Wolfsheim - Casting shadows

Wolfsheim- Casting shadows

Strange Ways / Indigo
VÖ: 07.04.2003

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Schattig

Woran liegt es eigentlich, daß Wolfsheims "Once in a lifetime" noch immer auch in eigentlich elektronikfreien Rockclubs die Tanzflächen füllt? Ist es Peter Heppners einfühlsame Stimme, die auch gestandenen Gitarrenfans die Poplust einflößt? Oder sind es diese simplen, aber dennoch unwiderstehlichen Melodien, die den Tanzreflex auslösen? Man weiß es nicht. Vielleicht hilft aber das nach vierjähriger Pause - Markus Reinhardt ist nicht gerade der fleißigsten Arbeiter einer - nach dem überraschenden Erfolg von "Spectators" aus den Schatten auftauchende "Casting shadows" weiter.

Dort finden wir jedenfalls fast die gleichen Schmeicheleinheiten wie auf dem bisweilen brillanten Vorgänger. Es ist alles da: der süßliche Pop, die tänzelnde Harmlosigkeit, die sanften Schwelgereien, die melancholischen Seufzer. Und über allem wie immer Heppners Organ: hauchzart bis zum Anschlag, zwischen Schwermut und Trost changierend und stets kurz vorm Schmachten. Das freut nicht nur die Zielgruppe. Denn während sich "Kein Zurück" zur erfolgreichsten Single der Label-Geschichte entwickelt, schielt jetzt auch das Album nach der Chartsspitze.

Nicht zu unrecht, denn Wolfsheim beweisen immer noch ihr Händchen für unkomplizierte Melodien. Die gehen dank der Hilfe von Andreas Herbig (A-Ha, Bootsy Collins) mal wieder derart einschmeichelnd ins Ohr, daß man dem Duo sogar seichte Augenblicke wie "Wundervoll" verzeihen möchte. Dezente Midtempotracks wie "Care for you" werden aus zufriedenen Synthesizern gekitzelt. Im leicht abgedunkelten "Underneath the veil" tupft ein getragenes Klavier Wolken an den Himmel, bis ein fetter Baß naht und dem Song elektrische Stämmigkeit verpaßt. Sogar noch besser geriet "I won't believe", das sich erst über weichen Klängen ausbreitet und schließlich in einem unerwarteten Gitarrengeschrammel kulminiert. Schick. Daß man auf dem fünften Album der Hamburger trotzdem keinen sonderlichen Tiefgang mehr findet, stört nicht wirklich. Harmlos macht glücklich.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Care for you
  • I won't believe
  • Kein Zurück
  • Underneath the veil

Tracklist

  1. Everyone who casts a shadow
  2. Care for you
  3. I won't believe
  4. Kein Zurück
  5. And I ...
  6. Underneath the veil
  7. Find you're gone
  8. This is for love
  9. Wundervoll
  10. Approaching lightspeed
  11. In time

Gesamtspielzeit: 46:50 min.

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  • Wolfsheim (10 Beiträge / Letzter am 11.12.2013 - 21:39 Uhr)