Howe - The listener

Howe- The listener

Thrill Jockey / EFA
VÖ: 17.03.2003

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Hörzu

Huch, ist das Jahr schon wieder rum? Zweifellos, denn Howe Gelb hat mal wieder etwas Neues unterm Arm. "The listener" heißt die Scheibe diesmal und verspricht wie üblich allerlei Americana-Kauzigkeiten. Wenn schon seine Hauptkapelle Giant Sand wegen des Erfolgs seiner Kollegen Joe Burns und John Convertino mit Calexico anscheinend auf Eis liegt, bleibt Gelb bestimmt nicht untätig. Der Titel als "hardest working man" im Indie-Sektor will verteidigt werden.

Das fünfte Solowerk des verschrobenen Wüstenmenschen jedenfalls klingt wie eine ferne Erinnerung an Feuchtigkeit. Und was entsteht dort, wo es mal naß war? Klar, Staub und Rost. "The listener" steckt voll davon. Gelegentlich erwischt man Gelb dabei, wie er mit kräftigem Schütteln und gezielten Tritten wenigstens einen Teil der Fremdkörper herausrieseln läßt. Aber natürlich nicht, um sie loszuwerden. Gehört alles zur Musik. Das Krächzen und Knirschen, das Schnaufen und Säuseln, das Winseln und Wackeln. Wer selbsternannter Multi-Dilletant ist - Gelb beherrscht ein Dutzend Instrumente, aber kaum eines davon richtig -, kann Schönklang brauchen wie zwei Stück Magarine in der Unterhose.

Viel passender ist es für ihn doch, munter in der Musikgeschichte herumzuwildern. Skelettierte Zitate hüpfen einem auf "The listener" immer wieder entgegen. Da kommt in "Felonious" Lou Reeds "Sweet Jane" genauso unter die Räder wie Andrew Lloyd Webbers "Phantom of the opera" in "Moons of impulse" oder "Superstar" von den Carpenters in "Blood orange". Nebenbei widerfährt "B 4 U (Do do do)" eine fast vollständige Transplantation von Bill Withers Klassiker "Lean on me" in ein hektisches Gemurmel, das noch von "Cover magazine" übriggeblieben zu sein scheint. Interessant sind nicht nur hier vor allem die unsauber vernähten Operationsnarben. Vielleicht sollte aber mal jemand die Löcher stopfen. Ansonsten ist vielleicht schon beim nächsten Mal die Luft raus.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Cowboy boots
  • Lying there
  • B 4 U (Do do do)
  • Blood orange

Tracklist

  1. Glisten
  2. Felonious
  3. Jason's list
  4. Cowboy boots
  5. Torque (Tango de la tongue)
  6. Piango
  7. Lying there
  8. B 4 U (Do do do)
  9. The Nashville sound
  10. Blood orange
  11. Moons of impluse
  12. Now I lay me down
  13. Lemmy n Emmy

Gesamtspielzeit: 52:38 min.

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