Goldfinger - The knife

Goldfinger- The knife

Rise / BMG
VÖ: 21.07.2017

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Lang ist's her

Goldfinger? Die Punk-/Ska-Band Goldfinger? Die sind ja so lange her, man weiß nicht mal mehr genau, ob die sich nach dem James-Bond-Film benannt haben oder ob es andersrum war. Man erinnert sich nach einigem Grübeln, wann einem Goldfinger wohl das erste mal positiv aufgefallen sind: Waren die nicht auf dem Soundtrack von "Tony Hawk's pro skater"? 1999 war das. Das ist so lange her, damals gab es noch nicht einmal Youtube und gefühlt liegt diese Zeit näher an dem Punkt der Menschheitsgeschichte, an welchem man begann Tiere zu domestizieren, als an der Jetztzeit. Goldfinger erlebten damals gerade ihren kreativen und kommerziellen Höhepunkt. Zusammen mit einer Menge artverwandter Bands, lieferte die Gruppe um die Jahrtausendwende den, zu dieser Zeit verdammt angesagten, mit Ska angereicherten Punkrock, zu welchem es sich so lässig skaten ließ. Als diese Welle zur Mitte des Nuller-Jahrzehnts dann abebbte, kam von Goldfinger – bis auf das viel zu späte und viel zu egale "Hello destiny" von 2008 – auch nichts mehr. Da überrascht es schon, wenn 2017 Promo-Material ins Postfach flattert, in welchem großspurig verkündet wird, die "legendären" Goldfinger seien zurück. Er habe sich Zeit genommen für dieses Album, lässt Bandleader John Feldmann wissen, "neun Jahre um genau zu sein". Die Frage, seit wann man denn bitte neun Jahre für ein Punktrock-Album braucht, sei dabei legitimerweise angeführt. Auf ein neues Album von Tool wartet man gerne sogar einige Zeit länger, aber auf ein Album von Goldfinger eben nicht – die Jungs aus Los Angeles hatte man schlicht vergessen. Doch die echte Überraschung kommt erst noch!

Punkrock im fortgeschrittenen Alter kann peinlich sein. Wenn Bands weit jenseits der vierzig vorgeben, die selben Probleme wie Teenager zu haben zum Beispiel. Glücklicherweise nehmen Goldfinger auf "The knife“ Abstand davon und verhalten sich zum größten Teil ihrem Alter entsprechend. Da dieses schon die Hälfte der zu erwartenden Lebenszeit überschritten hat, scheint es Zeit für eine Bilanz und ein paar wehmütige Blicke nach hinten zu sein. "Where did my life go?“ fragt Feldmann bereits im Opener "A million miles", und auch die folgenden Tracks beziehen sich meistens auf die Vergangenheit. Schön war's – das ist die nicht allzu tiefsinnige Message die Goldfingers mittlerweile siebtes Album verbreitet. Allzu viel haben Goldfinger also nicht mehr zu sagen. Die ohnehin kompakte politische Dimension, welche die Band einmal hatte, ist auch nicht mehr zu erkennen. In "Orthodontist girl" bricht doch noch einmal der pubertierende Teenie in Feldmann durch und ergibt sich einer schrägen Fantasie mit seiner Kieferorthopädin. All das hat in etwa so viel Gehalt, wie ein Praktikant in der deutschen Medienlandschaft am Monatsende. Trotzdem, und hier kommt die wirkliche Überraschung, macht "The knife" richtig Spaß.

Dieser Umstand liegt weniger an den Texten, als an der Musik. Goldfinger klingen trotz der langen Pause und ihres Alters noch um einiges frischer, als man es ihnen zugetraut hätte. Flottes Palm-Muting haben die Kalifornier noch genauso drauf wie kraftvolles Stakkato-Gehacke, die Finger gleiten so lässig wie früher im Oktavabstand über das Griffbrett. Schnelle Punkrocknummern wechseln sich mit Ska-Songs ab, Feldmanns Stimme klingt noch genauso wie vor zwanzig Jahren und mit Travis Barker haben sich Goldfinger einen Schlagzeuger ins Boot geholt, der sich exzellent darauf versteht Druck zu machen und jedes noch so dünne Riff durch sein virtuoses Spiel enorm aufzuwerten. Und dann sind da natürlich noch die Bläser: Immer wieder mischen sie sich ins Geschehen ein, mal als führendes Melodieinstrument, mal zur ganztönigen Untermalung einzelner Passagen. Auch wenn sie keine musikalischen Wunder vollbringen, so sind sie doch auffallend gut arrangiert und eingespielt – und tragen so einen großen Anteil an dem unbeschwerten Vibe des Albums.

