Slowdive - Slowdive

Slowdive- Slowdive

Dead Oceans / Cargo
VÖ: 05.05.2017

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Call it a comeback

Und plötzlich ging nichts mehr. Als Slowdive am Abend des 29. März 2017 in The Garage, einem Musikclub im Norden Londons, auftraten und den Gig noch dazu via Facebook-Live-Video in die Welt hinausschickten, war das ja auch fast schon zu schön, um wirklich wahr zu sein. Fast eine Stunde lief das Spektakel, bis der Stream schließlich stoppte. Die Zugabe war nur für die anwesenden Zuschauer bestimmt, jene vor den Bildschirmen mussten sich mit einem Dauer-Ladesymbol zufriedengeben und mit diesem verflixten Gefühl der Ungeduld zu Bett gehen. Über einen Monat sollte es noch dauern, bis Slowdives selbstbetiteltes viertes Studioalbum endlich, endlich, endlich erscheinen würde.

Lange genug gewartet hatte man als Hörer ja: satte 22 Jahre. 1995 erschien mit "Pygmalion" das vorerst letzte Werk der Briten. Eine Woche nach der Veröffentlichung trennte sich das Label von der Band, die sich daraufhin auflöste, beim Nachfolgeprojekt Mojave 3 war immerhin fast die ganze Belegschaft beteiligt. Dennoch – an Slowdive konnten sich nicht mal die ehemaligen Mitglieder messen. Als 2014 schließlich verkündet wurde, dass Rachel Goswell, Neil Halstead und Co. sich wieder zum Hauptkollektiv zusammengerafft hätten und womöglich sogar ein neues Album als Frucht dieser Wiedervereinigung erscheinen könnte, sorgte das vor allem bei Shoegaze-Fans für erhöhten Puls. Und siehe da: "Slowdive" macht bereits in seinen ersten Sekunden klar, wie sehr sich die Warterei gelohnt hat.

Da rauscht "Slomo" langsam an, dieser fast siebenminütige Opener und Gefühlsmagnet vor dem Herrn, der Alt und Neu vereint. Natürlich sind das ganz klar Slowdive, die sich da mit ihrem markanten Sound zurück in die Herzen spielen, und doch passen sie sich an die Moderne an und unterziehen sich selbst einer Erfrischungskur mit dem Weichzeichner. Verrückt: Orientierten sich in der Vergangenheit die Dream-Popper von Beach House an Slowdive, ist es hier mal andersrum, was höchstwahrscheinlich auch am Einfluss von Chris Coady liegt, der "Slowdive" im sonnigen Los Angeles abgemischt hat und seit "Teen dream" bekannterweise der Haus-Produzent des Duos aus Baltimore ist.

Auf "Slomo" folgt "Star roving", der im Januar 2017 veröffentlichte erste Vorbote des Albums, noch bevor man wusste, dass es eins überhaupt geben würde. Wie ein lange verschollener Freund kommt die Single daher, die sich da ins Gehör schrammelt, als wäre sie schon immer dort gewesen – und der nun auch schon 46-jährige Halstead klingt jugendlich wie eh und je. Dass Slowdive aber nicht all ihre Energie schon am Anfang verbrauchen, beweist etwa das verwaschene "No longer making time" in der zweiten Hälfte des Albums, während das ebenfalls bekannte "Sugar for the pill" ohnehin über alles und jeden erhaben zu sein scheint. "You know it's just the way things are / Cannot buy the sun / This jealousy will break the whole", singt Halstead da vom Ende einer Liebe, während die zu Slowdive im über dreiviertelstündigen Verlauf des Albums immer wieder neu entflammt.

Das längste Stück hebt sich das Quintett jedoch für den Schluss auf. Mit sachten Pianoklängen baut sich "Falling ashes" eindrucksvoll, aber langsam auf, viel mehr als Halsteads und Goswells Gesang kommt auch später nicht hinzu. Trotz karger Instrumentierung hinterlassen diese acht Minuten durchaus ihre Spuren. Das ist kein fulminantes, episches Finale, kein Donnerwetter zum Schluss, kein endgültiger "Wir sind wieder da"-Schlachtruf. Das brauchen Slowdive nicht. Stattdessen bieten sie Zeit zum Nachdenken, zum Besinnen. 22 Jahre sind vergangen. Die Rezensentin war damals gerade mal acht Jahre alt. Wie lange hat man da wirklich bewusst gewartet? Eigentlich egal. Slowdive sind zurück. Und wie.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Slomo
  • Sugar for the pill
  • No longer making time

Tracklist

  1. Slomo
  2. Star roving
  3. Don't know why
  4. Sugar for the pill
  5. Everyone knows
  6. No longer making time
  7. Go get it
  8. Falling ashes

Gesamtspielzeit: 46:05 min.

