; Daphni; Four Tet; The Appleseed Cast; Telekinesis; The Shins; Broken Bells; Someone Still Loves You Boris Yeltsin; Belle & Sebastian; Trip Fontaine; Chairlift; Matt & Kim
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