Caspian Sea Monster - Caspian Sea Monster

Caspian Sea Monster- Caspian Sea Monster

Stargazer / Broken Silence
VÖ: 19.05.2017

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Tagebuch eines Suchenden

15. Mai 2017:
Ein neues Album lag im Postfach. Caspian Sea Monster heißt die Band, ihr Debüt trägt den selben Namen. Das übliche Prozedere. Ordner herunterladen, entpacken, "Play with Winamp" auswählen. Nein, es gibt kein besseres Programm. Vielversprechender Erstkontakt. Der Gesang wirkt anfangs zwar ein bisschen arg gothic, im Kontext der Musik ergibt das zwischen Weinerlichkeit und Verletzlichkeit changierende Organ Toni Niemeiers jedoch durchaus Sinn. Post-Rock aus Deutschland ist das. Gibt es ja nicht zu oft, deshalb: Antennen auf Empfang. Einen herrlichen Gitarrensound haben die da. Modern, aber lebendig. Und ihre Melodien zeugen von großem Sachverstand. Meinung? Definitiv in den Ohren behalten.

22. Mai 2017:
Update zu Caspian Sea Monster: Das Album wächst mit jedem Durchgang, wobei das Post-Rock-Etikett etwas zu verengend gewählt war. Die haben definitiv viel Pink Floyd in ihrer Jugend gehört. Die Songs lassen sich viel Zeit, kommen dann jedoch in beeindruckender Manier zur Sache. "Razing words" brennt sich beispielsweise bis ins Mark. Amplifier minus Breitseite plus Fieberwahn. Mittlerweile stört die Stimme überhaupt nicht mehr, eine andere würde gar nicht zur Musik passen. Und wie voluminös ihr Sound ist! In "Parts" verbinden sie Falsettchöre mit Analog-Synthies und Lärmgitarren. Kann, darf, muss man gut finden. Wird Zeit für ernsthafte Review-Notizen.

27. Mai 2017:
Rezension für Caspian Sea Monster bis auf Weiteres vertagt. Schade drum. Stattdessen Die Lochis. Na super. Doch diese spinnerte Band aus Chemnitz bleibt im Bewusstsein. Weil sie Songs wie "Lamb" schreibt. Pure Melancholie, gepaart mit weit ausladenden Gitarrenhooks. Apropos Gitarren: Den blechernen Klang in "Shine on" muss ihnen erstmal einer nachmachen. Denn er nervt zu keiner Sekunde, sondern sorgt dafür, dass der Song überhaupt erst funktioniert. Auch wenn sie die Akustische auspacken, bleibt ihr Songwriting konsequent. Eine beinahe erschreckend runde Sache, dieses Album. Die richtige Stimmung vorausgesetzt, vermag es tief zu bewegen.

4. Juni 2017:
Heute steht endlich die Rezension zu Caspian Sea Monster an. Die Bewertung ergibt sich praktisch von selbst. Doch was schreibt man über Musik, die sich gekonnt gängigen Floskeln entzieht? Die Wahrheit wahrscheinlich. Also dann: Caspian Sea Monster ist eine Band aus Deutschland. Sie macht Post-Rock, der deutlich über den Tellerrand hinausblickt. Ihre Songs sind durchweg grandios komponiert und die Produktion überrascht mit kleinen, aber feinen Kunstgriffen. Der Gesang ergänzt, sobald man sich an das zittrige Timbre gewöhnt hat, die Musik perfekt. Vielleicht nicht die optimale Sommerplatte, aber ein Album, das Aufmerksamkeit verdient. Endlich mal wieder fündig geworden. Deswegen mache ich den Job.

(Christopher Sennfelder)

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Highlights

  • Razing words
  • Shine on
  • The trembling

Tracklist

  1. Basement
  2. Lamb
  3. Razing words
  4. My line
  5. Parts
  6. Shine on
  7. Spinning wheel
  8. The trembling
  9. Into dust

Gesamtspielzeit: 54:03 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
eurodance commando
2017-06-26 18:08:15 Uhr
Na ja, so ganz unrecht hat „Master…“ nicht, die Rezension ist wirklich nicht besonders gehaltvoll oder informativ, soll dieser Tagebuch-Stil frischer Musikjournalismus sein?
eurodance commando
2017-06-16 00:35:45 Uhr
Krass, dass hier auf das offensichtliche Getrolle von "Master ..." überhaupt noch eingegangen wird.

Wer sein Eingangsstatement mit "Bei mir wärst du deinen Job direkt los" beginnt, kann nur auf Widerspruch stoßen und sollte einfach nicht mehr beachtet werden.

Christopher

Postings: 819

Registriert seit 12.12.2013

2017-06-13 18:33:37 Uhr
Dass der Stil evtl. anecken würde, war mir klar. Dass man in der Rezension nichts über die Musik erfährt, ist allerdings falsch. Ich beschreibe den Sound der Band sogar relativ genau. Natürlich hätte ich einen "Standardtext" verfassen können, jedoch fand ich es genau bei dieser Platte angemessen, mal den Prozess, der einer Rezension vorausgeht, zur Rahmenhandlung des Textes zu machen. Der Grund ist simpel: Das Album begleitet mich nun schon seit einigen Wochen und macht mir immer noch großen Spaß.

Rein informative Rezensionen sind meiner Meinung nach eher etwas für Produkttests. Ich breche die Lektüre solcher Rezensionen bei Platten sogar meistens ab, weil ich mir die Infos zu einer Band auch selbst ergoogeln kann. Ich möchte wissen, WIE ein Album klingt und welche Emotionen es beim Hörer ausgelöst hat. Bei bekannteren / relevanteren Künstlern bietet sich auch ein allgemeinerer, bzw. kulturkritischerer Zugang an.

Die persönlichen Beleidigungen sind mir zwar egal, so wirklich nötig wären sie aber auch nicht gewesen, weil sie vom Wesentlichen ablenken.

simon04

Postings: 1

Registriert seit 12.06.2017

2017-06-12 22:01:36 Uhr
Das Album findet man auf Bandcamp: https://stargazerrecords.bandcamp.com/album/caspian-sea-monster-s-t

seno

Postings: 2886

Registriert seit 10.06.2013

2017-06-12 18:29:02 Uhr
Ich verstehe die Meckerei auch nicht wirklich. Was außer dem Tagebuch-Stil unterscheidet diese von anderen Rezensionen? Man erfährt etwas über die Band und über die Songs. Wo ist das Problem?

Davon abgesehen, werde ich nach Lesen der Rezension jetzt mal reinhören.
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