Sunrise Avenue - Heartbreak century

Sunrise Avenue- Heartbreak century

Polydor / Universal
VÖ: 06.10.2017

Unsere Bewertung: 2/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Shit hits for fans

"This is Finnish, but not the end", stellte Hape Kerkeling als nordischer Rap-Rüpel verkleidet vor einiger Zeit fest. Wir wissen es natürlich mittlerweile besser, denn bei Sunrise Avenue aus Helsinki hört so einiges auf. Toleranzgrenzen, guter Geschmack, Wohlbefinden. Nur die Band selbst nicht, entgegen der Prophezeiung des Kollegen Preußer anlässlich des Debüts "On the way to wonderland" im Jahr 2006. Okay, "Fairytale gone bad" war damals ein Radiohit der guten Sorte, "Hollywood hills" nervte auch erst nach ungefähr der zehnten Zwangsrotation. Was das Quartett auf seinem fünften Album "Heartbreak century" aber an seichtester Bierzelt-Unterhaltung präsentiert, hat damit qualitativ so gar nichts zu tun. Der offizielle deutsche Fanclub bezeichnet die Band in der Homepage-Begrüßung als "verrückte Finnen". Dabei ist das einzige, was hier verrückt ist oder wird, der Hund in der Pfanne, die Fingernägel innerhalb des Nagelbetts oder der Rezensent, der sich Sunrise Avenues neueste Ergüsse mehrfach anhören muss.

Dass die Platte mit eins zu eins von Mumford & Sons kopiertem Akustik-Geschrammel losgeht, stellt dabei einen der wenigen angenehmen Momente dieser rund 40 Minuten dar. "These are the times / When you are supposed to take a step", predigt Jurorenpriester Samu Haber und schiebt die ultimative Motivationskiste hinterher: "It's now or never / We can do this together." Einen Song später fährt der Titeltrack zum ersten, aber weiß Gott nicht zum letzten Mal die schmierigsten Whoo-hoo-Chöre auf, die sich zwischen Turku und Inari auftreiben ließen. Siehe "Question marks", siehe "Beautiful", fast wie Copy & Paste. Noch ein wenig schlimmer wird es mit der Single "I help you hate me", die wenigstens ihrem Titel alle Ehre macht. Mit dickem Stampfrhythmus probt sie den großen Hoedown und endet doch nur in etwa bei Dorffest, Freibier, Mitklatsch-Runde. Dagegen sind die jüngeren Coldplay Meister der subtilen Dramatik und Nickelback waschechte Metalheads.

Es ist wahr, dass Authentizität keine Währung in der Popmusik darstellt oder darstellen sollte. Doch Sunrise Avenue nimmt man nicht mal mehr die grundsätzlichste Basis ab. Platte Klischees, so weit das Auge reicht, Melodien, die keinen Funken Kreativität spüren lassen. Fährt "Afterglow" wenigstens mal eine hübsche Harmonie auf, macht sie der nervige Background-Chor mit Schluckauf zunichte. Bei "Let me go" freu man sich über etwas Zurückhaltung – jedoch nur bis nach dem ersten Refrain. Gipfel der Peinlichkeit ist "Somebody like me (Crazy)", das es zunächst schafft, Pfeifen und "Yee-haa"s zusammenzubringen, und schließlich mit dem absurd ausgeblendeten "absolutely mother- (blubb, blubb) crazy" kulminiert. Wenn man schon F-Wörter auf der Platte zensieren muss, sollte man sie verdammt noch mal von vornherein nicht verwenden. Hoffentlich lag der bereinigende Blubber-Effekt wenigstens gratis dem ProTools-Baukasten bei, der hier großzügig zum Einsatz kam.

Auf der anderen Seite hätte man den Filter noch flächendeckender verwenden können. So würde man sich furchtbare Zeilen wie "You can be the one / You can be the light / You can be a star that shines at night / Never let your flag go down" ersparen. Gibt es Menschen, denen solche Texte wirklich Mut machen oder sie gar beflügeln? Man würde sie gerne mal treffen. Oder vielleicht auch lieber nicht. Am Ende sind sie vorher an einer tieftraurigen Stelle wie "I'm trying to make room for love / It's drowning inside me" hängengeblieben. Vom ultraflachen Radiopop mit ein paar gefälligen Songs haben Sunrise Avenue sich zu einem echten Ärgernis an Stumpfheit und Banalität entwickelt. Wenn das trotzdem noch vielen gefällt, darf sich wenigstens der Fanclub über Zulauf der gewünschten "verrückten neuen Freunde" freuen. "Cause if you love somebody like me / You gotta be crazy", singen Sunrise Avenue sogar selbst. Anders hält man's ja auch nicht aus.

