Anouk - Graduated fool

Anouk- Graduated fool

Dino / Capitol / EMI
VÖ: 03.03.2003

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Fauler Pelz

Man weiß ja was passiert, wenn Holländer den eigentlich lobenswerten Versuch unternehmen, uns zu unterhalten. Wir denken an Rudi Carrell, der am Anfang noch ganz witzig war, dann aber den Zeitpunkt des würdevollen Abtritts um ca. 25 Jahre verpaßte. Oder Jon de Mol, der nicht nur untotes wie Big Brother oder sämtliche sinnbefreite RTL-Gameshows zu verantworten hat, sondern den Schmodder auch noch von seinem berufsblonden Frauchen Linda moderieren läßt. Kein Wunder, daß bei der "Traumhochzeit" regelmäßig Tränen flossen.

Wie gut, das früher wenigstens eine wie Anouk aus Holland kam. Man muß sich zwar fast vier Jahre zurückbemühen, um auf den erste-Sahne-Pop ihres letzten Albums "Urban solitude" zu treffen, aber der hatte es dafür auch wirklich in sich. Wattierter Dezent-Rock, Herzschmerz-Balladengeschwelge, bestechend ausgefuchstes Songwriting und mindestens ein halbes Dutzend Bessere-Welt-Hits. Alles, was Pop braucht, eben. Jetzt gibt es Anouk zwar wieder, nur ist von all dem nicht viel übrig geblieben. Der wattierte Dezenzt-Rock und das Herzschmerz-Balladengeschwelge sind natürlich noch da, aber die tollen Songs müssen irgendwo im niederländischen Hochgebirge verloren gegangen sein. Es ist ein Jammer mit den Holländern.

Bezeichnend, daß das einzig Innovative an "Graduated fool" das futuristisch abgerundete Jewelcase ist, in dem es ausgeliefert wird. Mit "Jagged little pill" im Ohr und dessen Erfolg im Sinn sauen sich Anouk und ihre vielen Helfer einen lieblosen Haufen Female-Rock zusammen, aus dem höchstens die potentielle "Urban solitude"-B-Seite "No time to waste" heraussticht. Von der Einmaligkeit, dem Charisma vergangener Tage ist nichts übrig geblieben, stattdessen bestimmen hektisch verwackelte Rocker wie "Too long" und üble Details wie das unterirdisch schlechte Flitzefinger-Solo aus "Searching" das Bild der neuen Platte. Dafür wurde wahrscheinlich extra irgendein alter Matten-Metal-Held aus der Betty-Ford-Klinik eingeflogen. Eddie van Halen oder so. Zur nächsten WM fahren wir nicht nur ohne die Holländer, wir lassen auch ihre CDs zu Hause. Cheesy.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • No time to waste

Tracklist

  1. Too long
  2. Everything
  3. Hail
  4. Who cares
  5. Graduated fool
  6. Stop thinking
  7. No time to waste
  8. Searching
  9. Margarita chum
  10. I live for you
  11. Bigger side

Gesamtspielzeit: 43:05 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
@Küblböck
2009-03-28 23:11:47 Uhr
Da hast du aber recht. Besonders deine Musik verdient solche Kritik natürlich nicht.
Daniel Kübelböck
2009-03-28 23:02:57 Uhr
ich finds immer schlimm wenn irgendwelche opfer versuchen schöne musik zu kritisieren.
irgendwelche opfer ist bezogen auf "dän".
Dän
2004-05-07 23:11:53 Uhr
Was soll ich denn zu "hat keine Ahnung" und "hört nur Hitparadenmusik" auch sagen? Wenn die beiden wirklich über das Album und meine Rezi diskutieren wollten, könnten wir das gerne tun.

Jetzt mal ganz abgesehen davon, dass mein Beitrag höchstens halb so ernst gemeint war, wie Du ihn offenbar genommen hast.
Sledge Hammer
2004-05-07 23:03:21 Uhr
da kann einer aber gut mit Kritik umgehen
Dän
2004-05-04 18:44:24 Uhr
Es tut mir leid, aber wegen meiner Abflachung kann ich Eure langen Beiträge beim besten Willen nicht lesen. Außerdem ziehe ich mir gerade die neue Daniel-Küblböck-Single.
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