Meat Loaf - Couldn't have said it better

Meat Loaf- Couldn't have said it better

Polydor / Universal
VÖ: 31.03.2003

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

(Selbst ist) Der Mann

Irgendwie (ist er ja doch) sympathisch, der (gute) Meat Loaf. Auch wenn er (auf den ersten Blick) nicht gerade wie der Mensch wirkt, dem man nachts (auf der Straße) unbedingt begegnen möchte. Sondern eher wie der Türsteher, der einen mit einem barschen "Heute nur für Stammgäste!" abweist und bei dem man sich hinterher (angsterfüllt) entschuldigt, überhaupt auf die Idee gekommen zu sein, reinzuwollen. Aber mit seiner Knutschattacke auf Thomas Gottschalk (in "Wetten, dass...?") hat Meat Loaf unseren Showmaster der Nation (zum ersten Mal seit Jahrzehnten) in Verlegenheit gebracht. Meat Loaf hatte sein "Modern girl" gefunden. "Er sah so süß aus mit seinen blonden Locken, fast wie ein Mädchen", schwärmte Meat Loaf (hinterher). Was Gottschalk (umgekehrt) wohl gedacht haben mag?

Ein Problem hat er dennoch. Nein, nicht die Gewichtssorgen. Die halten sich in Grenzen, seit Meat Loaf (in den letzten Jahren) vom Obelix-Klumpen zum wandelnden Doppelzentner geschrumpft ist. Sondern das Problem, daß seine letzten Alben (außer jeweils ein bis zwei peinlich-schönen Bombast-Singles) nicht viel zu bieten hatten. Und auch sein neuer (mittlerweile achter) Longplayer birgt gleich die erste Enttäuschung: Auf keinem einzigen der Songtitel wirft Meat Loaf mit Klammern um sich (wie zu seinen besten Zeiten). Höchstens auf dem ursprünglichen (aber leider wieder verworfenen) Albumtitel "(I) Couldn't have said it better (myself)". Eins, zwei, drei, vier. Er kann's also doch noch.

Was er (wie allgemein bekannt) nicht kann, ist das Songschreiben. Deswegen hat er wieder einige (erfahrene Kräfte) verpflichtet, die dem Rainer Calmund des Stadionrock die passenden Sechsminüter (auf den fülligen Leib) geschneidert haben. Nicht einmal Kevin Griffin (von Better Than Ezra) war sich zu schade, für Meat Loaf (ganz tief) in den Schmalztiegel zu greifen und (das mit Highspeed schunkelnde) "Testify" herauszuzaubern. Und neben Nikki Sixx (von Mötley Crüe) ist auch Bombastwumme Diane Warren mit dabei. Viele Menschen für wenige Hits: Die Vorabsingle "Did I say that?" paßte zu (dem TV-Mehrteiler) "Napoleon" so perfekt wie dessen Hand in die (rechte) Mantelinnentasche. Und in (dem wuchtigen Titeltrack) "Couldn't have said it better" schmeißt sich Meat Loaf sieben Minuten lang mit (seiner bewährten Duettpartnerin) Patti Russo den Kitsch um die Ohren.

Mit drei Songs wäre (eigentlich mal wieder) alles gesagt. Schade nur, daß die sich den Platz (auf dem in "Chapter one" und "Chapter two" eingeteilten Silberling) mit acht weiteren teilen müssen. In "Decadent wish" passiert (vier Minuten lang) irgendwie rein gar nichts. Im peinlichen "Man of steel" verdingt sich Meat Loaf als Richard Eisenherz. Und mit der (schrecklich langwierigen) Piano-Ballade "Why isn't that enough?", dem unnützen (zehnminütigen) Dylan-Cover "Forever young" und - grandioser Titel übrigens (Mensch, hier hätten doch Klammern reingepaßt!) - "You're right, I was wrong" erinnert er einen freundlicherweise daran, daß man schon lange nicht mehr (so richtig herzhaft) gegähnt hat. Vielleicht sollte Meat Loaf (in Zukunft) nur noch Singles veröffentlichen. Oder gleich mit der Musik aufhören. Und mit dem weitermachen, was er (seit neuestem) bestens kann: sympathisch sein.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Couldn't have said it better
  • Did I say that?
  • Testify

Tracklist

  1. Couldn't have said it better
  2. Did I say that?
  3. Why isn't that enough
  4. Love you out loud
  5. Man of steel / Intermezzo
  6. Testify
  7. Tear me down
  8. You're right, I was wrong
  9. Because of you
  10. Do it!
  11. Forever young

Gesamtspielzeit: 57:33 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Armin
2005-03-19 14:26:47 Uhr
Meat Loaf - einige exklusive Konzerte in Deutschland

Meat Loaf – Nach zwei Jahren Pause meldet er sich mit einer grandiosen Show zurück!!

