Caligula's Horse - In contact

Caligula's Horse- In contact

InsideOut / Sony
VÖ: 15.09.2017

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Stallgeruch

Der eine oder andere Leser mag sich angesichts der Mitte September erfolgten Kür von Thresholds "Legends of the shires" zum "Album der Woche" mit satten 9/10 gefragt haben, ob ihm der Rezensent etwas vom Pferd erzählen will. Schließlich, so mag er oder sie gedacht haben, ist das kein "richtiger" Prog-Metal – jedenfalls keiner, der im Plattentests.de-Kosmos eine größere Rolle spielen sollte. Zu "cheesy", lautete dann auch der Tenor kritischer Kommentare im zugehörigen Thread. Nun, diese Leser dürften sich mit dem vorliegenden Album deutlich besser anfreunden können, auch wenn dessen Rezension zu Beginn abermals vom Pferd erzählt.

Ein Pferd mit eigenem Palast und eigener Dienerschaft. Ein Pferd, das erlesenen Wein aus kostbaren Pokalen trank und das es beinah zum Politiker gebracht hätte – für den Lieblingsgaul des römischen Kaisers Caligula war das Beste gerade gut genug. Ob das auch für jene australische Band gilt, die sich nach dem hochwohlgeborenen Hengst benannt hat? Eingefleischte Genrekenner haben darauf längst die Antwort, denn mit "In contact" bringt die im Jahr 2011 in Brisbane gegründete Prog-Kapelle bereits ihr viertes Studioalbum heraus. Wie fast schon genreüblich, handelt es sich dabei um ein Konzeptwerk, das sich mit der Gedankenwelt von Kunstschaffenden beschäftigt, was auch die diskutable künstlerische Gestaltung der CD erklären mag. Nein, zu den Bands mit den ansprechendsten Cover-Artworks werden Caligula's Horse in diesem Leben vermutlich nicht mehr gehören. Das ist auch deswegen erwähnenswert, weil die farbenfrohe Illustration eher an zuweilen bis an die Schmerzgrenze verspielte Interpreten der rockigeren Prog-Art denken lässt – und somit in die Irre führt, weil die Australier einen erheblich gesetzteren, dabei messerscharfen und in puncto Melodieführung zuweilen stark an Sieges Even bzw. an deren Nachfolgeband Subsignal erinnernden Stil an den Tag legen, was den unter Plattentests.de-Lesern verbreiteten Vorstellungen progressiven Metals entgegenkommen dürfte.

Mit drei hochklassigen Alben in der Vita, wissen die fünf Herren rund um Sänger Jim Grey natürlich längst genau, was sie tun. Und so überrascht es nicht, dass "In contact" ein äußerst starkes Werk geworden ist. Lediglich das kurze, gesprochene Intermezzo "Inertia and the weapon of the wall" stört den sonst so grandiosen Fluss des Albums. Und das abschließende "Graves" ist als Viertelstünder etwas zu lang geraten. Zwar weist der Song alle bis dahin vorzufindenden Qualitätsmerkmale auf – vertrackte, dabei jedoch stets transparente Rhythmik, hinreißende Gitarrensoli, einprägsame Gesangslinien und jede Menge Gefühl – , für 15 Minuten hätte es allerdings etwas mehr Abwechslung sein dürfen. Abgesehen davon sind Caligula's Horse mit "In contact" aber mächtig auf Trab und dürften all jenen den Glauben an die progressive Expertise von Plattentests.de bzw. des Rezensenten zurückgeben, die durch die – jedoch selbstverständlich nach wie vor gültige – Empfehlung von Threshold möglicherweise Zweifel hatten. Aufsitzen!

(André Schuder)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • Dream the dead
  • The hands are the hardest
  • Songs for no one
  • Fill my heart

Tracklist

  1. Dream the dead
  2. Will's song (Let the colours run)
  3. The hands are the hardest
  4. Love conquers all
  5. Songs for no one
  6. Capulet
  7. Fill my heart
  8. Inertia and the weapon of the wall
  9. The cannon's mouth
  10. Graves

Gesamtspielzeit: 61:54 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread
Dein Name:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Vennart

Postings: 324

Registriert seit 24.03.2014

2017-10-19 22:54:17 Uhr
Hmm, also Dredg höre ich da gar nicht raus.

Die Stimme sagt bestimmt nicht jedem zu, müsste meiner Meinung nach aber konsensfähiger sein als zum Beispiel der Sänger von Leprous. Überhaupt ist diese Art Gesang im Prog-Metal inzwischen doch an der Tagesordnung.

MasterOfDisaster69

Postings: 269

Registriert seit 19.05.2014

2017-10-19 14:00:26 Uhr
Hatte dann gestern abend nochmal reingehört.
Zuvor bei dem Highlight “Dream the dead” gefiel mir der Gesang wirklich nicht, bei den meisten anderen Songs singt er weniger hoch.
Dennoch nicht so mein Ding. Das ist mir selbst für „Prog-Metal“ einfach zu cheesy gesungen. Aber wem es gefällt, bitte.

tjsifi

Postings: 58

Registriert seit 22.09.2015

2017-10-19 09:35:08 Uhr
"Eunuchen Metal" -thumbs up-

MasterOfDisaster69

Postings: 269

Registriert seit 19.05.2014

2017-10-18 17:53:20 Uhr
Eunuchen-Metal.
Ohne Stimme vielleicht gar nicht so schlecht.
Sänger sollte besser bei den Bee Gees anheuern.

tjsifi

Postings: 58

Registriert seit 22.09.2015

2017-10-17 15:46:22 Uhr
Dredg als Referenz passt perfekt! Schönes Album, Stimme ist mir ein bisschen zu "trällerhaft".
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum du diesen Post melden möchtest.

Threads im Plattentests.de-Forum