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Armin

Postings: 10028

Registriert seit 08.01.2012

2017-10-11 18:46:32 Uhr - Newsbeitrag


SLOWDIVE | NEUES VIDEO FÜR DON’T KNOW WHY (REGIE: GRANT SINGER) VIA APPLE MUSIC









„Das neue selbstbetitelte Album dieser gesetzten Damen und Herren ist eine Bombe. In acht ausladenden Songs schaffen Slowdive eine feine Balance zwischen Komplexität und Hymnik, ihr Songwriting wirkt zu keiner Sekunde altbacken, und speziell Halstead und Goswell glänzen als Gesangsduo der Extraklasse in dem überlaufenden Genre, das zumeist als Dream-Pop bezeichnet wird...hier funktioniert wirklich alles, "Slowdive" dürfte eine der besten Genre-Platten des Jahres sein." -Intro



„The band who wasn't there materialisiert sich eindeutig auf einer wunderbaren, „vollumfänglichen" Dreampop- und Shoegaze Platte." – Musikexpress 4.5*



„Slowdive klingen genauso präzise und unprätentiös wie damals. Drumming und Bass erzeugen einen behutsamen Zug, die schönen Harmoniewechsel von Songwriter Neil Halstead tragen die überbordenden Hallgebäude, in denen die Stimmen von ihm und Rachel Goswell für Augenblicke aufblitzen". -Spex



„Nach 22 Jahren Funkstille bietet die Shoegaze-Legende ein Album, auf dem die Kraft hinter der ungeheuren Leichtigkeit formvollendet zur Geltung kommt." – Visions



“it’s difficult not to feel moved by the expanse of the group’s oceanic return” - Guardian 4*



“Proof that waiting for the world to come round to your way of doing things pays off” - The Times 4*



“a joyous return to the fray" - Mojo 4*



“After an absence of over 20 years, Slowdive return with an album that brings into sharp focus their gifts for pop classicism and experimentation” - Uncut 8/10





Vor ihrer ausverkauften Londoner Show am Freitag im legendären Roundhouse freuen sich Slowdive, ihr neues Video für Slowdive zu Do not Know Why zu veröffentlichen. Unter der Regie von Grant Singer (The Weeknd, Lorde, Ariana Grande), mit Autumn Shelly, Duke Nicholson und dem Hund Daciana bildet das Video ein Triptychon:

„This video is less about logic and more about a feeling. It’s a triptych about memory, about being lost and abandoned.” erklärt Grant Singer. „Slowdive has been my favorite band since I was a kid. To say that making this video was surreal would be an understatement. Their music has been this gift—this friend that stays with me always and gets better over time. Hearing their new album left me speechless. So having the opportunity to make something for them is an honor that I don’t take for granted.”



Don’t Know Why (Regie Grant Singer) — apple.co/dontknowwhy





Das selbstbetitelte Album von Slowdive, wurde im vergangenen Frühjahr auf Dead Oceans veröffentlicht, erschien 22 Jahren nach ihrem letzten Album und wurde in den vergangen Monaten allseits gelobt (darunter Musikexpress, Spex, Intro, Visions, The Guardian, The Times, The Financial Times, Pitchfork und vielen mehr).

Die Band wird an diesem Freitag eine ausverkaufte Roundhouse-Show spielen.

Felix H

Postings: 1915

Registriert seit 26.02.2016

2017-10-05 09:36:14 Uhr
War super gestern!

Die Band war gut drauf, die Songauswahl top (höchstens die Zugabe etwas antiklimaktisch) und alles in allem fand ich es richtig toll.

Blanck Mass habe ich mich auch drauf gefreut, ich muss aber zugeben, dass er als Voract nicht so richtig gepasst hat. Kam auch nicht so gut an. :-D

Das Übel & Gefährlich hat für mich mittlerweile das Problem, dass sich der Sound weiter hinten drastisch verschlechtert und es vorne aber äußerst voll und stickig ist. Ja, ich werd wohl alt. :P
(Kurz vor Beginn hat sich vor uns auch noch eine Gruppe von vier Leuten reingeschoben, bei der einer dann erst mal zusammengeklappt ist. Wasser wurde geholt, aber anstatt mit dem mal an die Luft zu gehen, wollte aber offenbar keiner den Platz aufgeben, so dass der erst mal da am Boden hocken blieb. Hm, solche Freunde braucht man wohl...)

musie

Postings: 1957

Registriert seit 14.06.2013

2017-10-04 10:17:34 Uhr
Viel Spass dir. Erwarte nichts Geringeres als das Konzert des Jahres! Ich hoffe schwer, dass die dann auch noch nächstes Jahr live in Europa unterwegs sein werden. Bin immer noch geflasht vom Dortmund Konzert.

Felix H

Postings: 1915

Registriert seit 26.02.2016

2017-10-04 09:13:08 Uhr
Freue mich sehr auf heute Abend!
Ingden
2017-10-03 19:19:00 Uhr
Bitte mal in Berlin darauf achten, wann Slowdive anfangen zu spielen. Wird knapp bei mir morgen in Hamburg. Je später, desto besser.
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