James Vincent McMorrow - True care

James Vincent McMorrow- True care

Believe / Soulfood
VÖ: 26.05.2017

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Überraschung!

Ist denn heute Tag der Ehrlichkeit? Nun – nein, nicht mal annähernd. Die USA, bekannterweise der internationale Champion für kuriose Feiertage, zelebriert den "Honesty day" jährlich am 30. April, davon sind wir aber sowohl zeitlich als auch räumlich weit entfernt. Dennoch finden wir heute offene Worte: Kein Mensch hat auf neues Material von James Vincent McMorrow gewartet, und das nicht nur, weil dessen letztes Werk "We move" erst vor gefühlt zwei Monaten, tatsächlich aber im September 2016 erschienen ist. Und auch gar nicht mal, weil McMorrow in irgendeiner Art ein Schlechter wäre. Sondern schlicht und ergreifend deshalb, weil man den Iren außerhalb seiner Heimat nach wie vor kaum auf dem Schirm hat. Als der 34-Jährige sein Überraschungsalbum "True care" Ende Mai ankündigte, das nur wenige Tage später digital auf den Markt kam, schlug das dementsprechend kleine Wellen. Es ist wohl eher unwahrscheinlich, dass sich das bis Ende Juli 2017 ändert, wenn die CD in die Läden kommt. Umso erstaunlicher – und ohne fies gemeinten Unterton auch überraschender als das eigentliche Werk – ist das Glücksgefühl, das man beim Hören empfindet.

McMorrow hat eben kein Interesse mehr an dem üblichen Veröffentlichungsprozess. Und wie auch schon auf dem geradezu betörenden Vorgänger springt er für "True care" freilich nicht aus einem Auto voller Clowns, sondern höchstens aus dem Schlafzimmerschrank, um für die entsprechende musikalische Untermalung zu sorgen. Klar ist: Auch mit seinem vierten Album entfernt sich der Mann aus Dublin noch einen Schritt weiter von seinen Folk-Pop-Wurzeln und schuf damit laut eigener Aussage sein bisher bestes. Tracks wie das sanft groovende "Glad it's raining" offenbaren zudem, wie wohl sich McMorrow damit fühlte, einfach machen zu können, was er wollte, ohne Druck und ohne Erwartungen. Viele der Songs sind in einem Take entstanden, von einem unüberlegten Schnellschuss sollte man dennoch nicht sprechen. Die Pianoballade "National" überzeugt durch Zurückhaltung und glasklare Anmut, der A-cappella-Einstieg des Titeltracks verwandelt sich nach und nach in synthiegeschwängerte Gospel-Pop-Romantik und mit "Thank you" wagt sich McMorrow gar in rhythmusstarke Gefilde und liebäugelt mit HipHop-Ästhetik – Autotune inklusive.

Das kann durchaus gewöhnungsbedürftig erscheinen. "True care" ist sicher kein Album, das beim ersten Mal vollends umzuhauen weiß, versucht genau das aber gar nicht erst. Stattdessen entfaltet es sich Stück für Stück und Hördurchgang für Hördurchgang ein wenig mehr. So etwa mit "Bears", das einen idealen Kontrast aus McMorrows hohem Gesang und den vermeintlichen Störgeräuschen im Hintergrund bildet. Oder auch mit "Change of heart", das mit voller Absicht auf die Extra-Portion Achtzigerjahre-Kitsch setzt, die "Don't wait forever" mit Leichtigkeit in eine möglicherweise gar nicht so ferne Zukunft hebt. Dort findet auch der melancholisch-geschmackvolle Opener "December 2914" statt, laut McMorrow "a time none of us will ever see", die durch ihn dennoch einen erstaunlich fassbaren, realen Soundtrack verpasst bekommt. Zum Schluss, wenn das pulsierende Instrumental "Outro" den Hörer von seiner eigenen Surprise-Fete verabschiedet, hat man zudem was gelernt: Manchmal ist das Überraschendste nicht der Paukenschlag selbst, sondern dessen Nachwirkung.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • December 2914
  • Bears
  • Glad it's raining

Tracklist

  1. December 2914
  2. True care
  3. National
  4. Thank you
  5. Interlude no. 1
  6. Constellations
  7. Holding on
  8. Bears
  9. Pink salt lake
  10. Interlude no. 2
  11. Bend your knees
  12. Change of heart
  13. Glad it's raining
  14. Don't wait forever
  15. Outro

Gesamtspielzeit: 48:00 min.

