Son Little - New magic

Son Little- New magic

Anti / Indigo
VÖ: 15.09.2017

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

So blau blau blau

Aaron Earl Livingstons Gitarre brennt nicht. Zwar erleuchtet sie das Dunkel auf dem Cover seines zweiten Studioalbums, aber wenn es ihm nicht gelungen ist, einen Schwarm Glühwürmchen um eine 15-Watt-Birne zu versammeln, handelt es sich bei dem ominösen Schein im Inneren seiner Klampfe um die Visualisierung des Albumtitels "New magic". Das Instrument ist Livingstons Erzähl(ge)hilfe und die Entstehungsgeschichte dieser Platte nicht arm an nachträglich interpretiertem Zauber, wie den schlafenden Riesen Inspiration und Schreibfluss, die in Australien mit der geliehenen Gitarre des blinden Aborigini-Künstlers Gurrumul geweckt wurden.

Livingston steht unter seinem Alias Son Little auf den Bühnen dieser Welt und formt aus Soul, R'n'B, Gospel, Blues und Rock Songs, deren Fundament in den Sechziger- und Siebzigerjahren gegossen wurde, und die sich mit zeitgemäßiger Produktion und subtilen Arrangements ins Jahr 2017 hieven. Nicht zwingend magisch, aber doch bewundernswert ist, wie Son Little diese Verquickungen gleichermaßen leichtfüßig und fokussiert darlegt. Besonnen und bestimmt beansprucht er Kimberly, die "queen of my soul", für sich und wimmelt Nebenbuhler ab: "Have I made myself clear / Or do I have to stand up and shout in your ear?"

Son Littles leicht kratzige Stimme erlaubt es ihm, das Aufbegehren noch energischer wirken zu lassen und gibt dem wunderbaren, an D'Angelo erinnernden Schleicher "Mad about you" je nach Gusto emotionale Tiefe oder Sexiness. Im mit Geige verzierten Blues von "The middle" knallt der Mann aus Philadelphia das halbvolle Glas auf die Theke und brummelt "I can't take no more living in the middle". Und "ASAP" legt seine Vorliebe für Jimi Hendrix unverblühmt offen. Son Little unterstreicht abermals, dass er einerseits mit den Überresten an Dreck im Gitarrensound oder der Produktion auf "New magic" kein Interesse an kristallinem Retro-R'n'B hat, andererseits im Finale des Gospel beeinflussten "Demon to the dark" aber auch keine Vocal-Samples scheut.

Nachdem das geklärt ist, nippt Son Little am Kokosnusswasser und lauscht seinem Sommerhit "Blue magic (Waikiki)". R'n'B-Licks und Drum-Rhythmiken mit der Vordergründigkeit von The Roots' Questlove geben den entspannten Takt dieses Grooves vor, das Miniatur-Xylophon bimmelt so lieblich, wie der Background-Gesang trällert, ehe der Kanon am Ende auch klangliche Unschärfen erlaubt. Was dort als Teil einer Zehenbewegung begann, führt in "O me o my" und dem quirligen "Bread & butter" unweigerlich auf die Tanzfläche und beruhigt schließlich auch die letzten Skeptiker, deren Blick auf das Cover Assoziationen an mittelprächtige Ferienfreizeiten hervorgerufen hatte: "New magic" ist kein Album für Stockbrot.

(Stephan Müller)

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Highlights

  • Kimberly's mine
  • Blue magic (Waikiki)
  • Mad about you
  • ASAP

Tracklist

  1. Kimberly's mine
  2. Blue magic (Waikiki)
  3. O me o my
  4. Charging bull
  5. Mad about you
  6. Miss Ona
  7. The middle
  8. Bread & butter
  9. ASAP
  10. Letter bound
  11. Demon to the dark

Gesamtspielzeit: 36:02 min.

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Armin

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2017-09-27 20:22:23 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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