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Waterdown - The files you have on me

Waterdown- The files you have on me

Victory / Zomba
VÖ: 31.03.2003

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Schwere Zugriffsverletzung

Deutscher Hardcore wird international salonfähig, nächster Teil. Ruhe auf den billigen Plätzen! Wir kommen gleich zum Eingemachten. Aber zuerst gehen wir noch einmal alle in uns. Und rekapitulieren Vergangenes: Waterdown waren vor zwei Jahren hoffnungsvolle Neutänzer im Circlepit der nationalen Popoklopper-Front. Und erregten einen Großteil der Aufmerksamkeit alleine schon dadurch, ihr durchaus fähiges erstes Album gleich via Hardcore-Major Victory in die Hartwurst-Clubs von Berlin, New York, London und eben Osnabrück geliefert zu bekommen. Eine ausgedehnte US-Tour mit Größen wie Thursday, Skycamefalling und Drowningman hat das norddeutsche Kollektiv noch zusätzlich reifen lassen.

Doch nun Schluß mit den ollen Kamellen. Denn mit "The files you have on me" verteilt die Band neues Futter und Nierentritte für alle Pogosäue und solche, die es werden wollen. Zu sagen wäre da einiges. Zum einen, daß die Band auch in der neuen Besetzung gut zu funktionieren scheint. Zum anderen, daß Waterdown mittlerweile einen um einiges erweiterten musikalischen Horizont beweisen, als das noch auf "Never kill the boy on the first date" der Fall war. Kleine Punkrocker mit viel Wumms und mächtige Dampfwalzen mit viel Bumms. Feine Sache. Wir halten inne und summieren: löblich, das Ganze. Zunächst einmal.

So wechseln Waterdown von der Troisdorfer Blubox in das Kölner Minirock und schleudern einem gleich das bissig-politische "A fortress" entgegen. "Xerox" erweist sich im Anschluß zwar als kein ernstzunehmender Gegner, bildet aber nicht nur mit "Dodging bullets" ein bemerkenswertes Trio Infernale, das sich gewaschen hat. Gekämmt aber auch. Hut ab, Leute! So viel Feinsinn und Gespür für Melodien, Arrangements und kritische Lyrics hätte man den Norddeutschen kaum zugetraut.

Aber irgendwo beim Umzug von Troisdorf an den Rhein scheinen wirklich gute Ideen - zumindest quantitativ - ein wenig abhanden gekommen zu sein. Wie sonst ist es zu erklären, daß die zweite Halbzeit weitaus weniger befriedigt, als vieles vorher noch mit fliegenden Fahnen versprochen hat? "Nails all broken short", "Going back", "Interrogation" oder "Disgrace" - Songwriting als stumpfe Abarbeitung vorgefertigter Formeln. So geht das zwar auch. Aber - da sind wir uns wohl einig - nicht wirklich gut. Lautstärke bedeutet noch lange keinen Krach. Schweres Gerät noch keine Intensität. Und Gegensätze am Mikrophon noch lange kein "Full collapse". Die Donots-Anleihe "Nothing" stimmt uns dann letztendlich doch versöhnlich. Ein wenig. Better songs included. Bitte wieder mehr davon!

(Sven Cadario)

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Highlights

  • A fortress
  • Dodging bullets

Tracklist

  1. Bulletproof
  2. A fortress
  3. Xerox
  4. Transient
  5. Dodging bullets
  6. Decaffeinated
  7. Nails all broken short
  8. Going back
  9. Disgrace
  10. Nothing
  11. Interrogation
  12. At the waterfront
  13. 13

Gesamtspielzeit: 47:37 min.

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