(Felix Heinecker)

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Highlights

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Tracklist

  1. Never let go
  2. Heartbreak century
  3. I help you hate me
  4. Afterglow
  5. Point of no return
  6. Flag
  7. Let me go
  8. Question marks
  9. Somebody like me (Crazy)
  10. Beautiful
  11. Room
  12. Home

Gesamtspielzeit: 41:15 min.

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User Beitrag

hubschrauberpilot

Postings: 3067

Registriert seit 13.06.2013

2017-10-13 19:49:16 Uhr
Ich bin entsetzt vom Album. Sunrise Avenue waren nie wirklich gut, hatten aber immer ihre 1-2 Momente pro Album. Und jetzt?!?!?!?

Armin

Postings: 10095

Registriert seit 08.01.2012

2017-10-13 19:37:20 Uhr - Newsbeitrag
Sunrise Avenue
SUNRISE AVENUE - Neues Album HEARTBREAK CENTURY stürmt an die Chartspitze
Für das neue Album „Heartbreak Century“ (VÖ: 06.10.17) reiste Samu Haber nur mit seiner Gitarre im Gepäck um die halbe Welt, nahm sich eine Auszeit, schrieb Songs. „Heartbreak Century“ ist gleichermaßen Momentaufnahme wie Zeugnis der persönlichen und musikalischen Weiterentwicklung des charismatischen Frontmanns von Sunrise Avenue.

Eine, die sich auszahlt, denn das fünfte Studio-Album platziert sich direkt von Null auf Platz 1 der Offiziellen Deutschen Album-Charts. Gefeiert wird im Anschluss an das ausverkaufte Konzert in der finnischen Heimat. Innerhalb kürzester Zeit ausverkauft, waren auch die Deutschland-Termine der seit 11. Oktober laufenden Europa-Clubtour. Für die große Stadiontournee im Frühjahr 2018 gibt es in einigen Städten noch Rest-Tickets.

Nach vier Jahren Pause eine echte Erfolgswelle, auf der Sunrise Avenue gerade surft. Die erste Single-Auskopplung „I Help You Hate Me“ (TOP 10 Airplay-Charts) war bereits ein Vorbote; mit dem Sprung an die Chartspitze untermauern die Finnen ihren Erfolg.

Ab 19. Oktober ist Samu Haber wieder als Coach bei The Voice Of Germany auf dem Bildschirm zu sehen. Den 05. November jedoch sollten sich Sunrise Avenue Fans ganz besonders merken: Sat1 strahlt im Anschluss an The Voice Of Germany und Luke! Die Woche und ich mit der Band als Gast, exklusiv die Dokumentation „Sunrise Avenue Secret Film – Behind The Scenes with Samu Haber“ aus und gibt Einblicke in den Weg zur Entstehung des neuen Albums „Heartbreak Century“.


Anstehende TV Termine:
19.10.2017 / 20:15 Uhr / Pro7 / The Voice of Germany – Staffelstart
28.10.2017 / 23:40 Uhr / ARD / Ina’s Nacht
04.11.2017 / 20:15 Uhr / Schlag den Henssler
05.11.2017 / 20:15 Uhr / Pro7 / The Voice of Germany
05.11.2017 / 22:45 Uhr / Sat1 / Luke! Die Woche und ich
05.11.2017 / 23:30 Uhr / Sat1 / Doku „Sunrise Avenue Secret Film – Behind The Scenes with Samu Haber“



Abseits des Mainstreams und so ...
Lisanne137
2017-10-07 22:58:03 Uhr
Ich find das Album schlecht. Die Lieder von einer Band sollten sich auch wie lieder aus einer Band anhören und nicht so... man muss ne Gitarre hören und ein Schlagzeug.. einen Bass wäre auch nicht schlecht... außerdem waren die Melodien an sich auch mal einfallsreicher ... Samu ich bin echt enttäuscht von dir. Dass ihr einfach Mainstream werdet und gar nicht bei dem bleibt was euch ursprünglich ausgemacht hat. Das ist echt traurig ... 😔
Andreabienchen
2017-10-07 15:10:27 Uhr
Bin echt enttäuscht...kein Rock mehr... nur noch Radiogedudel😔 und dann kommen die Madizin Mixes von CD 2...da habe ich ausgeschaltet🙉🙉🙉 was ist da los????
Sunriser
2017-10-05 19:58:03 Uhr
Purer Hate... Wenns einem nicht gefällt okay... Aber eine Band so runterzumachen find ich nicht okay... In der „Bewertung“ wird doch nur gehatet...
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