Sinch - Sinch

Sinch- Sinch

Roadrunner / Universal
VÖ: 24.02.2003

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Flanell-Recycling

Kennt noch irgendjemand Candlebox? Oder Seven Mary Three? Oder Sponge? Kurzum, die "Helden" aus der zweiten Reihe der ersten Post-Grunge-Grunge-Welle so gegen 1994, 1995? Nicht? Egal, denn wir schreiben inzwischen ja das Jahr 2003 und dürfen (oder müssen?) den dritten oder vierten Aufguß des Seattle-Sounds über uns ergehen lassen. Glücklicherweise eröffnet dies aber auch so manchen bisher im Verborgenen gedeihenden Gewächsen einen Weg zum Licht. So war es letztes Jahr bei Corey Taylors Stone Sour und so dürfte es dieses Frühjahr Sinch treffen. Bereits seit 1994er Highschool-Tagen gemeinsam unterwegs bringt der Vierer nun seine Songs erstmals weltweit unters Volk.

"Sinch" bietet soliden Ami-Rock - mal hart, mal weich, stets abwechslungsreich. "Passive resistor" arbeitet geschickt mit Laut-Leise-Dynamik und erzeugt eine fast an die Deftones gemahnende Atmosphäre. Das darauffolgende "The arctic ocean" ist ein dezenter Schleicher, und mit dem fast neunminütigen "The silent aquiesence of millions" liefern Sinch auch eine gelungene Bewährungsprobe auf der Langstrecke ab. Zum Schluß gibt's dann noch mit dem an unprätentiöse Creed erinnerenden "Armslength" einen harmonisch tönenden Schlußsong. Schade, daß mit "Something more" ausgerechnet einer der stromlinienförmigsten und tendenziell belanglosen Songs zur Single auserkoren wurde.

Was naturgemäß beim konventionellen Genuß des Albums keinen besonderen Eindruck hinterlassen kann, ist der Umstand, daß Sinch zusätzlich zum instrumentalen Standardpersonal auch Jay Smith mitsamt seiner "Ocular noise machine" beschäftigen. Und was ist das? Angeblich eine selbstentwickelte, interaktive Video-Maschine, die wie eine Gitarre auf der Bühne gespielt wird und sich an Rhythmen und Beats orientiert. Klingt potentiell spannend und macht Lust, Sinch live zu erleben. Vor der heimischen Stereoanlage hilft das allerdings nur bedingt weiter. Und so bleibt lediglich der Eindruck, eine weitere nette, wenn auch nicht sonderlich innovative Rockband aus den US of Angriffskrieg kennengerlernt zu haben.

(Peter Schiffmann)

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Highlights

  • Passive resistor
  • The silent aquiesence of millions

Tracklist

  1. To die in fall
  2. 433 (Hypothetical situation)
  3. Tabula rasa
  4. Something more
  5. Passive resistor
  6. The arctic ocean
  7. Seven
  8. Plasma
  9. The silent aquiesence of millions
  10. Bitmap
  11. Armslength

Gesamtspielzeit: 48:55 min.

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