The Cairo Gang - Untouchable

The Cairo Gang- Untouchable

God? / Drag City / Rough Trade
VÖ: 24.03.2017

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

In die Finger

Kaum zu glauben, aber Emmett Kelly ist bereits seit über einem Jahrzehnt im Musikgeschäft tätig. Und trotzdem ist der Kalifornier zumindest hierzulande so gut wie unbekannt. Emmett wer? Gehört der etwa zu denen hier?. Nein nein, mitnichten. 2006 veröffentlichte der Mann das erste Album seines Herzensprojekts The Cairo Gang, nebenher arbeitete er als Songwriter, Studio- und Tourmusiker für illustre Kollegen wie Joan Of Arc, Angel Olsen, Beth Orton und seinem Spezi Ty Segall. Gemeinsam mit Will Oldham alias Bonnie 'Prince' Billy nahm er 2010 sogar das Kollaborationsalbum "The wonder show of the world" auf. Der Ruhm bleibt trotzdem aus, nicht mal wirkliche Aufmerksamkeit gibt es, was schlicht nicht nachvollziehbar ist. Kellys Vorliebe für den Sound der Sechziger- und Siebzigerjahre ist ja nicht mal besonders verschroben. Eigentlich kann man sich darauf sogar bestens einigen. Oder?

Vielleicht klappt es ja im nächsten Anlauf. "Untouchable", das neue und mittlerweile fünfte Album von The Cairo Gang, erscheint auf Segalls Label-Imprint God?, passt zumindest bestens zu den langsam wärmer werdenden Temperaturen und hat mit knapp einer halben Stunde Spielzeit außerdem auch noch genau die richtige Länge. Entgegen des Albumtitels sollte man das Teil also unbedingt in die Griffel nehmen, um Großes zu hören: Das wunderbare Highlight "Will it to be" zum Beispiel, das sich so herrlich entspannt durch wohlige Folk-Pop-Klanglandschaften spielt und scheinbar nebenher eine locker-lässige Liebeserklärung nach der anderen aus dem Ärmel schüttelt. "Don't tell me that you're sorry / Don't tell me that you want to change / If you know what you want to be / Be what you are", fordert Kelly da auf und macht es selbst gleich am besten vor.

Eine Spur druckvoller gibt sich "That's when it's over", das mit ordentlich Strom in der Gitarre sicher nicht nur zufällig an längst ins Herz geschlossene Garage-Rock-Helden wie Segall & Co. erinnert und trotz seiner fast sieben Minuten angenehm kurzweilig daherkommt. Der darauffolgende Titeltrack von "Untouchable" orientiert sich an der zurückhaltenden "Sleeper"-Melancholie, ohne wirklich einschläfernd zu wirken, und mit "What can you do?" gibt es einen dieser Abschlüsse, die man glatt als ur-amerikanisch bezeichnet, um mehr über das vermittelte Gefühl denn über den Sound zu erzählen: Großzügig, offen, frei von jeglichen Erwartungen, die man am Ende doch nur enttäuschen. Vielleicht war es Kelly bisher sogar ganz recht, dass er sein Ding fernab weitreichender Radare machen konnte. Diese Zeiten dürften – und sollten! –, "Untouchable" sei Dank, nun vorbei sein.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Will it to be
  • What can you do?

Tracklist

  1. Broken record
  2. Real enough to believe
  3. What's when it's over
  4. Untouchable
  5. In the heart of her heart
  6. Let it gain you
  7. Will it to be
  8. What can you do?

Gesamtspielzeit: 31:47 min.

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Armin

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2017-04-12 17:43:58 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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