Wolvon - Ease

Wolvon- Ease

Subroutine / Graanrepubliek / Tartarus
VÖ: 13.04.2017

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Wolf of sound

Bedrückend, beinahe gruselig. Tief und dunkel. Aber auch anziehend, reizend und einnehmend. Chaotisch und trotzdem begreifbar. Diese Begriffe versuchen den ersten Eindruck zu beschreiben, welchen Wolvons zweites Album “Ease“ beim geneigten Hören hinterlassen könnte. Und das ist nur eine Reihe der ersten flüchtigen Assoziationen, die es auszulösen vermag. Wenn man den Mut aufbringt, den Schlund zu betreten, den Wolvon aufreißen, so kann man im Nebel allerhand funkelnde Schätze erblicken, eingewebt in einen dichten Soundteppich, der mit seinem Gewicht beinahe droht, alles unter sich zu begraben. Gleich zu Beginn von “Ease“ stoßen die Niederländer mit ihrem hallgetragenen Sound förmlich ein Fenster in eine andere Dimension auf. Klirrende Gitarren und wummernde Drums, der seltsam hintergründige Gesang – dieses Album verlangt danach, in ihm zu versinken; wenn man sich denn traut.

Was für Musik Wolvon eigentlich machen? Das muss im Detail jeder für sich selbst herausfinden. Die Musik des Trios wirkt wie ein Nebel, dessen Partikel aus verschiedenen Spielarten des Rock bestehen und Song für Song ihre Anordnung und ihr Verhältnis zueinander ändern. Vieles ist deutlich, dennoch so wenig greifbar. In einem Moment geben sich Wolvon dem Shoegaze hin, dann ist es straighter Stoner-Rock, und plötzlich reduziert die Band ihren Sound so weit, dass eine Indie-Nummer wie “Waterworks“ dabei herauskommt. Die Band klingt mit allem, was sie macht, sehr frisch, auch wenn die Bestandteile der Musik als solche nichts Neues sind. Es scheint Wolvon weniger um die Neuerfindung des Rads zu gehen, als darum, neue Verhältnise zu schaffen und Spannungen auszuloten. Ein gutes Beispiel hierfür sind die psychedelischen Elemente auf “Ease“: Zu jeder Zeit hörbar, nehmen diese nie zu viel Raum ein. Folgt man gerade einer noch einer träumerischen Melodie, so schlägt diese, ehe man sich versieht, einen Haken und lässt den Hörer im Noiserock versinken.

Die Mischung macht's. Obwohl auf “Ease“ Einflüsse vermischt werden, die man in dieser Komposition selten gehört hat, so klingt der Mix nie aufgesetzt – im Gegenteil: Wenn Wolvon losscheppern, passt alles. Jedes Riff kommt zum richtigen Zeitpunkt, und so sehr man auch mit unterschiedlichen Stilen konfrontiert wird, nie fühlt man sich verlorener, als Wolvon es wahrscheinlich beabsichtigen. Der Spagat zwischen offenen, träumerischen Klängen und der Wall of sound gelingt Wolvon mühelos. Die Ausschläge der Dynamik, das Auf und Ab zwischen einschüchternden harten Gitarrenwänden und sanfteren, lieblicheren Tonfolgen; all das erzeugt gigantische Spannung, welche kaum entladen wird, sondern ständig weiter anzuwachsen scheint. Unbefriedigend, dass “Ease“ endet, ohne den Spannungsbogen sinnvoll zu Ende zu bringen; umso besser, dass genau das dazu führt, die Platte gleich noch einmal anzuschmeißen und wieder in Wolvons Soundnebel einzutauchen.

(Christopher Padraig ó Murchadha)

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Highlights

  • Positions
  • Waterworks
  • Cymbals

Tracklist

  1. Positions
  2. Dust
  3. Masses
  4. Waterworks
  5. Cymbals
  6. Notice
  7. Burner
  8. Decompressed
  9. Chrome

Gesamtspielzeit: 35:40 min.

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Armin

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2017-06-14 23:08:31 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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  • Wolvon - Ease (1 Beiträge / Letzter am 14.06.2017 - 23:08 Uhr)