Take That - Wonderland

Take That- Wonderland

Polydor / Universal
VÖ: 24.03.2017

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Die Reklamation

Das wird nicht leicht zu toppen sein. Die Letzte war einfach so unfassbar gut, da stimmte wirklich alles. Die Rede ist natürlich nicht von der letzten Platte von Take That, sondern von der überaus treffenden und blumig geschriebenen Rezension des Kollegen Meyer zu selbiger. Große Fußstapfen, die da von folgendem Text gefüllt werden wollen. Derlei Anspruch hat das neue Album von Barlow, Owen und Donald dagegen eher weniger.

Zwar orientiert sich das Trio mit seinem psychedelischen Plattencover an den ganz Großen und macht einen auf "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band", das ist aber auch schon die einzige Ähnlichkeit, die Take That zu den Fab Four aufweisen. "Wonderland" liefert vor allem generisch-langweilige Melodien und wenig Brauchbares, in dieser Hinsicht knüpfen die Drei nahtlos an den Vorgänger "III" an. Das kann man jetzt auf den fehlenden Esprit von Herrn Williams schieben, der genau wie Herr Orange weiterhin der Band fern bleibt, das entschuldigt das maue Ergebnis aber nur bedingt. Schließlich war auch in den Anfangsjahren Barlow schon federführend mit dem Songwriting betraut und hat mit "Back for good" und "Never forget" immerhin Popsongs für die Ewigkeit oder zumindest jede zünftige 90s-Party geschaffen.

Dabei tut das verspielte Intro des Titeltracks tatsächlich kurz so, als könne man vielleicht doch ein etwas experimentelleres Album ... Nein, schon setzt der Stampfbeat ein, und die Gesangsspur kiekst über ein wirres Arrangement aus Synthies, Saxophon und Drums. "Music makes me feel good / Music makes me feel good / Everybody's feeling wonderland", heißt es da – mal von der zweifelhaften Grammatik abgesehen, in diesem Wunderland möchte man etwa so gern verweilen wie in Hartmut Englers Abenteuerland. Dabei tut das Album einiges für das Wohlbefinden, mit "Giants", "Lucky stars" und "New day", die mit ganz viel "Oooohoooh" und Vocoder-Einsatz so viele positive Vibes verbreiten wollen, dass man sich Robert Smith herbeisehnt.

Das etwas getragenere "Hope" geht dagegen als passable Popballade durch und kann zumindest mit einem ganz gelungenen Crescendo aufwarten, wird dann aber direkt vom nervigen "River" abgelöst, das stark an die poetische Perle "Cake by the ocean" von DNCE erinnert. Apropos poetisch: In "The last poet" singt Barlow: "If I was the last poet / Left on Earth / Known by all as a man of words." Angesichts von Textzeilen wie der oben zitierten vielleicht etwas hochgegriffen. Nun ja. Zumindest der letzte Song stimmt dann doch nochmal versöhnlich: "It's all for you" wirkt dank jazzigem Piano und Streichern wie eine Wohltat nach all dem Gestampfe und ist melodisch wie textlich das Highlight des Albums, kann aber leider nicht über die vorangegangenen Ausfälle hinwegtrösten.

Ja, man wundert sich bei "Wonderland" über so einiges, allem voran über die bloße Existenz dieses nunmehr achten Albums der Truppe aus Manchester. Im Grunde ist die Platte, die glücklicherweise schnell wieder aus Ohr und Gedächtnis verschwindet, die Antwort auf eine Frage, die niemand so wirklich gestellt hat. Abgesehen vielleicht von "User EisBaer auf Amazon.de", der satte fünf von fünf Sternen vergibt und "auch mit 50 noch Take That Fan!" ist. Alle anderen möchten auf dieses Album vermutlich eher mit Reklamation antworten.

(Martina Bähring)

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Highlights

  • Hope
  • It's all for you

Tracklist

  1. Wonderland
  2. Giants
  3. New day
  4. Lucky stars
  5. And the band plays
  6. Superstars
  7. Hope
  8. River
  9. The last poet
  10. Every revolution
  11. It's all for you

Gesamtspielzeit: 41:25 min.

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Armin

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2017-03-29 21:40:03 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

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2016-11-02 20:23:00 Uhr
Take That / Wonderland / März 2017

Neues Album.
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