Collapse Under The Empire - The fallen ones

Collapse Under The Empire- The fallen ones

Finaltune / Broken Silence
VÖ: 20.10.2017

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Die Dualität des Stillstands

Viel ist es nicht, was Collapse Under The Empire benötigen, um ihre bewährte Postrock-Mischung zu kreieren. Martialische Drums, die mindestens mal Stärke fünf auf der apokalyptischen Skala einnehmen. Synthie-Flächen, so weit wie der Blick vom Himalaya herab. Perlende Gitarren, die zwischen wehklagend und druckvoll ihren zentralen Platz im Sound einnehmen. Und damit die Dualität in der Musik der beiden Hamburger nur noch unterstreichen. Das altbekannte und -gediente Laut-Leise-Schema des Genres wird um die zusätzliche Dimension der atmosphärischen Unkonkretheit erweitert. Auf ihrem sechsten Longplayer "The fallen ones" schickt bereits die eröffnende "Prelude" widersprüchliche Signale zwischen Hoffnung und Resignation durch die Boxen. Und liefert damit den Fahrplan für die nächsten knapp 50 Minuten.

Denn auch der Titeltrack verwischt die Grenzen der Wahrnehmung, so schwebend das Keyboard den Raum erhellt, so drohend grummelt die Rhythmusfraktion dahinter. Blickt man in Richtung Himmel oder Hölle? Oder ist beides am Ende gar sowieso dasselbe? Vorsichtig verschiebt "A place beyond" die Messnadel zugunsten des Rhythmus. Das repetitive Motiv, das Chris Burda am Keyboard einhämmert, lässt beinahe erahnen, wie sich Techno à la Collapse Under The Empire anhören dürfte. Näher an einem Elektro-Remix waren die beiden selten. Die Schaltkreise nehmen wie bereits auf "Sacrifice & isolation" eine prominente Funktion im Aufbau der Stücke ein, wirklicher Gitarrenlärm ist hier hingegen weitgehend abwesend. Was nicht heißt, dass "The fallen ones" kraftlos ist. Das furiose Hämmern des Schlagzeugs zu Beginn von "Blissful" hat bei hoher Lautstärke eine regelrecht physisch erdrückende Kraft, bevor der Song in eine ergreifend trostlose Harmonie kippt. Da braucht es schon die hell erleuchteten Riffs und summenden Töne von "The holy mountain", um den Blick wieder nach oben zu richten.

Auch "The fallen ones" muss sich jedoch der Frage stellen, inwiefern es die Band in ihrer Entwicklung voranbringt – und das ist zugegeben nicht sonderlich viel. Gimmicks wie die Drumrolls, die ähnlich knisternden Feuerwerkskörpern in die Leere hineinschießen, hört man nicht zum ersten Mal bei Collapse Under The Empire. Abgesehen von der erwähnten Weiterführung der synthetischen Instrumentalpräsenz, die im Übergang vom dröhnenden Intro zum mächtigen "The end falls" ihren Höhepunkt findet, betreiben Martin Grimm und Chris Burda weitestgehend Fanbedienung. Da die Stücke von "The fallen ones" aber besonders mit nach rechts gedrehtem Lautstärkeknopf eine buchstäblich umwerfende Wirkung entfalten und das Songwriting so ausgefuchst ist wie eh und je, fallen diese leisen Kritikpunkte sowieso am Ende unter den Tisch. Es bleibt ein erneutes Zeugnis großen Könnens. Gefallene? Zusammengebrochen? Alles andere als das.

(Felix Heinecker)

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Highlights

  • The fallen ones
  • Blissful
  • The end falls

Tracklist

  1. Prelude
  2. The fallen ones
  3. Dark water
  4. A place beyond
  5. Blissful
  6. The forbidden spark
  7. The holy mountain
  8. Flowers from exile
  9. The end falls

Gesamtspielzeit: 48:02 min.

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User Beitrag

Armin

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Registriert seit 08.01.2012

2017-10-17 18:22:13 Uhr - Newsbeitrag
Liebe Musikfreunde,

frohe Kunde aus aller Munde: das neue Album The Fallen Ones, von Europas führendem Post-Rock Duo aus Hamburg, Collapse Under The Empire feiert über das Visions Magazin Online Premiere!

Hört + teilt:

Visions schreibt: "Abseits der synthetischen Klangelemente präsentieren Chris Burda und Martin Grimm klassisches Post-Rock-Wechselspiel von verhallten, angezerrten Gitarrenmelodien und kraftvollem, schwermütigem Schlagzeugspiel, das an Genre-Veteranen wie Mogwai, Caspian und God Is An Astronaut erinnert."

Armin

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Registriert seit 08.01.2012

2017-10-11 21:47:24 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

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Registriert seit 08.01.2012

2017-10-04 13:17:42 Uhr - Newsbeitrag
Liebe Musikfreunde,

wir freuen uns die zweite Single The Forbidden Spark aus dem neuen Album The Fallen Ones des Hamburger Post-Rock Duos Collapse Under The Empire vorzustellen!

Hört + teilt:

CLASH UK zu The Forbidden Spark "The Hamburg duo conduct outlandish experiments in aural connectivity, building up an imposing catalogue of post-rock excursions. Chris Burda and Martin Grimm combine to dramatic effect, piecing together a song that is both bleak yet wonderfully atmospheric. Reminiscent of aspects of Mogwai's work or even Explosions In The Sky, there's a real grandeur to the sound that completely enthrals."

Armin

Postings: 10085

Registriert seit 08.01.2012

2017-09-01 14:04:25 Uhr - Newsbeitrag
Liebe Musikfreunde,

Collapse Under The Empire, Deutschlands bekanntestes Post-Rock Duo, hat über das Rock Hard Magazin die Premiere zum fantastischen neuen Video zur Single Dark Water Premiere gefeiert!

Bitte verbreitet das Video über diesen Link:

Das Video steht unter dem Motto "Nichts hat Bedeutung, ausser der Bedeutung, die wir einer Sache geben".

Visuell umgesetzt hat das Video, in seinem bekannten Stil, der türkische Produzent Murat Kilic. Mit 9 Jahren an Erfahrung, hat Kilic schon für zahlreiche Labels wie BEEF Records, Stil Vor Talent und Lost My Dog gearbeitet.

Dark Water ist die erste Single aus dem neuen Album The Fallen Ones, das am 20. Oktober erscheint.
Eurodance Commando
2017-08-11 09:59:51 Uhr
Super Band !

Schade, dass sie offenbar NIE auf Tour gehen :-(
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