Lewis Watson - Midnight

Lewis Watson- Midnight

Cooking Vinyl / Sony
VÖ: 24.03.2017

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Instant best friend

Lewis Watson hat das Erscheinungsbild eines kleinen Buben. Nicht in der Abgedrehtheit eines Karlsson vom Dach wie etwa Ed Sheeran, sondern eher der Marke "Ach, ist der goldig". Liste der Unterschiede zwischen Ben Howard und Lewis Watson: Fünf Jahre und elf Zentimeter. Ende. Denn wie der Vergleich verdeutlichen soll, ist Watson, Jahrgang 1992, eigentlich schon ein ziemlich großer. Mit seinem Debüt "The morning" chartete er im Vereinten Königreich immerhin auf Platz 28. Mit "Midnight" legt er ein nicht nur in seiner Benennung konsequentes Nachfolgewerk hin.

Singer-Songwriter-Mucke mit Gitarre und Handclaps, wann immer sie reinpassen, macht der junge Mann aus dem britischen Oxford. Sicher hätte Watson alle Möglichkeiten, seine Musik in Richtung Mainstream zu verschieben oder verschieben zu lassen. Bisher aber bleibt er standhaft, überzeugt mit gewissenhaft produzierten Pop-Hits, die dennoch nicht weichgespült wirken. So zum Beispiel "Little light" mit seinem Refrain zum Schwelgen, langsam aufbauend und schließlich konstatierend: "A little light is breaking through", Break, Gitarrenaufreißer, Wiederholung.

Wie schon erwähntes Stück wurden 2016 bereits "Hello hello" und "Maybe we're home" ausgekoppelt. Ersteres verzichtet auf die Elektrifizierung der Gitarre, zieht ein Piano und später eine Violine hinzu. Thematik: Klopf, klopf! Wer ist da? Ich bins, Dein Retter. Zweiteres eröffnet "Midnight" und verhaftet schon allein aufgrund des Sing-Rhythmus' und des Wechsels ins Falsett im Ohr. Der Song könnte eins zu eins auf einem Ben-Howard-Album stattfinden, wäre nur ungleich trauriger. Auch fein: "Forever", das Unendlichkeit anstrebt und dabei naturgemäß scheitert. Das Riff und die Sprechpausen im Chorus bewegen dabei den steifsten Nacken zum Wippen.

Das stärkste Stück auf "Midnight" indes ist "When the water meets the mountains", das einen typisch naturbezogenen Folk-Einschlag aufnimmt. Erst Klatscher, dann Stampfer, eingespielte Geigen und "Uh-uh"-Chöre machen das Gesamterlebnis Lagerfeuer-Tanz perfekt. Doch dann der Bruch, es wird noch fies: Der Rhythmus wankelt, Watsons Stimme fleht und wiederholt: "When the water meets the mountains / And we can't keep afloat / Let's let ourselves go under / Someday we will all be ghosts." Feiern, als gäbs kein Morgen, aber memento mori. Der Brite erscheint hier wie dieser andere Typ, der nach der Party um 9 Uhr früh auch noch fit ist, mit dem Du Dir noch einen Joint anzündest und über das Leben philosophierst. Für eine kurze Zeitspanne ist er Dein bester Freund. Den Soundtrack dafür hast Du schon parat.

(Pascal Bremmer)

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Highlights

  • Little light
  • Forever
  • When the water meets the mountains

Tracklist

  1. Maybe we're home
  2. Little light
  3. Deep the water
  4. La song
  5. When the water meets the mountains
  6. Hello hello
  7. Forever
  8. Run
  9. Give me life
  10. Slumber (feat. Lucy Rose)
  11. Midnight (Hidden track)

Gesamtspielzeit: 50:18 min.

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Armin

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2017-04-04 10:13:38 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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