The Cardigans - Long gone before daylight

The Cardigans- Long gone before daylight

Stockholm / Motor / Universal
VÖ: 24.03.2003

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Wunderheiler

Sagte da eben jemand "Easy listening"? Raus! Hinfort! Und am besten gleich dorthin, wo der Pfeffer wächst! Nina Persson ist gereizt. Und wer sich allen Ernstes noch traut, die Cardigans als langweilige Weichspüler zu bezichtigen, sollte vorher schon einmal seine Knochen numerieren. Blicke können nämlich auch töten. Und die von Nina Persson ganz besonders.

Doch auch wenn die Schweden auf dem Vorgänger "Gran turismo" mit seinem unwiderstehlich-zynischen Hit "My favorite game" ungewohnt rockige Töne angeschlagen haben, kann die rehäugige Frontfrau mit der Allergie gegen unpassende Stilschubladen nicht aus ihrer Haut. Wie auch? Schließlich steckt alleine in ihrer Stimme mehr zarter Schmelz, als die fleißigste lila Milka-Kuh je aus ihren Eutern schleudern könnte. Da ist es im Prinzip schon irgendwie egal, wie die Songs auf "Long gone before daylight" klingen: Nina Persson wird uns auch diesmal wieder um ihre Finger wickeln.

"This is an invitation" schmachtet sie gleich im Opener "Communication", und diese Einladung nimmt man gerne an. Eine Einladung zu schwülstigen Gitarren, behäbigem Softrock und zentimeterdicken Zuckergußrefrains. Zu einem lauen Abend im Kerzenschein, mit weichem Rotwein und den allerersten Frühlingsgefühlen. Zu einer gemeinsamen Stunde mit den schwedischen Schlüpfjacken, die ihrem mollig-warmem Namen einmal mehr alle Ehre machen. "Long gone before daylight" ist eines dieser Alben, die man immer dann aus dem Regal zieht, wenn man von nichts und niemandem gestört werden möchte. Von der Musik schon gar nicht. Natürlich ist das eine Art von Easy Listening. Aber Nina Persson braucht ja nicht alles zu wissen.

Unbekümmerter denn je kredenzen die Cardigans wieder einmal alles, was das angeknackste Herz begehrt: einfach gestrickte Balladen wie das sechsminütige "And then you kissed me" oder "Couldn't care less" auf der einen, luftigen Folk-Pop wie "For what it's worth" auf der anderen Seite. Natürlich mag das in manchen Momenten seicht wirken. Aber in den meisten vergißt man nicht nur das, sondern alles um sich herum. Wenn Nina Persson im hübschen Rock-Ausflug "A good horse" den Vamp spielt. Und vor allem im so simplen wie genialen "You're a storm": "Oh, it's healing! / Bang bang bang!" frohlockt sie, bringt Lahme wieder zum Gehen, kittet zerbrochene Herzen wieder zusammen und bringt diese gefühlskalte Welt zum einträchtigen Jauchzen. Und nicht zum ersten Mal rufen wir nach Schweden zurück: Thank you for the music!

(Armin Linder)

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Highlights

  • You're the storm
  • A good horse

Tracklist

  1. Communication
  2. You're the storm
  3. A good horse
  4. And then you kissed me
  5. Couldn't care less
  6. Please sister
  7. For what it's worth
  8. Lead me into the night
  9. Live and learn
  10. Feathers and down
  11. No sleep

Gesamtspielzeit: 49:37 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

The MACHINA of God

Postings: 17575

Registriert seit 07.06.2013

2019-01-09 18:22:15 Uhr
Da fällt mir wieder auf: Leatherface fehlt. :/

The MACHINA of God

Postings: 17575

Registriert seit 07.06.2013

2019-01-09 18:20:18 Uhr
Ihre beste? Ich sage: ja.

Leatherface

Postings: 1628

Registriert seit 13.06.2013

2014-09-26 00:17:02 Uhr
Der Herbst kommt und somit auch kerzenerleuchtete Abende mit "Long Gone Before Daylight".
Greylight
2011-12-30 03:58:18 Uhr
Alleine ihre Performance in diesem Musikvideo! Zum anbeißen 10/10
Greylight
2011-12-30 01:56:30 Uhr
Und Nina Persson wickelt einen da sowieso um den Finger wie sie will.
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