Dreamcar - Dreamcar

Dreamcar- Dreamcar

Columbia / Sony
VÖ: 12.05.2017

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Listen without dictionary

Treffen sich die drei Typen von No Doubt und der AFI-Sänger und heraus kommt – na? Wird nicht funktionieren, also versuch es gar nicht erst. Die naheliegende Herleitung über Ska-Pop mal Emo-Rock geht für deren gemeinsames Projekt Dreamcar überhaupt nicht auf. Mit diesem wildern die vier nämlich ganz tief im Kitsch des Synthie-Pop. Slap-Bass, Four-to-the-Floor-Drums und exaltiert-dramatischer Gesang von Davey Havok sind auf dem Zettel. Allergie gegen die Achtzigerjahre? Spontaner Hautausschlag bei pathetischem Gejaule? Dann bitte gleich zum Ausgang. Das Promofoto sagt eigentlich schon alles über die schmierig glitzernde Ästhetik aus. Das selbstbetitelte Debütalbum positioniert sich ungefähr bei The Killers nach ihrem Reboot "Day & age" – nur sehr viel konsequenter in Richtung Theatralik gehend und mit mehr Gespür für die richtige Dosis Schmalz.

Das funktioniert ziemlich lange auch ganz prächtig. Der eingängige Doppelschlag direkt zu Beginn ist die klarstmögliche Ansage. Der Opener "After I confess" drischt in flottem Tempo auf das Trommelfell, während die erste Single "Kill for candy" eine triumphale Wunderkerze zündet und den Refrain durch die Dachziegel in die Stratosphäre schießt. Und verdammt, "On the charts" ist zwar dümmlich, aber dabei gleichzeitig charmant und liebenswert, was so einiges verzeihlich macht. Das ist jedoch auch notwendig, denn vor allem hier ist der Text kein Kind eines großen Geistes: "All the boys / We love you candy girls." Überhaupt wäre es besser, die Lyrics als ironisch gebrochenen Teil des Konzepts zu sehen. Sonst müsste man einen Chorus wie "Boys will be boys / Girls will be girls" – übrigens nicht einmal aus dem davor zitierten Song – noch ernst nehmen. Was anderen ihr "Menschen Leben Tanzen Welt" ist, sind eben hier "darling", "candy", "boys and girls". So hintereinander weggeschrieben könnte das tatsächlich eine Dreamcar-Hook sein.

Aber das Songwriting ist hier über weite Strecken einfach ziemlich großartig. Mindestens das halbe Album nistet sich dann und wann mal als Ohrwurm ein, die kompakte Kürze der Stücke kommt außerdem der Verdaulichkeit zugute. Lediglich im letzten Drittel geht dem neugegründeten Quartett etwas die Puste aus. Da drücken die Rhythmen nicht mehr ganz so zwingend, werden die Arme zum Refrain nur noch mau auf Halbmast ausgefahren. Aber für ein Album, das gefährlich nah am Schlager-Morast entlangfährt, mit mindestens einem Bein im Kitsch steht und oft wünschen lässt, dass man sich alle Englischkenntnisse zwischenzeitlich weggesoffen hätte, hält sich der Erstling von Dreamcar überraschend frisch. Ja, er wächst sogar noch nach der ersten Eingewöhnung. Denn Havok hat vielleicht den dunklen Kajal abgewischt und gegen spacige Fummel ausgetauscht. Das Gespür für die entscheidende Melodie ist aber noch da.

(Felix Heinecker)

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Highlights

  • After I confess
  • Kill for candy
  • On the charts

Tracklist

  1. After I confess
  2. Kill for candy
  3. Born to die
  4. On the charts
  5. All of the dead girls
  6. Ever lonely
  7. The assailant
  8. The preferred
  9. Slip on the moon
  10. Don't let me love
  11. Do nothing
  12. Show me mercy

Gesamtspielzeit: 40:54 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Patrick
2017-05-19 20:23:44 Uhr
sehr positiv überrascht! Ein quasi AFI-Spassalbum mit teilweise richtig slicken Bass-Lines

Armin

Postings: 8688

Registriert seit 08.01.2012

2017-05-11 14:35:26 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

Postings: 8688

Registriert seit 08.01.2012

2017-03-22 17:53:04 Uhr - Newsbeitrag
DREAMCAR ist die neue Band mit Mitgliedern von NO DOUBT (Tony Kanal, Adrian Young, and Tom Dumont) und Davey Havok von AFI.

Da ist etwas romantisches in den frühen Tagen einer Band. Ein Gefühl von Unschuld, Optimismus und Wunder kursiert durch die Musik. Im Sommer 2014 begannen No Doubt's Tony Kanal [Bass], Tom Dumont [Gitarre], Adrian Young [Drums] und Sänger Davey Havok [AFI, Blakq Audio] zusammen Musik zu schreiben. Ohne jemanden außerhalb ihres Umfeldes davon zu erzählen, zogen die vier Musiker heimlich in einen beengten Proberaum mitten in der Innenstadt von Los Angeles und drehten auf, woraus folglich DREAMCAR wurde.

"Es erinnerte mich an die frühen Tage von No Doubt, als wir in einer Orange County Garage jammten", erinnert sich Dumont. "Wir haben das gleiche Gefühl der Freiheit gefühlt. Es gab kein Label, kein Manager, kein Agent und keine Roadies."

"Für gut 1 ½ Jahre haben wir einfach nur Musik gemacht", fügt Kanal hinzu. "Wir hatten die Gelegenheit, wieder eine neue Band zu werden. Das ist eine ganz besondere Sache dieses zu tun. Wir haben einfach Musik gemacht, um Musik zu machen.“

Gerade wurde das Projekt, sowie die 1. Single im Amerikanischen Radio von der Band selber vorgestellt.
Hier das Lyric Video zur 1. Single “Kill For Candy”:


Videos:
DREAMCAR „Kill for Candy“ Lyric Video: https://youtu.be/swS9tScMQyE
DREAMCAR „Kill for Candy“ Track x Track: https://youtu.be/_DBEh1ef7yE
DREAMCAR „The Beginning“ EPK: https://youtu.be/jvM2fEcFHaM

Shop Link:
DREAMCAR „Kill for Candy“ Single
https://itunes.apple.com/de/album/kill-for-candy-single/id1209648130

Dreamcar sind:
Davey Havok [AFI, Blakq Audio] Sänger
Tony Kanal [No Doubt] Bass
Tom Dumont [No Doubt] Gitarre
Adrian Young [No Doubt] Drums

Web:
www.dreamcarmusic.com
www.twitter.com/dreamcarmusic
www.instagram.com/dreamcarmusic
www.facebook.com/dreamcarmusic
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