Was bleibt hängen? Goldfinger sind wieder da! Auch wenn die wenigsten sie vermisst haben, ist das doch eine gute Nachricht, denn "The knife" macht Laune. Nach so langer Zeit noch ein Album zu veröffentlichen, das eigentlich noch in die 2000er Jahre gehört hätte, ist gewagt und hätte böse enden können. Ist aber nochmal gut gegangen. Dass Goldfinger nichts wirklich gehaltvolles mehr zu sagen haben, kaschieren sie wunderbar mit dem Umstand, dass sie trotzdem noch Songs schreiben können, die angenehm treiben und im Ohr bleiben. "The knife" ist ganz sicher nicht für die Ewigkeit gemacht, für einen Sommer aber ganz bestimmt. Vielleicht sollte ich mein Skateboard wieder auspacken und damit 'ne Runde drehen, mit Goldfinger auf den Ohren, so wie früher.

(Christopher Padraig ó Murchadha)

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Highlights

  • Get what I need
  • Am I deaf
  • Who's laughing now

Tracklist

  1. A million miles
  2. Get what I need
  3. Am I deaf
  4. Tijuana sunrise
  5. Put the knife away
  6. Dont let go
  7. Beacon
  8. Who's laughing now
  9. Say it out loud
  10. Orthodontist girl
  11. See you around
  12. Liftoff
  13. Milla

Gesamtspielzeit: 39:15 min.

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MasterOfDisaster69

Postings: 242

Registriert seit 19.05.2014

2017-07-27 13:20:16 Uhr
Eigentlich ist der guten Rezension nicht viel hinzuzufügen, stimmt schon, auch die Bewertung. Die relativ kurzlebigen Nummern funktionieren insbesondere jetzt im Sommer und dieser Ska-Takt geht in die Beine. Das ist alles nicht wirklich neu, aber hört man sich doch immer mal wieder gerne an und live sollte das auch Spass machen. Jetzt noch auf Spotify downloaden und ab an den Strand…

Até já !

Armin

Postings: 9540

Registriert seit 08.01.2012

2017-07-19 21:46:22 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?


Armin

Postings: 9540

Registriert seit 08.01.2012

2017-05-26 16:06:26 Uhr - Newsbeitrag
GOLDFINGER - "The Knife“

Neues Album nach 9 Jahren: The Knife (VÖ: 21.07.17 - Rise Records/BMG)

1. Single : "Put The Knife Away"


Die legendäre Punk/Ska-Band GOLDFINGER ist zurück! Am 21. Juli 2017 wird nach 9 Jahren ihr neues Album "The Knife" über Rise Records erscheinen.

Pünktlich zur Ankündigung gibt es mit "Put The Knife Away" einen ersten Vorgeschmack auf die neue Platte: https://youtu.be/oYkEJgXu49U

Gitarrist und Sänger John Feldmann erklärt: "I took my time making this record...Nine years to be exact! I feel like I've made the most concise Goldfinger record in my career. We have all Goldfinger styles together as one, with Zakk Cervini, who mixed the Blink-182 record, and Travis Barker on drums, I couldn't be more proud of an album."

The Knife - Tracklisting
1. A Million Miles
2. Get What I Need
3. AM I Deaf
4. Tijuana Sunrise
5. Put The Knife Away
6. Don't Let Me Go
7. Beacon
8. Who's Laughing Now
9. Say It Out Loud
10. Orthodontist Girl
11. See You Around
12. Liftoff
13. Milla



GOLDFINGER Online
http://goldfingermusic.com/
http://facebook.com/goldfingermusic
https://twitter.com/goldfingermusic

Offizielle Pressemitteilung:

GOLDFINGER
Announce The Knife, Album Out July 21st on Rise Records

Release first single/video for new song
"Put The Knife Away”

Los Angeles’s legendary punk/ska Goldfinger is back, with the announcement of The Knife, to be released July 21 through Rise Records. After nine years of producing and writing music for other bands, Goldfinger is proud to be back with 13 tracks of their very own for their first time since the release of their 2008 album, Hello Destiny...