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Armin

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Registriert seit 08.01.2012

2017-06-14 23:06:38 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

Postings: 10059

Registriert seit 08.01.2012

2017-05-26 16:26:52 Uhr
JAMES VINCENT MCMORROW
Neues Album "True Care" erscheint heute



Liebe Medienpartner,



James Vincent McMorrow veröffentlicht heute überraschend ein neues Album. "True Care" ist das nunmehr vierte Studioalbum des gebürtigen Iren und präsentiert den Musiker sehr zurückgenommen und persönlich. Erst im Herbst letzten Jahres veröffentlichte McMorrow mit "We Move" sein letztes Album.

"True Care" ist ein Statement gegen die üblichen Release-Abläufe und für mehr Freiheit des Musikers. So äußert sich McMorrow über das neue Album wie folgt: "Seitdem ich Alben mache, folge ich immer dem selben Muster. Nimm eine Platte auf. Warte. Veröffentliche eine Platte. Gehe für 18 Monate auf Tour. Mach eine Pause. Ich verstehe diesen Kreislauf wirklich nicht mehr. Ich möchte eine Platte machen, wenn ich es für richtig halte und ich möchte sie veröffentlichen, wenn sie für mich noch genauso frisch ist wie für jeden, der sie dann zum ersten Mal hört. Der Gedanke, einfach herumzusitzen und zu warten, ergibt für mich keinen Sinn mehr." Das vollständige Statement lest Ihr an dieser Stelle.

Passend zum Release gibt es auch ein sehr schönes Lyric-Video zum Titelsong "True Care", das ihr noch einmal an dieser Stelle findet.



Darüber hinaus spielte James gestern mit gesamter Band das Album in voller Länge im Livestream via Facebook. Das Video könnt Ihr noch einmal hier ansehen.

https://www.facebook.com/jamesvincentmcmorrow/videos/10155361947684297/

Ab Juni begibt sich McMorrow auf eine ausgedehnte Tour durch Amerika und Europa, zwei exklusive Festivalshows stehen im Rahmen dieser auch in Deutschland an:

James Vincent McMorrow - Live 2017
18.8. Köln - c/o Pop Festival
19.8. Hamburg - Dockville


Jennifer

Postings: 1400

Registriert seit 14.05.2013

2017-05-22 18:31:41 Uhr - Newsbeitrag
Kommt am 26. Mai 2017, also schon diesen Freitag.

True Care… what does that even mean….

Iʼve no real clue, trying to find out…

5 months it took, itʼs the best thing iʼve ever created… is it weird to say that?? fuck it.

Could i have made it sound slicker? Yes. Spent more time finding the best mic positions on drums and guitar amps?...

Thereʼs parts where youʼll listen and think ‘did that go out of time for a second?ʼ.. the answer is most probably yes, it did. Lot of one takes with no click tracks, in a room moving from sound to sound, idea to idea. I wasnʼt doing any of that because i was trying to reconnect with some mystical romantic notion of making music though. Fuck that. A) Itʼs 2017, and b) for my entire career iʼve made music on my laptop. Iʼve never understood that musical desire for nostalgia. The people you love from the past, they were looking forward…

It felt so vital that I leave any flaws on display, not go back and sand off their edges. Music is so often elevated to a platform before the world has even had a chance to hear it properly. You know what i mean? It becomes this untouchable and intangible thing..... Iʼve done this with my own work before…

This album is life, itʼs the life iʼve lived up to this point, itʼs the one that might be ahead of me. And sometimes life is magical. But other times itsʼ scary and fucked… honestly most times itʼs scary and fucked. It moves in and out of rhythm constantly. Itʼs rarely slick, rarely untouchable. Yes, you can capture some of those ideas in words, sounds, but if this album was going to feel like a true life, have it deep in itʼs bones, then it NEEDED to be instinctual and not laboured over to the point where it became that intangible unreal thing… real things are always a little fucked up is what iʼm trying to say i guess …