Im Juni kommt der Schwergewichtsmeister des Rock’n’Roll für einige exklusive Konzerte nach Deutschland!

Ob man ihn nun „Eine Stimme mit Gewicht“ (WAZ), „Hexenmeister des Rock’n’Roll“ (Aachener Zeitung) nennt oder einfach bekennt: „Meat Loaf, wir haben Dich zum Fressen gern“ (Express Köln) – Meat Loaf live ist eine Erfahrung für sich! Und zwar eine der besten, die man im heutigen Musikgeschäft haben kann! Nun kommt Meat Loaf im Juni für einige exklusive Konzerte und Festivalauftritte wieder nach Deutschland: Hannover, Bonn, München, Karlsruhe und Mainz stehen auf dem Tourplan.

Ende letzten Jahres veröffentlichte er eine grandiose CD / DVD „Bat Out Of Hell Live“, die einen Konzertmitschnitt aus Melbourne enthält, bei dem er seine legendären Songs zusammen mit dem Melbourne Symphony Orchestra im Februar letzten Jahres live präsentierte. Nicht nur für Meat Loaf Fans etwas ganz besonderes, sondern für jeden echten Glamour-Rock’n’Roll-Fan! Denn das liegt an dem Sound, der zu Meat Loafs Markenzeichen geworden ist seit er 1977 mit der Veröffentlichung von „Bat Out Of Hell“ mit Songwriter Jim Steinmann zusammen gearbeitet hat. „Bat Out Of Hell“ hat sich von allen Alben aller Zeiten am drittbesten verkauft – 30 Millionen Mal weltweit! Hits wie „Two Out Of Three Ain’t Bad“, „You Took The Words Right Out Of My Mouth“ und “Paradise By The Dashboard Light” machen dieses Album unvergesslich.

Live ist jedes einzelne seiner alten und neuen Stücke für Meat Loaf wie ein Mini-Theaterstück, eine Aufführung, die jeden Abend neu und perfekt inszeniert werden muss. „Für mich ist es nicht so, dass ich einen alten Song wieder einmal vorführe – das hat mit meiner Schauspielerei zu tun. Der Moment zählt. Die Leute sagen: „Wie kannst du das jede Nacht machen?“ Aber, hey wie spielt man jeden Abend ‚Richard III’“. Er ist stolz darauf, dass er zu den wenigen Künstlern gehört, die es nach dem Auftritt gerade noch ins Hotelzimmer schaffen, weil sie sich vorher auf der Bühne so verausgabt haben. „Das Publikum gibt Dir alles, da sollte man auf der Bühne nicht schüchtern sein. Ich halte mich nicht zurück.“ Und das kennt man ja auch nicht anders von ihm: Bei „I Would Do Anything For Love“ lieferte er sich mit seiner Duettpartnerin für gewöhnlich ein 14- minütiges Sangesgefecht und bei „Paradise By The Dashboardlight“ kommt er oft auf gut zwanzig Minuten! Wenn das Konzert dann auch mit einem genialen „Life Is A Lemon And I Want My Money Back“ anfängt, ist eins klar: sein Geld will keiner zurück – im Gegenteil: Deutschland will mehr Meat Loaf und ist Ready To Rock!

Meat Loaf - Live!
03.06. Hannover, NDR2 Plaza Festival
06.06. Bonn, Museumsplatz
22.06. München, Tollwoodfestival
24.06. Rastatt, Open Air Badener Halle
25.06. Mainz, Zitadelle Open Air
Armin
2005-01-09 16:24:09 Uhr
MEAT LOAF
03.06.05 Hannover - NDR Radio Plaza Festival
06.06.05 Bonn - Museumsmeile
22.06.05 München - Tollwood Festival


Sicher lustig, das.
Monsoon
2003-04-05 10:50:23 Uhr
@Jan:
Es ist immer sehr einfach, jemandem der nicht den gleichen Musikgeschmack hat mangelndes Einfühlungsvermögen zu unterstellen.
Ausserdem sind tatsächlich weder Charts noch JBK ein Mass für Qualität, viele Leute kaufen die CD mit Sicherheit nur, weil "MeatLoaf" draufsteht und derselbe im Augenblick in jeder 2.Fernsehshow zu sehen ist.
Es ist nicht die Qualität, die ein Album in den Charts nach vorne bringt, sondern die Medienpräsenz.
Freak
2003-04-03 16:02:42 Uhr
Und übrigens: Wer sich "Meat Loaf" nennt, hat sicher nichts gegen einen kleinen Seitenhieb auf sein Gewicht... :-)


hat bloß nicht all zu viel in ner rezension zu suchen :-)......aber es ist auch nicht der weltuntergang

humhum ist blöd
Armin
2003-04-03 15:07:47 Uhr
@gianni: Die sind in einer Meat Loaf-Rezension unverzichtbar. :-)
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