The album features a host of special guests including guest vocals from Blink-182's Mark Hoppus, 311 lead-singer Nick Hexum, Mighty Mighty Boss Tones guitarist Nate Albert ("Get What I Need") on guitar, Twenty One Pilots' Josh Dun on drums ("Orthodontist Girl"), and ONE OK ROCK's Takahiro Moriuchi, amongst others. Fans can get a first taste of the album through their first single, “Put The Knife Away”.

The Knife is not a nostalgia play; it is an evolution of the band and a reflection of the musical and life experience that singer-songwriter/producer John Feldmann who explains, "I took my time making this record...Nine years to be exact! I feel like I've made the most concise Goldfinger record in my career. We have all Goldfinger styles together as one, with Zakk Cervini, who mixed the Blink-182 record, and Travis Barker on drums, I couldn't be more proud of an album.

With 13 tracks, The Knife surges with the energy, personality, and charm that has made Goldfinger one of the most memorable acts from 90s/2000s punk. From the blaring opener “A Million Miles”, the easy-going, self-deprecating ska-influenced “Get What I Need”, the swaying struggle of “Don’t Let Me Go”, and the brassy, reggae feel of “Liftoff”, the record spans a vast spectrum of sound and tone. This variety is the result of deliberate reflection of Feldmann’s life experiences and extensive production (Blink-182, Panic! At The Disco, 5 Seconds of Summer) career over the years. With tongue-in-cheek scene commentary on “Am I Deaf?”, the interpersonal conflict of “Put the Knife Away”, or the heartwarming ode to his daughter “Milla”, Feldmann uses The Knife as a decidedly unguarded sonic update and re-introduction of himself and his thoughts. 



Goldfinger’s resurgence on The Knife is not a rehearsal of past glory; it is a revolution. This is greatly echoed in the band’s revamped lineup, featuring MXPX’s Mike Herrera on bass and Story of the Year’s Phil Sneed on guitar (both doing backup vocals as well). Blink-182’s Travis Barker plays drums on the album, making the album a fitting collection from different corners of the punk world and further showcasing Feldmann’s ability to draw from and synthesize influences into a cohesive, character-infused collection of talent and art.

Goldfinger continues to build on a highly regarded legacy, where they have been considered one of the forerunners and most well-known bands of the third-wave ska/punk movement of the late 90s. Their 1996 self-titled debut Goldfinger went gold, and was named one of “The Ten Albums That Defined 1996” by Alternative Press in 2006. AllMusic said “no one had more success with this new sound than Goldfinger on their self-titled debut”, calling it “irresistibly catchy, creative, and hopelessly endearing.” 1997’s Hang-Ups reached #85 on the Billboard 200, and the single “Superman” was prominently featured on the soundtrack for the generation-defining Tony Hawk Pro Skater video game. Over 6 full-length albums and over a decade of touring, Goldfinger amassed an international fan base drawn to the band’s penchant for big choruses, attitude, and creativity of seamlessly fusing punk rock, ska, skate punk, and various other genres throughout their discography.

Armin

Postings: 9540

Registriert seit 08.01.2012

2017-05-26 16:06:02 Uhr - Newsbeitrag
GOLDFINGER - "The Knife“

Neues Album nach 9 Jahren: The Knife (VÖ: 21.07.17 - Rise Records/BMG)

1. Single : "Put The Knife Away"


Die legendäre Punk/Ska-Band GOLDFINGER ist zurück! Am 21. Juli 2017 wird nach 9 Jahren ihr neues Album "The Knife" über Rise Records erscheinen.

Pünktlich zur Ankündigung gibt es mit "Put The Knife Away" einen ersten Vorgeschmack auf die neue Platte: https://youtu.be/oYkEJgXu49U

Gitarrist und Sänger John Feldmann erklärt: "I took my time making this record...Nine years to be exact! I feel like I've made the most concise Goldfinger record in my career. We have all Goldfinger styles together as one, with Zakk Cervini, who mixed the Blink-182 record, and Travis Barker on drums, I couldn't be more proud of an album."

