Songs:Ohia - The Magnolia Electric Co.

Songs:Ohia- The Magnolia Electric Co.

Secretly Canadian / Cargo
VÖ: 10.03.2003

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Sweet home Magnolia

"Ich mache jetzt in Southern Rock." Jason Molina sprach's und grinste sich einen. Können wir ihm das abkaufen? Sollte der eigentlich für niedergeschlagene Weisen aus niederschlagsfreien Zonen zuständige Leidensgenosse plötzlich Stiernacken, Truckermütze und schmückende Vokuhila bekommen haben? Man mag es sich nicht vorstellen. Schieben wir lieber schnell "The Magnolia Electric Co." in den Player und lassen uns überraschen. Und tatsächlich: "Farewell transmission" rockt. Nun ja, im Vergleich zum sonstigen Geschleiche von Songs:Ohia jedenfalls. Die Verstärker jaulen noch immer nur mit Bedacht. Vor Schweißrändern muß sich also niemand in Acht nehmen.

Und doch ist der Duft des Wechsels spürbar. Nach dem reduzierten, fast kammermusikalischen "Didn't it rain", bei dem ebenfalls Steve Albini die Mikrophone entstaubte, traut sich Molina mehr Klang. Da darf mal eine Wurlitzer wimmern, da krächzen Marshalls auf der vorletzten Röhre, da trauen sich gelegentliche Geigen, Mandolinen und Pedal Steels in den Vordergrund. Am aufdringlichsten bemerkt man natürlich den ständigen Austausch am Mikrophon. Gleich fünf Stimmen wechseln sich während der gerade mal acht Songs ab. Lawrence Peters gibt in "The old black hen" den leibhaftigen Merle Haggard, während in "Peoria lunch box blues" Scout Niblett ein paar Tränen vergießt. Da reicht man doch gerne das vollgeschneuzte Taschentuch weiter.

Songs:Ohia trauen sich also tatsächlich heraus aus den abgedunkelten Zimmern. Nicht mehr nur die Jungs mit den verheulten Augen sollen sich an Midtempos wie "Just be simple" oder "Almost was good enough" laben. Nein, jetzt soll auch die dosenbiertrinkende Fraktion auf den Geschmack gebracht werden. Natürlich schmecken dabei die Songs von "The Magnolia Electric Co." noch immer ein wenig salzig - aus Molina wird eben so schnell kein grinsender Lachsack -, aber immer hübsch siebzigerselig. Das macht Freude, selbst wenn man mitweinen muß. Er ist ja schon ein Guter, der Jason. Da darf er sogar mal wie in "John Henry split my heart" mit finsterem Bombast spielen. Und doch darf man grinsen, wenn dann plötzlich doch wieder das schüchterne Piano um die Ecke lugt. Ist doch egal, ob das jetzt Ironie ist. Sollte dem siebten Studioalbum der Molina-Truppe etwa tatsächlich der Durchbruch "at a strip joint or monster truck show" gelingen, wie der Wischzettel fabuliert? Nicht ausgeschlossen.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Farewell transmission
  • The old black hen
  • John Herny split my heart
  • Hold on Magnolia

Tracklist

  1. Farewell transmission
  2. I've been riding with the ghost
  3. Just be simple
  4. Almost was good enough
  5. The old black hen
  6. Peoria lunch box blues
  7. John Henry split my heart
  8. Hold on magnolia

Gesamtspielzeit: 45:10 min.

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