Manchester Orchestra - A black mile to the surface

Manchester Orchestra- A black mile to the surface

Caroline / Universal
VÖ: 28.07.2017

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Stromsparer

Da ist sie wieder, die berühmte Geschichte von der erlangten "Reife" einer Band, die heute sicherlich einen solch "reifen" Bart hart, dass dieser jegliche krauselig-lange Hipster-Kinnbepflanzung in den Schatten stellt. Als dennoch zutreffend darf diese Legende im Falle von Manchester Orchestra gelten. Einst mit ihrem 2009er-Album "Mean everything to nothing" stürmisch-lautstarke Emporkömmlinge, war es doch damals auf sagenhafte Art und Weise gelungen, den leicht ranzigen Emo-Rock der Nuller-Dekade, der vergeblich auf neue Werke der Güte eines "Threes" von Sparta oder Brand News "The devil and God are raging inside me" wartete, der nötigen Frischekur zu unterziehen.

Reife indes ist vielleicht sogar ein nur am Rande treffender Begriff, steht die fünfte Platte "A black mile to the surface" doch vielmehr am Ende einer kaum von radikalen Brüchen geprägten, sondern stringenten Entwicklung Manchester Orchestras. Stand bei "Mean everything to nothing" noch die ungeschliffene Energie im Zentrum, der vertonte Aufbruch, entdeckte die Band spätestens mit der letzten Veröffentlichung "Cope" ihre Vorliebe für weniger Krach und mehr musikalische Umarmungen. Man durfte sich also auf eine Weiterentwicklung einstellen. Muss sich nun aber ob einer tatsächlichen Neuerfindung die Ohren zweimal reiben, hört man das harmonisch-schöne "The mistake", die aktuelle Auskopplung "The alien" oder die erste Single "The gold": Rein auf akustischen Saiten gelagert, schieben sich meist ein hymnischer Lagerfeuer-Refrain, ein eingängiges Piano-Thema und mehrstimmiger Gesang an vorderste Front. Viel Folk meets Singer-Songwriter, sehr wenig Rock'n'Roll.

Die grundsätzlichen Trademarks stellen Manchester Orchestra zwar zurück, haben sie aber nicht vollends abgelegt. In "Lead, SD", dem einzigen Stück, das die "The"-Routine in den Titelnamen verweigert, dürfen Gitarren und Bass wenigstens zeitweise auf Anschlag pulsieren, auch die Songstruktur des intensiven "The moth" ist vertraut und "The wolf" darf gegen Ende laut zu Stromgitarren jaulen. Das tolle "The grocery" steigt mit Synthie-beschmierter Gitarrenwand ein, wiegt sich dann in harmonisch-melodiöser Eintracht, baut dabei im Hintergrund aber Druck auf, der in einem fulminanten Finale implodiert.

Wiedererkennungswert bietet auch die markant-knödelige Stimme von Vokalist und Songschreiber Andy Hull, auf "A black mile to the surface" jedoch spielt sie eine gewöhnungsbedürftig prominente Rolle. Was zunächst verwirrt, aber der Atmosphäre nicht schadet. Ebendies war auch das Konzept: Ein Album zu schreiben, das zunächst den Song in den Mittelpunkt rücken, und nicht zu allererst nach Manchester Orchestra klingen sollte. Ein wahrhaft interessanter Ansatz, der bei solch talentierten Komponisten wie Hull – natürlich – tadellos funktioniert. Reife hin oder her.

(Eric Meyer)

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Highlights

  • The moth
  • Lead, SD
  • The grocery
  • The mistake

Tracklist

  1. The maze
  2. The gold
  3. The moth
  4. Lead, SD
  5. The alien
  6. The sunshine
  7. The grocery
  8. The wolf
  9. The mistake
  10. The parts
  11. The silence

Gesamtspielzeit: 50:31 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Kalle
2017-08-20 12:52:59 Uhr
Kann mich Maja nur anschließen - ein Album wie aus einem Guss. Wäre eher eine 10/10 gewesen als das zwar auch gute, aber sich eher wiederholende TWOD-Album.
Maja
2017-08-14 11:10:30 Uhr
Das Album läuft immer noch täglich bei mir rauf und runter. Es ist meines Erachtens ihr bestes Album. Hier ist alles stimmig und in sich schlüssig. Der Sound ist großartig, die Reihenfolge der Songs perfekt ausgewählt und der beste Song kommt am Schluß, das dazu führt, dass man das Album gleich noch einmal hören möchte.
Meine Favoriten sind The Alien, The Mistake und The Silence.
Für mich ein perfektes Album. Das Ruhige mit dem Krach perfekt verknüpft. Es ist malerisch schön. <3

Tobson

Postings: 1055

Registriert seit 11.06.2013

2017-08-12 12:36:16 Uhr
Nach einigen Durchgängen hier mein vorläufiges Fazit: Album gefällt mir gut, das nächste darf aber auch ruhig wieder etwas lauter werden. ;-)

Momentan 7/10, Favoriten bislang: The Maze, The Gold, Lead SD, The Silence

MasterOfDisaster69

Postings: 242

Registriert seit 19.05.2014

2017-08-02 13:21:52 Uhr
so sweet...
https://www.youtube.com/watch?v=ZAd9IdF5tKI

Bin auch noch nicht ganz überzeugt, was ich von der ruhigeren Richtung von Manchester Orchestra halten soll. Die Songs sind ja nicht schlecht, aber...

ich muss nochmal reinhoren...

(einen Schnell-Durchlauf später)

mir gefaellts dennoch...

7/10

Hoschi

Postings: 27

Registriert seit 16.01.2017

2017-07-29 21:10:08 Uhr
Irgendwie n bissel fad die Scheibe.
Mich erinnert das ganze zu sehr an Mumford and sons. Fragt mich nicht warum.
Ich mag wenn Musiker sich wandeln aber die Richtung ist nicht ganz so meins.

6/10
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