The Knife - Tracklisting
1. A Million Miles
2. Get What I Need
3. AM I Deaf
4. Tijuana Sunrise
5. Put The Knife Away
6. Don't Let Me Go
7. Beacon
8. Who's Laughing Now
9. Say It Out Loud
10. Orthodontist Girl
11. See You Around
12. Liftoff
13. Milla



GOLDFINGER Online
http://goldfingermusic.com/
http://facebook.com/goldfingermusic
https://twitter.com/goldfingermusic

Offizielle Pressemitteilung:

GOLDFINGER
Announce The Knife, Album Out July 21st on Rise Records

Release first single/video for new song
"Put The Knife Away”

Los Angeles’s legendary punk/ska Goldfinger is back, with the announcement of The Knife, to be released July 21 through Rise Records. After nine years of producing and writing music for other bands, Goldfinger is proud to be back with 13 tracks of their very own for their first time since the release of their 2008 album, Hello Destiny...

The album features a host of special guests including guest vocals from Blink-182's Mark Hoppus, 311 lead-singer Nick Hexum, Mighty Mighty Boss Tones guitarist Nate Albert ("Get What I Need") on guitar, Twenty One Pilots' Josh Dun on drums ("Orthodontist Girl"), and ONE OK ROCK's Takahiro Moriuchi, amongst others. Fans can get a first taste of the album through their first single, “Put The Knife Away”.

The Knife is not a nostalgia play; it is an evolution of the band and a reflection of the musical and life experience that singer-songwriter/producer John Feldmann who explains, "I took my time making this record...Nine years to be exact! I feel like I've made the most concise Goldfinger record in my career. We have all Goldfinger styles together as one, with Zakk Cervini, who mixed the Blink-182 record, and Travis Barker on drums, I couldn't be more proud of an album.

With 13 tracks, The Knife surges with the energy, personality, and charm that has made Goldfinger one of the most memorable acts from 90s/2000s punk. From the blaring opener “A Million Miles”, the easy-going, self-deprecating ska-influenced “Get What I Need”, the swaying struggle of “Don’t Let Me Go”, and the brassy, reggae feel of “Liftoff”, the record spans a vast spectrum of sound and tone. This variety is the result of deliberate reflection of Feldmann’s life experiences and extensive production (Blink-182, Panic! At The Disco, 5 Seconds of Summer) career over the years. With tongue-in-cheek scene commentary on “Am I Deaf?”, the interpersonal conflict of “Put the Knife Away”, or the heartwarming ode to his daughter “Milla”, Feldmann uses The Knife as a decidedly unguarded sonic update and re-introduction of himself and his thoughts. 



Goldfinger’s resurgence on The Knife is not a rehearsal of past glory; it is a revolution. This is greatly echoed in the band’s revamped lineup, featuring MXPX’s Mike Herrera on bass and Story of the Year’s Phil Sneed on guitar (both doing backup vocals as well). Blink-182’s Travis Barker plays drums on the album, making the album a fitting collection from different corners of the punk world and further showcasing Feldmann’s ability to draw from and synthesize influences into a cohesive, character-infused collection of talent and art.

Goldfinger continues to build on a highly regarded legacy, where they have been considered one of the forerunners and most well-known bands of the third-wave ska/punk movement of the late 90s. Their 1996 self-titled debut Goldfinger went gold, and was named one of “The Ten Albums That Defined 1996” by Alternative Press in 2006. AllMusic said “no one had more success with this new sound than Goldfinger on their self-titled debut”, calling it “irresistibly catchy, creative, and hopelessly endearing.” 1997’s Hang-Ups reached #85 on the Billboard 200, and the single “Superman” was prominently featured on the soundtrack for the generation-defining Tony Hawk Pro Skater video game. Over 6 full-length albums and over a decade of touring, Goldfinger amassed an international fan base drawn to the band’s penchant for big choruses, attitude, and creativity of seamlessly fusing punk rock, ska, skate punk, and various other genres throughout their discography.
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