I have no answers for anyone… No truths. No wider wisdom. I view things through the prism of my own world, thatʼs where iʼm creating from. For a long time I felt uncomfortable with all of this…. In my studio I felt safe. On stage I felt safe. But releasing music involves these huge campaigns, and with each one youʼre expected to come out with more and more profound high-minded visions for what youʼve created, wave your hands and hope people see you …. If you donʼt do that, then is the work somehow less profound?…Thatʼs what it can feel like. My discomfort stemmed from trying to find words and meaning to apply to the work I was creating beyond simply the work itself. It drove me sideways, i am not well built for it mentally, and because i was struggling to find those words constantly, what I ended up saying felt watered down, felt wrong, felt uninteresting to me, and ultimately ended up being less than i knew it could/needed to be. It broke my heart watching my work sometimes get misinterpreted, misunderstood. Donʼt get me wrong, I have shit to say… in fact most people in my life would probably say i could do with talking less…. but when it comes to music, i just always wanted to be quiet and peaceful with it….

But it was my mistake. Iʼm not built to play that game. So why was I playing it? Iʼm built to create and to perform. Thatʼs it. So now iʼm just choosing to ignore that game, do things my way…

so this is where iʼll speak..

I had a vision for this album. I have a vision. Itʼs a simple one. It was about trying to find those simple markers for truth and care, to try and find a place where I could understand what it means to love and to be loved…. But not deified love, true simple love. For me, for my work, for the person, and the people I share my life with. I see people throw up phrases like “love conquers all”,,,, and I think, what does that even mean??…… it makes it sound like love is this grand weapon you can bluntly use to triumph over whatever might face you. But I canʼt help but think of it through the lens of my own experience, and through that lens it is a broken, beautiful, flawed petty creature, trying to make sense of the most basic of things. So to speak on truth and care and love through anything other than that same broken flawed petty creature would not be true. So I fixed a point in the future, December 2914, a time none of us will ever see. I used it as an anchor point, to help me start writing about my life now, my life before, and the complete abstraction that is my life in the future.... Life is long.... But then no it isn't really. Finding a point 900 years in the future felt like the minimum distance someone like me would need to gain a perspective...

……… Saying all this doesnʼt mean I wonʼt be talking more about this record. It just means that iʼll probably speak less, and when I do speak, it will be because I have something to say, not because the album campaign demands that I speak. Better to say nothing and let the music move Itʼs own way than to play a game you donʼt like..

Itʼs probably a risk. Iʼm sure there are people working with me right now who see this as a risk, making a record so close to the last one, choosing to release it with next to no lead up time. Would people think it less profound because of that?? Maybe. Iʼm sure quietly to themselves, or in meetings iʼm not a part of, theyʼve questioned my decisions and my logic. Iʼm not sure I could blame them. The business is set up for a certain model, and iʼm choosing to effectively ignore that model.... But then who said I canʼt do this? I'm here to make music, to make it when it comes, to release it when it's as fresh to me as it is to you.

That makes sense. It feels right, reactive to the world I exist in, totally in line with how i create and how i take in other people's art. Doing this has made me happier as an artist than i have ever felt before, and pushed me further. Truly. Iʼm always proud of the work I make, this process has brought me somewhere iʼve always wanted to go, but was beginning to think might never happen.

And why not question the cycle and the path laid out before u? Fuck it, 8 years ago i was playing a few shows a year in front of 50 people, now i get to play across the world in front of a whole lot more than that. None of that came to pass by following a path. It came through my connection with the people listening to what I had to say, to them believing that what i was saying was substantial and real and mattered to them… So maybe you are all like me too….

...Thereʼs also the reality that if people donʼt read this, then they might not understand the reason for this record. And thatʼs fine….. In a way thatʼs kind of the point. A huge part of doing this was to rewire myself, accept and embrace the fact that I canʼt go to each and every person and try and convince them that i am exactly who I say I am. In the past iʼve felt that desire “like if i could only speak to that one person and make them see….” But thatʼs bullshit, itʼs a futile and pointless thing. We are what we are, we believe what we believe. All I can do is create what makes me happy, trust that even if that understanding doesnʼt happen right away, that time and distance can change anything.

James






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